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Prioritäre Projekte: Wie es mit dem Rifkin-Bericht weitergeht
Wirtschaft 1 09.11.2017

Prioritäre Projekte: Wie es mit dem Rifkin-Bericht weitergeht

Laurent SCHMIT
Im Grand Théâtre stellt die Regierung am Donnerstag die Projekte aus dem Rifkin-Bericht vor, die sie umsetzen will. Nach über einem Jahr an Diskussionen mit zahlreichen Experten wird es nun konkret. Ein Überblick.

(las) - Am Donnerstag stellt die Regierung jene Maßnahmen vor, die sie im Rahmen des Rifkin-Prozesses umsetzen will. Im November 2016 stellte der US-Zukunftsforscher Jeremy Rifkin seinen 475-Seiten-Bericht zur dritten industriellen Revolution in Luxemburg vor. Das Ziel: Die Wirtschaft hierzulande soll nachhaltiger werden, indem auf digitale Technik zurückgegriffen wird.

In einem nicht-öffentlichen Bericht legte die Regierung Ende Oktober mehrere Projekte vor, die sie im Rahmen des Rifkin-Prozesses umsetzen möchte. Dazu zählt das bereits geplante Projekt "Wunne mat der Wooltz". In Wiltz soll ein Modellviertel entstehen, das kaum Energie verbraucht und die Prinzipien der Kreislaufwirtschaft umsetzt.

Ein zweites Projekt ist der Hochleistungsrechner HPC, der ebenfalls bereits geplant war. Dazu soll nun eine Infrastruktur kommen, die große Datenmengen verarbeitet und etwa von Industrie oder Verkehrsdienstleistern genutzt werden kann.

Vor Beginn der Konferenz protestierte der "Mouvement écologique" mit dem Slogan "Qualitatives Wachstum ist eine Seifenblase". Die Umweltorganisation kritisiert das Konzept, das Thema eines Rundtischgesprächs während des Vormittags sein wird. Die Regierung berücksichtige nicht die Wachstumskritik in den Ideen von Jeremy Rifkin.

Die Rifkin-Studie, kurz und knapp:

Der Rifkin-Bericht wurde in den vergangenen Monaten in neun thematischen Arbeitsgruppen diskutiert. Laut Regierung waren daran Hunderte Experten beteiligt.

Die Arbeiten des "Comité de suivi" sollen nach der heutigen Konferenz fortgeführt werden. Am 16. November findet eine Orientierungsdebatte in der Chamber statt, auf die sich die Abgeordneten in den vergangenen Monaten intensiv vorbereitet haben.


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