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Post Luxemburg streicht Propagandasender RT aus dem Angebot
Wirtschaft 28.02.2022 Aus unserem online-Archiv
Ukraine Krieg

Post Luxemburg streicht Propagandasender RT aus dem Angebot

Bei Medienbeobachtern im Westen gilt RT als Sprachrohr des Kreml im Ausland.
Ukraine Krieg

Post Luxemburg streicht Propagandasender RT aus dem Angebot

Bei Medienbeobachtern im Westen gilt RT als Sprachrohr des Kreml im Ausland.
Foto: Sergei Bobylev/ TASS via Getty Images
Wirtschaft 28.02.2022 Aus unserem online-Archiv
Ukraine Krieg

Post Luxemburg streicht Propagandasender RT aus dem Angebot

Thomas KLEIN
Thomas KLEIN
Der TV-Sender „RT – Russia Today“ wurde aus dem PostTV-Angebot entfernt. Satellitenbetreiber SES wartet noch ab.

Der TV-Sender „RT – Russia Today“ wurde aus dem PostTV-Angebot entfernt. Das meldet Post Luxemburg in einer Pressemitteilung am Montag. 

Die Entscheidung kommt, nachdem die Europäische Kommission angekündigt hat, die Ausstrahlung der russischen Fernsehsender RT und Sputnik innerhalb der Europäischen Union verbieten zu wollen. Nach Rücksprache mit den zuständigen nationalen Behörden hat Post Luxembourg den RT-Kanal am Montag von seinem „PostTV“ Fernsehangebot entfernt.


MOSCOW, RUSSIA - DECEMBER 19, 2019: A live broadcast of an annual news conference by Russian President Vladimir Putin at a production studio of the RT (Russian Today) television network. Sergei Bobylev/TASS (Photo by Sergei Bobylev\TASS via Getty Images)
Luxemburg verweigert RT den Eintritt durch die Hintertür
Der Sender RT gilt als Propagandamaschine des Kreml. Luxemburgs Abfuhr bremst nun die Pläne des Senders aus.

RT gilt als verlängerter Arm der Propagandamaschine des Kreml. Gegründet 2005, war die Zielsetzung des Senders zunächst, mit Berichten über die Kultur Russlands in der Welt ein positives Bild des Landes zu verbreiten. Das Programm war von Anfang an vor allem an ein ausländisches Publikum gerichtet.

RT nutzt das Astra-Netzwerk von SES

Die wichtigsten Wendepunkte in der inhaltlichen Politik des Senders waren der russische Konflikt mit Georgien 2008 und der Ausbruch des Krieges in der Ukraine 2014. Danach sei es dem Sender vor allem darum gegangen, Zweifel an der Politik, dem Establishment und der Medienberichterstattung im Westen zu säen. Dabei verfälsche der Sender bewusst Sachverhalte und fahre regelrechte Desinformationskampagnen, so britische Medienexperten in einer Studie.

Mit eigenen Sendern in den USA, Großbritannien und Frankreich sowie für ein arabisch- und spanischsprachiges Publikum ist RT nach eigenen Angaben inzwischen in über 100 Ländern empfangbar und wird von mehr als 664 Millionen Menschen gesehen. 

Bisher werden die englisch-, französisch- und spanischsprachigen Dienste des Senders über das Astra-Netzwerk des Satellitenbetreibers SES aus Betzdorf übertragen. Auf die Anfrage des „Luxemburger Wort“, ob SES aufgrund der Ereignisse der letzten Tage die Sender ebenfalls aus dem Programm nehmen werde, schreibt das Unternehmen: „Uns sind Diskussionen in der EU über Sanktionen im Zusammenhang mit bestimmten russischen Kanälen und Einrichtungen bekannt. SES ist ein in Luxemburg ansässiges Unternehmen und wird sich umgehend an alle Sanktionen der Europäischen Union halten“, so die Stellungnahme. „Alle von SES ausgestrahlten Kanäle verfügen derzeit über gültige Sendelizenzen, dies könnte sich jedoch ändern, sobald neue EU-Vorschriften verabschiedet werden. Wir warten auf eine klare Position der EU und SES wird sicherlich alle geltenden EU-Vorschriften einhalten.“ 


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