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Private Banking: Verwaltetes Vermögen mehr als verdoppelt
Wirtschaft 2 Min. 02.11.2020 Aus unserem online-Archiv

Private Banking: Verwaltetes Vermögen mehr als verdoppelt

Luxemburg zieht immer Menschen an, die zu den High Net Worth Individuals (HNWI) und den Ultra High Net Worth Individuals (UHNWI) zählen.

Private Banking: Verwaltetes Vermögen mehr als verdoppelt

Luxemburg zieht immer Menschen an, die zu den High Net Worth Individuals (HNWI) und den Ultra High Net Worth Individuals (UHNWI) zählen.
Foto: Shutterstock
Wirtschaft 2 Min. 02.11.2020 Aus unserem online-Archiv

Private Banking: Verwaltetes Vermögen mehr als verdoppelt

Nadia DI PILLO
Nadia DI PILLO
Laut der neuesten Veröffentlichung der Bankenvereinigung ABBL hat sich das Anlagevermögen, das in Luxemburg verwaltet wird, innerhalb von elf Jahren mehr als verdoppelt und erreicht im Jahr 2019 Milliarden Euro.

Die goldenen Zeiten im Private Banking sind vorbei. Dennoch glänzt die Luxemburger Branche weiterhin mit guten Zahlen. Laut einer Studie der Bankenvereinigung ABBL hat sich das Anlagevermögen, das in Luxemburg verwaltet wird, innerhalb von elf Jahren mehr als verdoppelt und erreichte im Jahr 2019 466 Milliarden Euro – im Vorjahr waren es 395 Milliarden Euro. „Auch wenn der Markteffekt vieles erklärt, so ist die Entwicklung dennoch beachtlich und übertrifft die Prognosen der letzten Umfrage, die das Gesamtvermögen im Private Banking für 2019 auf 450 Milliarden schätzte“, so der Verband in einer am Montag veröffentlichten Pressemitteilung.

Luxemburg zieht immer mehr Menschen an, die zu den sogenannten „High Net Worth Individuals“ (HNWI) und den „Ultra High Net Worth Individuals“ (UHNWI) zählen. Vor allem ist der Anteil der Kunden, die über ein investierbares Vermögen von mehr als 20 Millionen Euro verfügen, stark gestiegen. Im Jahr 2019 waren 58 Prozent des in Luxemburg verwalteten Gesamtvermögens auf solche besonders wohlhabende Kunden zurückzuführen. 


Erfolgreiche Vermögensverwaltung aus Luxemburg
Laut der neuesten Veröffentlichung der Bankenvereinigung ABBL kommen immer mehr schwer reiche Privatkunden, um ihr Vermögen in Luxemburg verwalten und vermehren zu lassen. Von den etwas weniger reichen Kunden gibt es dagegen weniger.

Umgekehrt nimmt der Anteil der Kunden mit weniger als einer Million Euro weiter ab: Das Anlagevermögen dieses Kundensegments belief sich 2015 auf 13 Prozent des Gesamtvermögens, im Jahr 2019 auf nur noch acht Prozent. „Diese Veränderung stellt neue Anforderungen an den Privatbankensektor, der speziell für dieses Segment mehr anspruchsvolle Produkte und Dienstleistungen entwickeln musste, um effizient zu bleiben“, meint die ABBL.

Die Studie zeigt, dass 85 Prozent der Anlagevermögen von europäischen Kunden stammen, 21 Prozent wohnen in Luxemburg und 17 Prozent in den Nachbarländern Frankreich, Belgien und Deutschland. Diese Zahlen sind im Vergleich zu 2018 stabil. 

Die Zahl der Beschäftigten verzeichnet einen leichten Rückgang von 6,8 Prozent. Die Branche zählt 6.224 Vollzeitbeschäftigte im Jahr 2019 gegenüber 6.676 im Jahr 2018. Die Zahl der Privatbanken geht von 57 auf 54 im Jahr 2019 zurück. 

Vielfältige Chancen

Mit Blick auf die Zukunft „gibt es für die Privatbanken große Möglichkeiten“, meint die ABBL. Angefangen mit dem Brexit, der die Attraktivität des Luxemburger Finanzplatzes bestätigt. Viele Finanzinstitute haben Luxemburg etwa als Ankerpunkt gewählt, um sich in Europa niederzulassen und oder um ihre Kunden innerhalb des europäischen Marktes zu bedienen. In den vergangenen Jahren haben internationale Privatbanken ihre Präsenz auf dem europäischen Markt von Luxemburg aus verwaltet, sei es durch die Verwendung des sogenannten EU-Passes oder durch die Schaffung von Zweigstellen. 


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Das Private Banking steht aber auch vor einer harten Probe. Die Covid-19-Pandemie stellt für viele Privatbanken eine große Herausforderung dar – viele Institute sind dennoch in der Lage, sich anzupassen und die notwendigen Maßnahmen zu ergreifen, um ihre Rentabilität zu erhalten. Dies ist vor allem durch die Beschleunigung der Digitalisierung möglich.

Die zweite Herausforderung für Privatbanken betrifft laut ABBL die Rentabilität. Der Druck steigt von allen Seiten. Kaum eine Branche ist so stark mit neuen Regulierungen konfrontiert wie die Finanzbranche. Dazu kommen das negative Zinsumfeld und die Notwendigkeit, in Betriebssysteme und in neuen Produkte und Dienstleistungen zu investieren, was sich sich auf die Kosten und die Rentabilität der Banken auswirkt, so die ABBL in ihrem Bericht. 


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