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Post übernimmt Join vollständig
Join startete 2014 als Joint-Venture zwischen Post Capital und Join Wireless. Im Bild Post-Generaldirektor Claude Strasser mit den damaligen Partnern Pascal Koster, Frank Fischer rund Claude Lüscher.

Post übernimmt Join vollständig

Archivfoto: Guy Jallay
Join startete 2014 als Joint-Venture zwischen Post Capital und Join Wireless. Im Bild Post-Generaldirektor Claude Strasser mit den damaligen Partnern Pascal Koster, Frank Fischer rund Claude Lüscher.
Wirtschaft 3 Min. 18.05.2018

Post übernimmt Join vollständig

Andreas ADAM
Andreas ADAM
Bei der Präsentation der Post-Geschäftsdaten 2017 rückte eine vermeintliche Nebensache in den Mittelpunkt des Interesses - die Beteiligung der Tochter Post Capital am Mobilfunkbetreiber Join.

Die Umsätze der Post-Gruppe legten im vergangenen Jahr um sechs Prozent zu, von 728,1 auf 769,6 Millionen Euro. Zurückzuführen war dies laut Generaldirektor Claude Strasser auf die neue Tochtergesellschaft Elgon/Ainos sowie auf die positive Umsatzentwicklung in den drei Geschäftsbereichen Telekommunikation, Versanddienstleistungen und Bankgeschäft.

Dadurch sei es gelungen das operative Ergebnis zu stabilisieren, so der Generaldirektor. Das Ebitda, also das Ergebnis von Zinsen, Steuern, Abschreibungen auf Sachanlagen und Vermögensgegenstände, stieg um zwei Prozent, von 156 auf 158,8 Millionen Euro. 

Nettoergebnis beträchlich gestiegen


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Das Nettoergebnis fiel mit 36,7 Millionen Euro sogar um fast 60 Prozent höher aus als im Vorjahr. Hintergrund waren Claude Strasser zufolge mehrere außergewöhnliche Ereignisse, darunter der Verkauf der Beteiligung am französischen Satellitenbetreiber Eutelsat.

Die Post ist nach langen Jahren aus dem Joint Venture mit TNT in Luxemburg ausgestiegen, vertreibt aber immer noch deren Produkte. Hintergrund dessen war laut Claude Strasser die Übernahme von TNT durch Fedex und dass das Joint Venture nicht mehr das richtige Vehikel für eine Zusammenarbeit war. Man plane nun sich breiter aufzustellen und wolle auch mit DHL und anderen großen Logistikern weltweit kooperieren.

Außerdem, so Claude Strasser, "haben wir im Dezember 2017 die Kontrolle der Join-Gruppe übernommen, wo wir schon länger über Post Capital investiert waren." Die Post war Ende 2013 mit 50 Prozent bei Join Experience eingestiegen. Die übrigen 50 Prozent hielten damals über die Gesellschaft Join Wireless die drei Partner Pascal Koster (Tango, Voxmobile), Frank Fischer (Deloitte, Exigo, IT Works, Car Trust) und Claude Lüscher (Tecsys, Exigo).

"Wir haben im Dezember 2017 die Kontrolle der Join-Gruppe übernommen, wo wir schon länger über Post Capital investiert waren", so Generaldirektor Claude Strasser auf der Bilanzpressekonferenz der Post-Gruppe.
"Wir haben im Dezember 2017 die Kontrolle der Join-Gruppe übernommen, wo wir schon länger über Post Capital investiert waren", so Generaldirektor Claude Strasser auf der Bilanzpressekonferenz der Post-Gruppe.
Foto: Steve Eastwood

Im Geschäftsbericht 2017 der Post liegt die Beteiligung der Post an Join bei rund 68,6 Prozent - d.h. jeweils an den Gesellschaften Join Experience (Vertrieb) und Join Infrastructure (Technik). Wie ein Blick ins Handelsregister zeigt, wurden Pascal Koster, Frank Fischer und Claude Lüscher Anfang 2018 allerdings als Verwaltungsräte sowie Administrateurs délégués gestrichen und ersetzt.

Kaufoption für einen symbolischen Euro

Auf Seite 80 des Post-Geschäftsberichtes ist von einem Restrukturierungsabkommen die Rede, wonach Post Capital eine Kaufoption der restlichen Anteile an Join zugestanden wird - und zwar zum Preis von einem Euro. Auf Nachfrage, präzisierte Claude Strasser, dass man dies in den kommenden Monaten in Anspruch nehmen werde. Die Post wird also Join vollständig übernehmen. Doch was verbirgt sich hinter diesem Schritt?

Der Post-Generaldirektor erinnerte daran, dass man ursprünglich mit Join erstens im Ausland Fuß fassen und zweitens frei vom Erbe der Post einen Mobilfunkbetreiber der Zukunft aufbauen wollte. Diese Ziele seien beide erreicht worden. Der kommerzielle Erfolg sei aber ausgeblieben, was auch an der beschleunigten Entwicklung bei den Roamingpreisen gelegen habe, so Claude Strasser. 2016 habe man den Blick nach vorne richten müssen und die Beteiligung an Join von 50 auf rund 68,6 Prozent erhöht, da es einer Refinanzierung bedurft habe.

Join ist nicht insolvent

"Im Dezember 2017 sind wir uns dann mit den anderen Gründer-Aktionären einig geworden, dass es schwierig sein würde den Weg weiterhin gemeinsam zu beschreiten und dass wir Join künftig als Tochtergesellschaft der Post weiterführen." Wenn man über mehrere Jahre nicht finanziell unabhängig bestehen könne, sei ein solcher Schritt erforderlich, so Claude Strasser.

Gleichwohl betonte er:  "Join ist nicht insolvent, denn wenn die Post als Aktionär beteiligt ist, ist eine Insolvenz nicht auf dem Tisch, war auch zu keinem Zeitpunkt auf dem Tisch. Da es aber Finanzierungsbedarf gab und man nicht x Möglichkeiten hatte, haben wir eben unsere Beteiligung erhöht." Die Join-Gruppe gehört zum Konsolidierungskreis der Post-Gruppe, d.h. zu den in den Konzernabschluß einzubeziehenden Unternehmungen.