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Post führt monatliche Kontogebühr ein
Wirtschaft 2 Min. 05.10.2021 Aus unserem online-Archiv
Bankdienstleistungen in Luxemburg

Post führt monatliche Kontogebühr ein

Das Onlinebanking von Post Finance wird weitgehend gebührenfrei - Postchef Claude Strasser stellt neue Tarifstruktur vor.
Bankdienstleistungen in Luxemburg

Post führt monatliche Kontogebühr ein

Das Onlinebanking von Post Finance wird weitgehend gebührenfrei - Postchef Claude Strasser stellt neue Tarifstruktur vor.
Foto: Guy Jallay
Wirtschaft 2 Min. 05.10.2021 Aus unserem online-Archiv
Bankdienstleistungen in Luxemburg

Post führt monatliche Kontogebühr ein

Marco MENG
Marco MENG
Post Finance vereinfacht die Tarifstruktur für CCP-Konten – manches wird kostenlos, wenn es nicht am Schalter durchgeführt wird.

Post Finance der Post Luxembourg bietet seit jeher CCP-Konten ohne monatliche Pauschale an. Mittlerweile werden auf diesen Konten insgesamt mehr als drei Milliarden Euro Guthaben „geparkt“. Für die Post ist das teuer, muss sie doch dafür in Frankfurt bei der EZB Negativzinsen zahlen. 

Nun führt sie ab 10. Januar 2022 monatliche Kontoführungsgebühren über zwei Euro für ein CCP-Konto ein sowie Gebühren für Bankguthaben über 250.000 Euro von 0,5 Prozent im Jahr. Das gab das Unternehmen am Dienstag bekannt.

Alle Online-Überweisungen in Euro und verschiedenen anderen Währungen werden gleichzeitig für Privatpersonen kostenlos, und CCP-Kunden können an allen Geldautomaten in Luxemburg und im Ausland gebührenfrei Geld abheben und ihre Karten weltweit gebührenfrei nutzen. „Dieses neue Angebot geht mit einer Vereinfachung der Preisstruktur für Finanzdienstleistungen von Post Finance einher“, sagt Postgeneraldirektor Claude Strasser. 


online.fr, Post, Sortierstelle Post, Briefverteilzentrum  Foto: Anouk Antony/Luxemburger Wort
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Die Negativzinsen der EZB waren die Hauptursache für die schlechten Resultate von Post Finance in den letzten Jahren, erklärt der Postchef die Tarifänderungen. Der Umsatz von Post Finance ging letztes Jahr um 12,8 Prozent auf 24 Millionen Euro zurück. „Insgesamt werden im Januar die neue Gebührenstruktur aber einfacher, transparent und ohne versteckte Kosten für die Kunden“, so Strasser. 

Etwa 30.000 bis 40.000 Inhaber von kostenlosen CCP-Konten haben nach Umfrage des Unternehmens keine weiteren Bankkonten. Auf der anderen Seite werden viele Konten nur als Depot genutzt, ohne dass damit Bankgeschäfte getätigt werden. Das ist für Post Finance ein Kostenfaktor, weil damit keine Gebührenerlöse erwirtschaftet werden, gleichwohl Prozeduren der EU-Regularien unter anderem zur Geldwäschebekämpfung für diese Konten durchgeführt werden müssen. 

Umfasste das Gesamtvolumen der CCP-Konten 2011 rund eine Milliarde Euro, so sind es inzwischen mehr als drei Milliarden. „Das CCP-Konto ist beliebt und gewann in den letzten Jahren viele Kunden“, erklärt Postchef Strasser. Das habe man 2008/2009 bei der Finanzkrise gemerkt und seit 2017/18 mit der negativ verlaufenden Zinsentwicklung. 

Jedermann hat das Recht auf ein Bankkonto mit gewissen Basis-Funktionalitäten. „Das wollen wir auch beibehalten und jedem Zugang zu Bankdienstleistungen bieten“, erklärt Gabriel de La Bourdonnaye, Direktor von Post Finance. Die Eröffnung eines „compte chèque postal“ bleibt auch weiterhin kostenlos sowie die Basis-Dienstleistungen – sofern sie online abgewickelt werden. So werden zum Beispiel Überweisungen in Papierform/am Schalter für Privatkunden künftig jeweils drei Euro kosten, während sie online kostenlos sind. Bislang kosteten Überweisungen in Papierform (im Euroraum) zwischen 0,7 Euro und 1,50 Euro. 

Insgesamt werden 20 verschiedene Gebühren für verschiedene Dienstleistungen, die bislang zwischen null und sechs Euro (zum Teil bis 200 Euro) kosteten, künftig in zwei Tarifen zusammengefasst, die pro Dienstleistung jeweils ein Euro oder drei Euro kosten. Man wolle natürlich die Kunden behalten, sagt Strasser – hauptsächlich aber solche, die auch mit ihrem CCP-Konto Bankgeschäfte betreiben. 

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