Wählen Sie Ihre Nachrichten​

Ratingagentur S&P senkt Russlands Bonitätsnote
Wirtschaft 18.03.2022 Aus unserem online-Archiv
Sanktionen

Ratingagentur S&P senkt Russlands Bonitätsnote

Wir der russische Finanzminister Anton Siluanow erklärt, hat Russland das Geld am Mittwoch überwiesen.
Sanktionen

Ratingagentur S&P senkt Russlands Bonitätsnote

Wir der russische Finanzminister Anton Siluanow erklärt, hat Russland das Geld am Mittwoch überwiesen.
Foto: AP
Wirtschaft 18.03.2022 Aus unserem online-Archiv
Sanktionen

Ratingagentur S&P senkt Russlands Bonitätsnote

Am Mittwoch erklärte Russland, Zinsen für Dollar-Anleihen gezahlt zu haben. Am Donnerstag hatten Kreditgeber ihr Geld noch nicht erhalten.

(dpa) - Die Ratingagentur Standard & Poor's (S&P) hat die Kreditwürdigkeit Russlands weiter herabgestuft. Die Bonität sinkt um eine Note auf „CC“, wie S&P am späten Donnerstagabend mitteilte. Die Bewertung befindet sich damit zwei Stufen über „Zahlungsausfall“. Hintergrund ist die Frage, ob Russland aufgrund von Finanzsanktionen wegen des Einmarschs in die Ukraine fällige Zinszahlungen aus Staatsanleihen leisten kann.

S&P sieht die Zahlungsfähigkeit Russlands gefährdet. Das Land sei „sehr anfällig für Zahlungsausfälle“, urteilten die Bonitätsprüfer. Dem stehen Medienberichte gegenüber, wonach die an den Zinszahlungen beteiligten Banken entsprechende Überweisungen weitergeleitet haben.


In letzter Minute: Russland zahlt Zinsen doch in Dollar
Seinen Dollar-Kreditgebern hat der russische Staat am Mittwoch Zinsen zahlen müssen und erklärt, man werde in Rubel zahlen – das wäre als Staatspleite angesehen worden.

Die Angelegenheit ist kompliziert, da die betroffenen russischen Anleihen in Dollar aufgelegt wurden und Zinszahlungen daher normalerweise in Dollar fließen müssen. S&P bemerkt dazu, dass ein Zahlungsausfall festgestellt werden könnte, wenn Investoren keinen Zugriff auf ihr Geld haben oder Zahlungen in einer Währung erfolgten, die nicht in den Anleihebedingungen aufgeführt sind und der Investor der alternativen Zahlung nicht zustimme.  Europäische Anleiheinhaber hatten bis Donnerstagabend  offenbar noch kein Geld erhalten

Die russische Regierung hat signalisiert, Zinszahlungen in Rubel zu tätigen, falls Zahlungen in US-Dollar aufgrund von Finanzsanktionen nicht möglich sind.

Experten verweisen darauf, dass ein solcher Zahlungsausfall Russlands vor allem technischer Natur wäre. Denn grundsätzlich hätte das Land die Mittel, um Zinsen aus seinen Staatsschulden zu bezahlen. Ein Großteil der Mittel ist aber aufgrund von Sanktionen blockiert.

Ungeachtet dessen können Probleme in der Zahlungsabwicklung auftreten, da zahlreiche russische Banken vom internationalen Zahlungsinformationssystem Swift ausgeschlossen wurden. Drastische Folgen für das internationale Finanzsystem im Fall eines russischen Zahlungsausfalls sehen die meisten Experten wegen der vergleichsweise geringen Auslandsverschuldung Russlands bisher nicht.    

Folgen Sie uns auf Facebook, Twitter und Instagram und abonnieren Sie unseren Newsletter.


Lesen Sie mehr zu diesem Thema

Vor fälligen Kuponzahlungen in Höhe von 117 Millionen Dollar am Mittwoch stehen alle Warnlampen auf Rot. Fonds und andere Investoren zittern.
(FILES) In this file photo taken on April 18, 2021 The logo of Russia's oil producer Rosneft is pictured on its headquarters in Moscow. - The German subsidiary of Russian energy giant Rosneft has been hit by a cyberattack, the Federal Office for Information Security (BSI) said on March 14, 2022, with hacker group Anonymous claiming responsibility. (Photo by Kirill KUDRYAVTSEV / AFP)