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Porsche legt nach Börsengang trotz schwierigem Umfeld zu
Wirtschaft 29.09.2022
Sportwagenhersteller

Porsche legt nach Börsengang trotz schwierigem Umfeld zu

Oliver Blume freut sich in Frankfurt über die ersten Notierungen.
Sportwagenhersteller

Porsche legt nach Börsengang trotz schwierigem Umfeld zu

Oliver Blume freut sich in Frankfurt über die ersten Notierungen.
Foto: AFP
Wirtschaft 29.09.2022
Sportwagenhersteller

Porsche legt nach Börsengang trotz schwierigem Umfeld zu

Die Notierung des 911-Herstellers ist ein mutiger Schritt an die Börse, die in diesem Jahr Neuemissionen überwiegend verschlossen blieb.

(Bloomberg) – Die Porsche AG legte nach ihrem furiosen Börsendebüt im frühen Handel zu, nachdem der Mutterkonzern Volkswagen AG den endgültigen Preis für die Vorzugsaktien der Sportwagenschmiede an der Obergrenze festgesetzt und damit den heftigen Marktverwerfungen die Stirn geboten hatte.

Porsche-Chef Blume sprach von „einem Traum, der in Erfüllung ging“.
Porsche-Chef Blume sprach von „einem Traum, der in Erfüllung ging“.
Foto: AFP

Die Vorzugsaktien des Zuffenhausener Herstellers stiegen um bis zu 2,8 Prozent auf 84,82 Euro, nachdem sie VW für 82,50 Euro pro Stück verkauft hatte, was einem Börsenwert von 75 Milliarden Euro für die Kultmarke entspricht. Die Notierung brachte einen Erlös von 9,4 Milliarden Euro, der höchste Betrag seit mehr als einem Jahrzehnt.

„Für Porsche geht heute ein großer Traum in Erfüllung“, sagte Volkswagen-Vorstandschef Oliver Blume in einer Erklärung. „Mit der größeren Eigenständigkeit sind wir in einer sehr guten Position, um unsere ehrgeizigen Ziele in den kommenden Jahren umzusetzen.“

VW setzt Erlös für Elektrifizierungsstrategie ein

Die Notierung des 911-Herstellers ist ein mutiger Schritt an die Börse, die in diesem Jahr Neuemissionen überwiegend verschlossen blieb, da die Energiekrise, steigende Zinsen und Rekordinflation potenzielle Emittenten abschreckte. 


ARCHIV - 28.11.2007, Baden-Württemberg, Stuttgart: Wendelin Wiedeking, damals Vorstandsvorsitzender des Stuttgarter Sportwagenherstellers Porsche, sitzt in Stuttgart vor der Bilanz-Pressekonferenz in einem Porsche 911. Am 28. August wird er 70 Jahre alt. (Zu dpa «Wiedeking wird 70: Ex-Porsche-Chef heute ein Multi-Investor») Foto: Bernd Weißbrod/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
Ex-Porsche-Chef ist heute ein Multi-Investor
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VW will über den Verkauf Mittel für seine Elektrifizierung beschaffen, die Investoren erhalten als Draufgabe die emotional aufgeladene Beteiligung an einer Firmenlegende. Das Drehbuch ähnelt der Trennung der Ferrari NV von der Konzernmutter Fiat im Jahr 2015.

Volkswagen-Vorzüge fielen nach dem Handelsstart um bis zu 6,2%, während die Porsche Automobil Holding SE, die Beteiligungsgesellschaft der Familie Porsche-Piëch, um bis zu 9,2% nachgab.

Geschäftsziele

Porsche strebt in diesem Jahr einen Umsatz von bis zu 39 Milliarden Euro an. Die Umsatzrendite soll bis zu 18 Prozent erreichen, was zwei Prozentpunkte mehr wären als im vergangenen Jahr. Langfristig soll die Rendite auf über 20% steigen.


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Bernstein rechnet in einer Analyse mit einer Porsche-Marktkapitalisierung von 80 Milliarden Euro und hat ausgeführt, das Unternehmen läge damit knapp unterhalb des Luxussektors, aber am oberen Ende der Automobilhersteller.

„Im Vergleich zu den Luxusunternehmen weist Porsche immer noch eine höhere Volatilität des Gewinnwachstums und des Margenprofils auf“, schrieb Daniel Roeska, Analyst für europäische Automobilwerte. „Porsche hat die Volumina nur durch neue Formate signifikant erhöht, und das ist in den kommenden Jahren nicht wahrscheinlich.“    

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