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Positive Geschäftsbilanz 2015: PwC trotzt der Luxleaks-Affäre
Wirtschaft 2 Min. 12.10.2015 Aus unserem online-Archiv

Positive Geschäftsbilanz 2015: PwC trotzt der Luxleaks-Affäre

Nachdem Antoine Deltour die Luxleaks-Affäre ins Rollen gebracht hatte, wurde bei PwC genau analysiert wie es dazu kommen konnte.

Positive Geschäftsbilanz 2015: PwC trotzt der Luxleaks-Affäre

Nachdem Antoine Deltour die Luxleaks-Affäre ins Rollen gebracht hatte, wurde bei PwC genau analysiert wie es dazu kommen konnte.
Foto: Pierre Matgé
Wirtschaft 2 Min. 12.10.2015 Aus unserem online-Archiv

Positive Geschäftsbilanz 2015: PwC trotzt der Luxleaks-Affäre

Die Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PwC Luxemburg konnte ihren Umsatz trotz Luxleaks-Affäre und anderer Herausforderungen im abgelaufenen Geschäftsjahr 2015 um sieben Prozent steigern.

(aa) - Die Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PwC Luxemburg hat am Montag ihren Jahresbericht vorgelegt. Das Geschäftsjahr lief am 30. Juni 2015 ab. Der Gesamtumsatz betrug zum Stichtag 337 Millionen Euro.

Laut John Parkhouse dem neuen CEO von PwC Luxemburg, konnte trotz Luxleaks-Affäre und anderer Herausforderungen ein Wachstum von sieben Prozent erzielt werden. Im vorherigen Geschäftsjahr 2014 waren es allerdings noch zehn Prozent Umsatzwachstum gewesen.

„Wir mussten wegen dess Dokumentendiebstahls, der Luxleaks war, erhebliche Mühen und Zeit aufwenden“, so John Parkhouse.
„Wir mussten wegen dess Dokumentendiebstahls, der Luxleaks war, erhebliche Mühen und Zeit aufwenden“, so John Parkhouse.
Foto: Anouk Antony

Nach Bereichen aufgeteilt, legte der Umsatz 2015 im Audit-Bereich um sieben Prozent zu, im Advisory-Bereich ebenfalls um sieben Prozent und im Tax-Bereich sogar um 15 Prozent zu, letzteres vor allem wegen Compliance-Tätigkeiten, wie Parkhouse am Montag bei der Präsentation der Geschäftsdaten betonte.

Die Luxleaks-Affäre hielt PwC Luxemburg ordentlich auf Trab, brachte das Unternehmen anscheinend aber nicht ins Straucheln. „Wir mussten wegen des Dokumentendiebstahls, der Luxleaks war, erhebliche Mühen und Zeit aufwenden“, so John Parkhouse.

Nachdem Antoine Deltour die Luxleaks-Affäre ins Rollen gebracht hatte, wurde bei PwC genau analysiert, wie es dazu kommen konnte. „Wir haben uns angesehen was passiert ist und haben Maßnahmen ergriffen, um es zu verhindern“, so Parkhouse. Außerdem sei ein Expertenteam aus der PwC-Centrale in Luxemburg gewesen, um die Sicherheit zu analysieren.

„Was die möglichen Auswirkungen von Luxleaks anbelangt, so haben wir nicht das Vertrauen unserer Klienten verloren, weder PwC noch Luxemburg als Land“, sagte Wim Piot.
„Was die möglichen Auswirkungen von Luxleaks anbelangt, so haben wir nicht das Vertrauen unserer Klienten verloren, weder PwC noch Luxemburg als Land“, sagte Wim Piot.
Foto: Anouk Antony

Auf Nachfrage des „Luxemburger Wort“, wie sich die Diskussionen um Luxleaks und Rulings auf den Tax-Bereich konkret ausgewirkt hätten, sagte Wim Piot, Managing Partner (Tax): „Wir haben uns im Tax-Bereich schon länger auf die Compliance konzentriert und entsprechende Investitionen getätigt. Tax Consulting ist ein langsam wachsendes, wenn nicht stagnierendes Geschäft, daher setzen wir vor allem auf die Compliance.“

In Stunden ausgedrückt, lagen wir früher bei 60 Prozent Consulting und 40 Prozent Compliance. Heute ist es umgekehrt.

„In Stunden ausgedrückt, lagen wir früher bei 60 Prozent Consulting und 40 Prozent Compliance. Heute ist es umgekehrt. Was die möglichen Auswirkungen von Luxleaks anbelangt, so haben wir nicht das Vertrauen unserer Klienten verloren, weder PwC noch Luxemburg als Land“, sagte Piot. Das Wachstum im Tax-Bereich insgesamt sei daher höher als im vorherigen Geschäftsjahr und er denke, dass es sogar noch weiter wachsen werde, so Piot.

Mehr zum Thema:

- An dieser Stelle finden Sie unser Dossier zur Luxleaks-Affäre.


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