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Post: Das "Syndicat des P&T" beantragt Schlichtungsverfahren
Das "Syndicat des P&T" wehrt sich gegen einen weitern Umbau der Post.

Post: Das "Syndicat des P&T" beantragt Schlichtungsverfahren

Foto: Laurent Antonelli
Das "Syndicat des P&T" wehrt sich gegen einen weitern Umbau der Post.
Wirtschaft 2 Min. 22.12.2015

Post: Das "Syndicat des P&T" beantragt Schlichtungsverfahren

Die Gewerkschaft will sich gegen Pläne des Post-Verwaltungsrates wehren, weitere Logistik-Dienstleistungen in eine neue Gesellschaft auszulagern. Nach der geplanten Schließung von zahlreichen Postbüros sei dies eine weitere Schwächung des "core business".

(las/lb) - In einer kurzfristig am Dienstagvormittag einberufenen Sitzung beschloss das "Syndicat des P&T"  eine Schlichtung bei der entsprechenden Kommission zu beantragen. Damit befolge die Gewerkschaft die Prozedur, die das Gesetz zum Streikrecht im öffentlichen Dienst vorsehe, heißt es in einer Pressemitteilung

Der Auslöser ist die Ankündigung des Post-Verwaltungsrates am 16. Dezember mehrere Logistik-Dienstleistungen in eine neue Gesellschaft auslagern zu wollen. Dazu gehören laut Gewerkschaft Lagerdienstleistungen sowie Aktivitäten in der Logistik rund um den Onlinehandel.

Die Gewerkschaft der Postbediensteten befürchtet angesichts dieser neuen Logistik-Strategie, die 2016 umgesetzt werden soll, eine weitere Schwächung des "core business" - also der Post-Auslieferung. Ohne die zukunftsträchtigen Logistik-Aktivitäten könne "POST Courrier" nicht überleben, denn das Volumen der ausgelieferten Briefe sinke um drei bis fünf Prozent pro Jahr, schreibt die Gewerkschaft.

Das Vertrauen der Gewerkschaft in die Direktion scheint aufgebraucht: Angesichts der Geschehnisse der letzten Monate - wie etwa die angekündigte Schließung zahlreicher Postbüros - sei dies ein neuer Versuch Neuerungen durchzudrücken.

Noch keine Entscheidung

Gegenüber dem LW zeigt sich Luc Welter, Direktor für Kommunikation und Marketing über die Vorgehensweise der Gewerkschaft überrascht. „Es wurde bis jetzt noch gar nichts entschieden und bei der Gründung einer neuen Gesellschaft handelt sich lediglich um eine Überlegung“, so Welter.

Dabei sei dies nicht unbedingt eine Frage der Rentabilität. „Wir haben bereits in anderen Bereichen neue Gesellschaften außerhalb vom Mutterhaus gegründet, beispielsweise beim Data Center. Auch die Paketausstellung erfolgt größtenteils über Michel Greco. Das funktioniert sehr gut und deshalb ist es legitim, dass wir uns die Frage einer neuen Gesellschaft erneut stellen", sagt Welter.

Zudem unterstreicht er, dass es sich um ein komplett neues Geschäft handeln würde, das nicht zu Lasten von POST Courrier gehe. Die neue Logistik-Strategie geht nämlich viel weiter als die jetzige Paketausstellung. Vorstellen könne man sich zum Beispiel einen „Pick & pack“-service anzubieten, bei dem man die Ware eines E-Commerce-Händlers selbst abhole und dann einpacke und verschicke. Ein weiteres Beispiel sei das „reversed Logistics“, bei denen man nicht zufriedenstellende Pakete wieder beim Kunden abholen könnte, damit dieser sie nicht selbst an den Händler zurücksenden müsse.

„Der Verwaltungsrat hat zugestimmt, dass die POST sich im Logistik-Bereich weiter entwickeln soll und dieser Ausbau ist bereits in unserer Strategie von 2013 festgehalten worden“, unterstreicht Welter. Das Management soll dem Verwaltungsrat nun einen konkreten Vorschlag unterbreiten.




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