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PSA und Fiat Chrysler beschließen Mega-Fusion
Wirtschaft 3 Min. 18.12.2019 Aus unserem online-Archiv

PSA und Fiat Chrysler beschließen Mega-Fusion

Zum neuen Konzern gehören mehr als 16 Automarken, darunter Peugeot und Fiat.

PSA und Fiat Chrysler beschließen Mega-Fusion

Zum neuen Konzern gehören mehr als 16 Automarken, darunter Peugeot und Fiat.
Foto: AFP
Wirtschaft 3 Min. 18.12.2019 Aus unserem online-Archiv

PSA und Fiat Chrysler beschließen Mega-Fusion

Ein neuer Auto-Riese mit europäischen Wurzeln will Schwung in die schwächelnde Branche bringen. Ein Partner kämpft jedoch mit hausgemachten Problemen.

(dpa) - Nach wochenlangen Verhandlungen haben die Opel-Mutter PSA und Fiat Chrysler ihre Mega-Fusion beschlossen. Sie unterschrieben dazu eine entsprechende Vereinbarung, wie die Konzerne am Mittwoch mitteilten. Sie wollen den viertgrößten Autohersteller der Welt schmieden und ein „Hauptakteur“ der Branche werden.

Die Unternehmen hatten sich bereits Ende Oktober auf offizielle Fusionsgespräche verständigt und damit Wirbel in der Branche ausgelöst. Der Zusammenschluss muss noch von Wettbewerbsbehörden genehmigt werden. Auch die Aktionäre müssen noch zustimmen. Die Fusion soll laut Mitteilung in den nächsten 12 bis 15 Monaten umgesetzt werden.

E-Mobilität noch ein Fremdwort

Die Branche steht unter einem enormen Druck und der Schulterschluss der Hersteller ist deshalb kein Zufall. Autobauer müssen Milliarden in autonome Autos und Elektromobilität investieren. Fiat Chrysler hat zudem besondere Probleme. Denn der Hersteller hatte unter der Führung des verstorbenen Sergio Marchionne auf große Investitionen in Elektroantriebe verzichtet. Derzeit ist der Konzern vor allem mit den großen Spritschluckern der Marken Jeep und Ram in den USA erfolgreich.

Pick-ups statt Stromer: Der Dodge Ram von Chrysler ist in den USA ein Verkaufsrenner.
Pick-ups statt Stromer: Der Dodge Ram von Chrysler ist in den USA ein Verkaufsrenner.
Foto: Ingo Wagner/dpa

PSA-Konzernchef Carlos Tavares, der als knallharter Sanierer gilt, betonte, die Fusion sei „eine hervorragende Gelegenheit, eine stärkere Position in der Automobilindustrie“ einzunehmen. Es gehe darum, den Übergang zu einer „sauberen, sicheren und nachhaltigen Mobilität“ zu meistern. Der neue Verbund sieht sich in der Lage, in neue Techniken zu investieren.

400.000 Menschen unter einem Dach

Der neue Konzern setzt zusammen rund 8,7 Millionen Fahrzeuge pro Jahr ab. Nur noch Volkswagen, Toyota und der französisch-japanische Renault-Nissan-Verbund sind größer als der neue Auto-Gigant. Der geplante Verbund kommt auf einen Jahresumsatz von knapp 170 Milliarden Euro und einen jährlichen Betriebsgewinn von mehr als 11 Milliarden Euro - ohne die Marken der Zulieferer Magneti Marelli und Faurecia. Beschäftigt werden nach früheren Angaben des französischen Wirtschafts- und Finanzministeriums rund 400.000 Menschen.


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PSA führt neben Opel die Marken Peugeot, DS und Citroën. Fiat Chrysler hat die Marken Alfa Romeo, Chrysler, Dodge, Jeep, Lancia oder Maserati im Angebot.

Portugiese Tavares wird Vorstandschef

Im neuen Unternehmen wird ein Zusammenschluss „unter Gleichen“ mit einem ausgewogen besetzten Vorstand angestrebt. PSA-Chef Carlos Tavares (61) wird Vorstandsvorsitzender. Der Portugiese trimmt seit rund zwei Jahren die frühere General-Motors-Tochter Opel auf Gewinne und Effizienz.

Der FCA-Verwaltungsratsvorsitzende John Elkann (43) übernimmt diese Rolle auch in dem neuen Unternehmen. Er ist der Enkel das legendären Fiat-Bosses Giovanni „Gianni“ Agnelli (1921-2003) und Ururenkel des Fiat-Gründers Giovanni Agnelli senior (1866-1945). Das italienische Traditionsunternehmen war 2014 in Fiat Chrysler Automobiles aufgegangen.

Peugeot hat Amerika im Visier

FCA-Chef Mike Manley erinnerte daran, dass sowohl sein Unternehmen als auch PSA schwierige Zeiten durchgemacht hätten und nun zu „agilen Konzernen“ aufgestiegen seien. Mit der Fusion sollen Spareffekte von 3,7 Milliarden Euro erzielt werden, ohne eine Fabrik zu schließen. Die Effizienzgewinne, die sich etwa aus Einsparungen beim gemeinsamen Einkauf ergäben, lassen sich nach vier Jahren zu 80 Prozent heben, hatte es geheißen.


Lokales, Politik, Wirtschaft, E-Auto, elektro Auto, Wagen, Auto, aufladen, Auflad-Station, Foto: Anouk Antony/Luxemburger Wort
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Es ist vor allem das gut ausgebaute Vertriebsnetz in Nordamerika, das FCA in den gemeinsamen neuen Konzern mit einbringen kann. Es dürfte den Markteinstieg von Peugeot in Amerika erheblich erleichtern. PSA ist dafür in Europa stärker. Auch bei der Entwicklung von Hybrid- und Batterie-Fahrzeugen sind die Franzosen weiter als die Italoamerikaner.

Der Aufsichtrat von PSA hatte bereits am Dienstag grünes Licht für die Fusion gegeben, wie Kreise der Deutschen Presse-Agentur bestätigten. Der französische Staat, der Anteilseigner bei PSA ist, signalisiert seit einiger Zeit, dass er die Schaffung einen neuen Schwergewichts in der Branche unterstützt.


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