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Quintet gibt Geschäft in der Schweiz auf
Wirtschaft 2 Min. 13.10.2021
Privatbanken

Quintet gibt Geschäft in der Schweiz auf

Die Ambitionen in der Schweiz gibt die ehemalige KBL auf.
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Quintet gibt Geschäft in der Schweiz auf

Die Ambitionen in der Schweiz gibt die ehemalige KBL auf.
Foto: Quintet
Wirtschaft 2 Min. 13.10.2021
Privatbanken

Quintet gibt Geschäft in der Schweiz auf

Marco MENG
Marco MENG
Die ehemalige KBL hatte 2021 die Lizenz in der Eidgenossenschaft erworben – es dauere zu lange, bis das Geschäft profitabel sei, heißt es nun.

Die Quintet Private Bank mit Hauptsitz in Luxemburg will ihre Schweizer Geschäftseinheit aufgeben. Das bestätigte das Unternehmen am Mittwoch auf Nachfrage. Zurzeit führe man Gespräche über einen damit zusammenhängenden Personalabbau bei Quintet Switzerland. „Nach dem Abschluss dieser Gespräche und vorbehaltlich der Genehmigung durch die Aufsichtsbehörde werden weitere Entscheidungen darüber getroffen, wann und wie der Ausstieg erfolgen soll“, so Quintet. 

Demnach ist noch offen, ob die Niederlassung verkauft wird oder der Schweizer Standort abgewickelt wird. Quintet Switzerland beschäftigt derzeit 87 Mitarbeiter und verwaltet Kundenvermögen in Höhe über 1,85 Milliarden Euro – zwei Prozent des gesamten verwalteten Kundenvermögens der Gruppe.

Erst letztes Jahr eröffnet

Die Schweizer Einheit war erst 2019 eröffnet worden: gestartet mit 40 Angestellten hatte man die Mitarbeiterzahl im Laufe des letzten Jahres dann verdoppelt, unter anderem wurde die „Bank am Bellevue“ von der Bellevue Group mit der Belegschaft von 20 Personen und verwaltetem Vermögen in Höhe von 1,6 Milliarden Schweizer Franken übernommen. Damit hatte sie auch die Banklizenz erworben, konnte aber in der Pandemie nicht die nötigen Private Banker finden, die für den Standort gebraucht wurden.

Der Entscheidung vorausgegangen, die Schweiz aufzugeben, statt das Geschäft zu starten, war auch, dass die Monate davor zahlreiche Führungskräfte die Schweizer Privatbank verlassen hatten. Dort, wie insgesamt, machte Quintet letztes Jahr Verluste. Im Geschäftsjahr 2020 wies Quintet einen Fehlbetrag von 20,3 Millionen Euro aus verglichen mit einem Nettoverlust von 43,7 Millionen Euro im Vorjahr.


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Group CEO Jakob Stott erklärt, „mit Blick auf die Welt nach der Pandemie haben wir unsere Prioritäten überprüft und unsere Wachstumsstrategie angepasst.“ Stott zufolge hat sich die globale Pandemie unmittelbar nachteilig auf das sich noch im Aufbau befindende Geschäft in der Schweiz ausgewirkt. Das angestrebte rasche Wachstum dort sei deswegen nicht möglich. Nun erklärt sie, dass es zu lange dauern würde „und wir müssten sehr große personelle Ressourcen, aber auch Kapital und Energie investieren, bis wir in der Schweiz die Gewinnzone erreichen würden“, so Stott.

Bank will sich auf EU und Großbritannien konzentrieren

Die Ankündigung, das Geschäft in der Eidgenossenschaft aufzugeben, habe „keine Auswirkungen auf die Aktivitäten, die Kunden und die Mitarbeitenden von Quintet in der EU und in Großbritannien, wo das Unternehmen beschleunigt in ein nachhaltiges und langfristiges Wachstum investieren wird“, versichert die Bank, die darauf verweist, dass sie in der EU und in Großbritannien in den letzten zwei Jahren „ein erhebliches Wachstum erzielt“ habe.

Seit Bekanntgabe der neuen Unternehmensstrategie im Herbst 2019 erzielte Quintet eine jährliche Ertragssteigerung von acht Prozent.

Insgesamt beschäftigt Quintet Private Bank über 2.000 Mitarbeiter, davon knapp 700 in Luxemburg, und verwaltet Kundenvermögen in Höhe von 85 Milliarden Euro. 

Die als Kredietbank Luxembourg und später als KBL European Private Bankers (KBL epb) firmierende Gruppe war 2011 von der Holdinggesellschaft der katarischen Herrscherfamilie Al Thani, Precision Capital, übernommen und 2020 in Quintet umbenannt worden.

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