Wählen Sie Ihre Nachrichten​

Produktpiraterie hat durch Corona zugenommen
Wirtschaft 08.06.2021

Produktpiraterie hat durch Corona zugenommen

Bei Bestellungen im Internet ist immer Vorsicht geboten. Die Menge gefälschter Waren nimmt zu.

Produktpiraterie hat durch Corona zugenommen

Bei Bestellungen im Internet ist immer Vorsicht geboten. Die Menge gefälschter Waren nimmt zu.
Foto: DPA
Wirtschaft 08.06.2021

Produktpiraterie hat durch Corona zugenommen

Was wie ein tolles Schnäppchen im Internet aussieht, könnte sich als billige Produktfälschung entpuppen.

(dpa) - Das Problem der Produktpiraterie hat sich während der Corona-Pandemie und der einhergehenden Zunahme des Online-Handels weiter verschärft. Fälscher hätten vor allem die Unsicherheit von Menschen angesichts neuer Behandlungen und Impfstoffe ausgenutzt, geht aus einer Mitteilung des EU-Amtes für geistiges Eigentum (EUIPO) hervor, die am Dienstag im spanischen Alicante veröffentlicht wurde. Beobachtet worden sei vor allem die Verbreitung gefälschter Arzneimittel wie Antibiotika und Schmerzmittel sowie zuletzt anderer medizinischer Produkte wie persönliche Schutzausrüstung und Gesichtsmasken.

Bei 6,8 Prozent der EU-Einfuhren im Wert von 121 Milliarden Euro handele es sich um Fälschungen. Herstellern und den Staaten entgingen Milliarden an Einnahmen und Abgaben, auch Arbeitsplätze gingen verloren. Insgesamt habe das Risiko zugenommen, dass Verbraucher im Internet gefälschte Produkte kauften. So hätten sich neun Prozent der EU-Bürger schon einmal trotz der Risiken für Gesundheit und Sicherheit durch Täuschung dazu verleiten lassen, ein gefälschtes Produkt zu kaufen. Weltweit würden gefälschte Medikamente im Wert von vier Milliarden Euro gehandelt. Viele Verbraucher seien verunsichert. 33 Prozent der Europäer hätten Zweifel gehabt, ob es sich bei einem Produkt um ein Original handelte.


In Luxemburg wurden 88 Personen überprüft.
19 Luxemburger Nachtclubs im Visier
Es war der größte bisherige europaweit koordinierte Schlag gegen organisierte Kriminalität. Die „Operation Archimedes“ führte binnen einer Woche zu 1027 Verhaftungen in 34 Ländern. In Luxemburg wurden 19 Nachtclubs kontrolliert.

Gefälscht wird den Angaben zufolge so gut wie alles. Von Kosmetika und Spielzeug, Wein und Getränken über Elektronik und Bekleidung bis hin zu Pestiziden und Dünger. Diese Fälschungen könnten für die Verbraucher schwerwiegende Gesundheits- und Sicherheitsrisiken darstellen, insbesondere wegen gefährlicher Chemikalien, schrieb EUIPO.

Auch die Produktpiraterie bei digitalen Erzeugnissen sei zunehmend betroffen. Bei IPTV - Fernsehinhalten, die über eine Internetverbindung verbreitet werden - erlangten Kriminelle in der EU pro Jahr Einnahmen in Höhe von fast einer Milliarde Euro. Zudem gebe es immer mehr Belege für Verbindungen zwischen Produktpiraterie mit anderen Straftaten wie Drogen- und Menschenhandel, Cyberkriminalität oder Betrug. Deshalb sei es dringend erforderlich, entschlossen und koordiniert gegen diese Art der Kriminalität vorzugehen, betonte EUIPO-Exekutivdirektor Christian Archambeau.


Lesen Sie mehr zu diesem Thema

Produkt- und Markenpiraterie in der EU
Die negativen wirtschaftlichen Folgen von gefälschten oder nachgeahmten Waren machen sich bemerkbar. Alleine in Europa werden jährlich Verluste von insgesamt 83 Millarden Euro und 790 000 Arbeitsplätzen verzeichnet.
Fakeware aus Asien ist nicht nur gesundheitlich bedenklich, sondern verursacht auch regelmäßig Schäden in Millionenhöhe.
Kampf gegen organisierte Kriminalität
Es war der größte bisherige europaweit koordinierte Schlag gegen organisierte Kriminalität. Die „Operation Archimedes“ führte binnen einer Woche zu 1027 Verhaftungen in 34 Ländern. In Luxemburg wurden 19 Nachtclubs kontrolliert.
In Luxemburg wurden 88 Personen überprüft.