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Plansee übernimmt Mehrheit an Ceratizit
Wirtschaft 24.02.2021

Plansee übernimmt Mehrheit an Ceratizit

Die Plansee Group verspricht sich Synergieeffekte durch die Übernahme von Ceratizit.

Plansee übernimmt Mehrheit an Ceratizit

Die Plansee Group verspricht sich Synergieeffekte durch die Übernahme von Ceratizit.
Foto: Guy Jallay
Wirtschaft 24.02.2021

Plansee übernimmt Mehrheit an Ceratizit

Thomas KLEIN
Thomas KLEIN
Das Industrieunternehmen Ceratizit aus Mamer wird von der österreichischen Plansee Group übernommen. Die Gewerkschaften zeigen sich besorgt über die Zukunft der Industrietätigkeit im Großherzogtum.

Der Luxemburger Hartmetall-Hersteller Ceratizit wird ab dem 1. März österreichisch, wenn die Plansee Group die Mehrheit an dem Unternehmen übernimmt. Derzeit hält die Gruppe mit Sitz in Reutte in Tirol bereits 50 Prozent der Anteile von Ceratizit.  

„Wir wollen die Erfolgsgeschichte von Ceratizit weiterschreiben – als Mehrheitseigentümer noch schneller und noch nachhaltiger“, äußert sich Karlheinz Wex, Vorstandssprecher der Plansee Group, in einer am Mittwoch veröffentlichten Pressemitteilung zu dem Deal. Die Transaktion sei die größte in der Unternehmensgeschichte. Über den Umfang der übernommenen Anteile und finanzielle Details wurde Stillschweigen vereinbart. Die Transaktion erfolgt unter Vorbehalt der Zustimmung durch die Kartellbehörden. Die Plansee Group hält Optionen, die restlichen Anteile an Ceratizit innerhalb der nächsten Jahre zu erwerben. 


Container trucks arrive at the Port of Long Beach on August 23, 2019 in Long Beach, California. - President Donald Trump hit back at China on August 23, 2019, in their mounting trade war, raising existing and planned tariffs in retaliation for Beijing's announcement earlier in the day of new duties on American goods. (Photo by Frederic J. BROWN / AFP)
Ein Virus sucht die globalisierte Wirtschaft heim
Fehlende Komponenten aus China können ganze Produktionen lahmlegen. Ceratizit aus Mamer setzt auf Recycling statt Lieferungen neuer Rohstoffe aus China.

„Unser Ziel ist es, eine vollständig integrierte Unternehmensgruppe für die Herstellung und Verarbeitung der Werkstoffe Molybdän und Wolfram zu schaffen“, sagt Karlheinz Wex. Synergiepotenziale sehe Plansee Group in der Wolfram-Rohstoffversorgung, in der engen Zusammenarbeit bei Digitalisierungsprojekten und in den Servicebereichen, schreibt das Unternehmen. Details dazu würden in den kommenden Monaten erarbeitet. 

Bei den Gewerkschaften sorgt die Ankündigung indes für Unruhe. Diese komme nicht einmal eine Woche nachdem der Staat verkündet hat, dass er seine Anteile von Paul Wurth verkauft, schreibt der LCGB in einer Pressemitteilung. "Der LCGB ist zutiefst besorgt über die Zukunft der Industrietätigkeit im Großherzogtum”, so die Gewerkschaft. Im Fall Ceratizit fordert der LCGB ein dringendes Treffen mit der Geschäftsleitung, um die Gründe für die Entscheidung zu ermitteln und sich dafür einzusetzen, dass sie keine negativen Auswirkungen auf die Arbeitsplätze in Luxemburg hat.   

Die Ceratizit ist im Jahre 2002 nach der Fusion des österreichischen Unternehmens PlanseeTizit mit dem Luxemburger Unternehmen Cerametal entstanden. An dem Joint-Venture war die Plansee Group mit 50 Prozent beteiligt. 


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Wi , Ceratizit , Mamer , Serie Hidden Champions , Industrie in Luxemburg , Foto: Guy Jallay/Luxemburger Wort