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Prominente Tote des Jahres 2020 in der Wirtschaft
Wirtschaft 3 Min. 28.12.2020 Aus unserem online-Archiv

Prominente Tote des Jahres 2020 in der Wirtschaft

Der damalige Vorstandsvorsitzende der Gerry Weber International AG, Gerhard Weber, aufgenommen am Rande einer Bilanz-Pressekonferenz.

Prominente Tote des Jahres 2020 in der Wirtschaft

Der damalige Vorstandsvorsitzende der Gerry Weber International AG, Gerhard Weber, aufgenommen am Rande einer Bilanz-Pressekonferenz.
Foto: dpa
Wirtschaft 3 Min. 28.12.2020 Aus unserem online-Archiv

Prominente Tote des Jahres 2020 in der Wirtschaft

Diese neun Prominenten aus der Wirtschaft sind im Jahr 2020 verstorben.

(dpa) - Bernard Ebbers: Sein Name ist mit einem der größten Bilanzfälschungsskandale der US-Geschichte verbunden. Ebbers führte den zweitgrößten US-Telekomkonzern WorldCom, der unter der Last des Betrugs zusammenbrach. Er war 2005 wegen Betrugs und Bilanzfälschung zu einer 25-jährigen Haftstrafe verurteilt worden, wurde jedoch im Dezember 2019 aus gesundheitlichen Gründen vorzeitig entlassen. Ebbers hatte beteuert, von den Betrügereien nichts gewusst zu haben. Er starb am 2. Februar im Alter von 78 Jahren.

Larry Tesler: Mit der Copy-and-Paste-Zwischenablage erfand er eine der bis heute wichtigsten Methoden zur Bedienung von Computern. Tesler schrieb den dazugehörigen Software-Code in den Siebzigerjahren im Innovationslabor Xerox Parc im kalifornischen Palo Alto. Erstmals in die Hände von Verbrauchern kam die Funktion erst einige Jahre später in Apple-Computern. Nach Xerox arbeitete Tesler unter anderem bei Apple, Amazon und Yahoo. Er starb am 16. Februar im Alter von 74 Jahren.

Sumner Redstone: Aus der Autokino-Kette seiner Familie schmiedete er einen den weltgrößten Medienkonzerne. Bis zu seinem Tod kontrollierte Redstone die Mehrheit an ViacomCBS mit dem Filmstudio Paramount, Sendern wie MTV und CBS und dem Buchverlag Simon & Schuster. „Rivale von Sumner Redstone zu sein ist ein schlimmeres Schicksal als der Tod. Er gibt nie nach“, sagte ein Top-Manager eines konkurrierenden Studios in den 90er Jahren. Mit 55 überlebte er einen Hotelbrand mit schweren Verbrennungen. In den letzten Jahren bedrohte ein Rechtsstreit mit seiner 42 Jahre jüngeren Ex-Freundin das Erbe des Medienmoguls. Redstone starb am 11. August im Alter von 97 Jahren.

Sumner Redstone, milliardenschwerer und von Geschäftspartnern gefürchteter US-amerikanischer Medienmogul, wird mit einem Stern auf dem Hollywood Walk of Fame geehrt.
Sumner Redstone, milliardenschwerer und von Geschäftspartnern gefürchteter US-amerikanischer Medienmogul, wird mit einem Stern auf dem Hollywood Walk of Fame geehrt.
Foto: dpa

Gerhard Weber: Er lieh dem Modehersteller Gerry Weber bei der Gründung 1973 seinen Namen. Bekannt wurde Weber auch durch das nach dem Unternehmen benannte Tennisturnier in Halle/Westfalen. Das operative Geschäft bei der Modefirma übergab er bereits 2014 an Sohn Ralf, blieb aber im Aufsichtsrat. 2019 verlor der Firmengründer nach der Insolvenz des Unternehmens jedoch jeden Einfluss. Gerhard Weber starb am 24. September im Alter von 79 Jahren.

Jack Welch: In den 80er Jahren hatte er sich durch die Entlassung zahlreicher Mitarbeiter beim Mischkonzern General Electric den Spitznamen „Neutronen-Jack“ eingehandelt - in Anlehnung an die verheerende Wirkung der Neutronen-Bombe. Zugleich gilt Welch als Manager-Legende. Er baute GE während seiner fast 20 Jahre langen Amtszeit zu einem globalen Großkonzern und einer der wertvollsten US-Aktiengesellschaften auf. „Kontrolliere Dein Schicksal oder jemand anders wird es tun“, gehörte zu seinen Manager-Weisheiten. Und: „Bürokraten müssen lächerlich gemacht und entfernt werden.“ Jack Welch starb am 1. März im Alter von 84 Jahren.  

Lee Kun Hee: Der Sohn des Samsung-Gründers machte den südkoreanischen Konzern zur weltweiten Nummer eins bei Fernsehern, Smartphones und Speicherchips. Lee Kun Hees Ruf wurde allerdings beschädigt, als er 1996 wegen Bestechung von zwei Präsidenten zu einer Bewährungsstrafe verurteilt wurde - auch wenn es mit einer Begnadigung endete. Als Konzernchef trat er 2008 nach erneuten Schmiergeldermittlungen gegen Samsung zurück. Doch hinter den Kulissen zog er weiter die Strippen. 2014 erlitt er einen Herzinfarkt, von dem er sich nicht erholte. Lee Kun Hee starb am 25. Oktober 2020 im Alter von 78 Jahren.

Lee Kun Hee, Vorsitzender des südkoreanischen Elektronikkonzerns Samsung.
Lee Kun Hee, Vorsitzender des südkoreanischen Elektronikkonzerns Samsung.
Foto: dpa

Mario Ohoven: Der Unternehmersohn wurde vor allem als Fürsprecher des deutschen Mittelstandes bekannt. Der in Neuss geborene Anlageberater war seit 1998 Präsident des Bundesverbands mittelständische Wirtschaft (BVMW). In dieser Zeit machte er den BVMW zum führenden Mittelstandsverband in Deutschland. Mario Ohoven starb am 31. Oktober im Alter von 74 Jahren bei einem Autounfall.

Mario Ohoven, Präsident des Bundesverbandes mittelständische Wirtschaft (BVMW), spricht während des Jahresempfangs des Bundesverbandes mittelständische Wirtschaft (BVMW).
Mario Ohoven, Präsident des Bundesverbandes mittelständische Wirtschaft (BVMW), spricht während des Jahresempfangs des Bundesverbandes mittelständische Wirtschaft (BVMW).
Rainer Jensen/dpa

Tony Hsieh: Es gab eine Zeit, da galt der Verkauf von Schuhen über das Internet als schlechte Idee - schließlich wollen die Leute sie anprobieren. Tony Hsieh bewies mit der 1999 gegründeten Firma Zappos, dass es sehr wohl ein gutes Geschäft sein kann. Das Erfolgsrezept waren kostenloser Versand und Rücksendung. Das Zappos-Modell diente unter anderem als Inspiration für Zalando. Nach der Finanzkrise 2008 nahm Hsieh ein Übernahmeangebot von Amazon an, führte Zappos aber bis vergangenen August weiter. Nebenbei versuchte er, die Innenstadt von Las Vegas wirtschaftlich voranzubringen. Tony Hsieh starb am 27. November im Alter von 46 Jahren an Verletzungen aus einem Hausbrand.

Paul Sarbanes: Sein Name wurde Gesetz - und zwar eines, das die Transparenz in der US-Wirtschaft auf ein neues Niveau brachte. Der Sarbanes-Oxley Act von 2002 schreibt unter anderem vor, dass Manager mit Strafverfolgung für die wissentliche Veröffentlichung falscher Zahlen rechnen müssen. Der demokratische Senator Sarbanes arbeitete das Gesetz zusammen mit seinem Kollegen Michael Oxley von den Republikanern unter dem Eindruck des Zusammenbruchs der Energiefirma Enron nach einem Bilanzskandal aus. Paul Sarbanes starb am 6. Dezember im Alter von 87 Jahren.

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