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Prinzessin Stéphanie: nur eine Mitarbeiterin!
Wirtschaft 2 Min. 20.02.2016 Aus unserem online-Archiv
Kepha-Affäre

Prinzessin Stéphanie: nur eine Mitarbeiterin!

Im Zusammenhang mit einem millionenschweren Betrug wird auch der Name der Erbgroßherzogin Stéphanie erwähnt.
Kepha-Affäre

Prinzessin Stéphanie: nur eine Mitarbeiterin!

Im Zusammenhang mit einem millionenschweren Betrug wird auch der Name der Erbgroßherzogin Stéphanie erwähnt.
Foto: Cour grand-ducal/ Christian Aschman
Wirtschaft 2 Min. 20.02.2016 Aus unserem online-Archiv
Kepha-Affäre

Prinzessin Stéphanie: nur eine Mitarbeiterin!

Die berufliche Vergangenheit von Erbgroßherzogin Stéphanie sorgt für Wirbel in der Presse. Der großherzogliche Hof wehrt sich gegen die Vorwürfe einer der Hauptverdächtigen.

(ml) - In ihrer neuesten Ausgabe befasst sich die Wochenzeitung "Lëtzebuerger Land" mit der beruflichen Vergangenheit von Erbgroßherzogin Stéphanie. Die damalige Gräfin arbeitete für eine Investmentgesellschaft, die für Betrug in Millionenhöhe verantwortlich gemacht wird. Vergangene Woche sorgte die sogenannte "Kepha-Affäre" für neue Schlagzeilen, nachdem die italienische Finanzwache Bozen im Rahmen einer großangelegten Ermittlung Monsignore Patrizio Benvenuti verhaftet hatte.

Der hohe Geistliche, der inzwischen im Hausarrest sitzt, steht unter dem Verdacht zusammen mit acht weiteren Komplizen die Fäden einer kriminellen Vereinigung gezogen zu haben, die für Betrug und Geldwäsche verantwortlich gemacht wird. Die Ermittler konzentrieren sich auf eine Stiftung, die den Namen Kepha trägt. Im Visier der Recherchen steht auch Kepha Invest. Auf der Gehaltsliste der in Ixelles (Belgien) angesiedelten Gesellschaft stand damals u.a. auch die heutige Erbgroßherzogin Stéphanie.

Anleger wurden um 34 Millionen Euro geprellt

Nach Angaben der belgischen Tageszeitung "La Dernière Heure" soll die Firma Kepha Invest allein in Belgien 283 Investoren um insgesamt 34,6 Millionen Euro geprellt haben. Die italienische Justiz hat inzwischen auch einen Haftbefehl gegen den ehemaligen Verwalter von Kepha Invest, Baron Christian de Fierlant Dormer, erlassen. Nach ihm wird derzeit gefahndet.

Das Konzept der Gesellschaft Kepha Invest beruhte auf einem Schneeball-System, berichtet das "Lëtzebuerger Land". Alten Anlegern seien überhöhte Zinsen aus dem  Kapital neuer Investoren ausgezahlt worden. Im Jahr 2014 brach das System zusammen. Von den mehr als 34 Millionen Euro fehlt unterdessen jede Spur.

Kepha Invest habe es vor allem auf katholische Privatanleger abgesehen gehabt, heißt es weiter. Um ihr Vertrauen zu gewinnen, habe die dubiose Gesellschaft auch auf den belgischen Adel zurückgegriffen. Der verhaftete Stiftungsgründer Benvenuti sagte den italienischen Behörden beim Verhör, er habe schweigen müssen, um einige Persönlichkeiten zu schützen.

"Nicht in die Affäre verstrickt"

In dem Zusammenhang taucht der Name der damaligen Gräfin Stéphanie de Lannoy auf. Laut der italienischen Zeitung "La Repubblica" soll Benvenuti behauptet haben, die Gräfin sei wegen ihrer guten Kontakte zur belgischen High-Society im Jahr 2010 von Kepha Invest eingestellt worden. Nach Informationen der Zeitung "La Dernière Heure" rührte die heutige Erbgroßherzogin in den Jahren 2010 und 2011 bei Veranstaltungen im Brüsseler Palais Egmont die Werbetrommel für Kepha Invest.

Patrizio Maria Romano Benvenuti, einer der Hauptverdächtigen in dieser Affäre, schoss beim Verhör mit schwerem Geschütz auf alle Beteiligten von Kepha Invest. Seiner Ansicht nach sei auch Erbgroßherzogin Stéphanie über die Unregelmäßigkeiten informiert gewesen. Dafür gebe es zwar keine Beweise, doch hätte sie stutzig werden müssen.

In der offiziellen Biografie der Erbgroßherzogin wird lediglich erwähnt, dass sie nach ihrem Studium u.a. für eine Investmentgesellschaft gearbeitet habe. Auch wenn der Name nicht genannt wird, so handelte es sich dabei um Kepha Invest.

In einer offiziellen Meldung bestätigt  der großherzogliche Hof am Samstag, dass Prinzessin Stéphanie bei Kepha Invest nur als einfache Mitarbeiterin tätig gewesen sei. Während ihrer gesamten Arbeitszeit in dieser Firma habe sie nichts über illegale Machenschaften mitbekommen.



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