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Phishing und Hacking: Kreditkartenbetrug soll 1,2 Millionen Euro kosten
Wirtschaft 3 Min. 24.11.2015

Phishing und Hacking: Kreditkartenbetrug soll 1,2 Millionen Euro kosten

Je nach den Umständen, kommen die Banken für die Fahrlässigkeit ihrer Kunden auf.

Phishing und Hacking: Kreditkartenbetrug soll 1,2 Millionen Euro kosten

Je nach den Umständen, kommen die Banken für die Fahrlässigkeit ihrer Kunden auf.
Foto: Shutterstock
Wirtschaft 3 Min. 24.11.2015

Phishing und Hacking: Kreditkartenbetrug soll 1,2 Millionen Euro kosten

Die Anzahl der Phishing-Angriffe ist in Luxemburg 2015 stark angestiegen. Je nach den Umständen, kommen die Banken für die Fahrlässigkeit ihrer Kunden auf. Für das Jahr 2015 wird sich der Betrug der Kreditkarten auf 1,2 Millionen Euro belaufen.

(lb) In Luxemburg steigen die Phishing-Attacken. Zunehmend werden potenzielle Opfer per SMS oder E-Mail dazu aufgefordert, ihre Bankdaten inklusive Benutzernamen und Kennwort preiszugeben und immer noch fallen Bürger auf den Gaunerstreich rein. Noch im Oktober waren Kurzmitteilungen mit dem vermeintlichen Absender der Bank oder der Steuerverwaltung verschickt worden. Auf einer gefälschten Website mit nachgeahmtem Layout werden Kunden dann gebeten, ihre vertraulichen Daten einzugeben. Ansonsten werde das Bankkonto gesperrt, heißt es oft in den Falschnachrichten.

Auch bei der Steuerverwaltung klang die Nachricht verlockend: Man wolle dem Steuerzahler Geld zurückerstatten, brauche aber dafür seine Bankdaten. Gängig sind auch Betrüger, die sich als angebliche Microsoft-Mitarbeiter ausgeben und davor warnen eine Virenattacke auf Ihrem Computer entdeckt zu haben, die – gegen Bezahlung – dringend behoben werden müsse. Auch Post-Webmail-Kunden sind schon ins Visier geraten.

Je nach den Umständen, kommen die Banken für die Fahrlässigkeit ihrer Kunden auf. „Für das Jahr 2015 wird sich der Betrug der Kreditkarten auf 1,2 Millionen Euro berechnen“, erklärt Gérald Briclot, Direktor von Visalux und Europay Luxembourg gegenüber dem LW. Damit bezieht er sich auf den Summen, die den Kunden über Versicherungen zurückerstattet wurden und indirekt von den luxemburgischen Banken gezahlt wurden. Visalux und Europay sind nämlich nicht nur im Besitz der Kartenlizenzen der meisten Visa- und Masterkarten in Luxemburg, sondern handhaben zudem die diesbezüglichen Versicherungskontrakte. Diese fallen spezifisch in Betrugsfällen an. „Für Luxemburg sind Betrüge in Höhe von 1,2 Millionen Euro nicht schockierend“, meint Briclot und setzt die Summe in den Kontext des Gesamtvolumen der Kreditkarten von rund sieben Milliarden Euro. Demnach handelt es sich prozentual gesehen um weniger als 0,02 Prozent des Gesamtvolumens. „Im europäischen Vergleich schlägt sich Luxemburg vergleichsweise gut“, verrät Briclot.

Phishing-Risiko stark gestiegen

Von einem Jahr auf das andere kommt es immer wieder zu starken Schwankungen: Laut Angaben von Briclot beliefen sich die rückerstatteten Beträge 2014 auf 800 000 Euro. Zwei Jahre zuvor waren es noch eine Million Euro. „Die höhere Summe hängt dieses Jahr mit den zahlreichen Phishing-Attacken zusammen. Diese stellen dieses Jahr zwischen 25 und 30 Prozent der Betrüge dar“, unterstreicht Briclot. „Die Betrüger spielen auf die Leichtgläubigkeit oder die Angst der Karteninhaber. Die falschen E-Mails oder Websites werden immer professioneller, indem zum Beispiel die originalen Logos der Unternehmen systematisch in die Mails integriert und diese so als glaubwürdig empfunden werden.“

Insgesamt sei das Phishing-Risiko innerhalb von vier Jahren stark gestiegen. Haben die Kunden keinen offensichtlichen Fehler gemacht, wird ihnen das geklaute Geld von der Bank wiedererstattet. Wie lange dies weiterhin so gehandhabt wird und ab wann man auch den Kunden in die Verantwortung ziehen muss, bleibt abzuwarten.

Kein Problem beim Web-Banking

Neben den Phishing-Attacken, erfolgen Betrüge auch über Kartendiebstahl oder das Kopieren von Karten im Ausland. „Es gibt immer noch Leute, die den PIN-Code ihrer Kreditkarte auf der Rückseite notiert haben“, bemängelt Briclot. Zudem ist Luxemburg auch immer wieder von großen Hacking-Fällen im Ausland betroffen, bei denen sich die Betrüger in die Datenbanken großer Unternehmen einschleusen und die Kartendaten der Kunden klauen.

„Der Fall in Spanien bei dem sich Hacker 2009 die Daten von 20 Millionen Kreditkarten in der Welt beschafften, kostete Luxemburg beispielsweise eine Million Euro“, erläutert Briclot. Sind luxemburgische Kunden in den Datenbanken registriert, sei dies unausweichlich. Keine Angst müsse man hingegen vor Hacking beim Web-Banking haben, da dieses durch den Luxtrust-Token gesichert sei.




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