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Peking sagt Handelsgespräche mit USA wegen neuer Zölle ab
Nach neuen US-Strafzöllen soll China weitere Handelsgespräche mit den USA vorerst abgeblasen haben.

Peking sagt Handelsgespräche mit USA wegen neuer Zölle ab

Foto: Getty Images
Nach neuen US-Strafzöllen soll China weitere Handelsgespräche mit den USA vorerst abgeblasen haben.
Wirtschaft 22.09.2018

Peking sagt Handelsgespräche mit USA wegen neuer Zölle ab

Der Handelskonflikt zwischen den USA und China erreicht an diesem Montag eine neue Eskalationsstufe. Dann greifen weitere Strafzölle. Reißt jetzt auch der Gesprächsfaden zwischen den größten Volkswirtschaften der Welt?

(dpa) - Nach neuen US-Strafzöllen hat China einem Zeitungsbericht zufolge weitere Handelsgespräche mit der Regierung in Washington vorerst abgeblasen. Der für kommende Woche geplante Besuch einer chinesischen Regierungsdelegation in Washington sei abgesagt worden, berichtete das „Wall Street Journal“. Grund dafür sei die neueste Runde von Strafzöllen, die kürzlich eingeläutet wurde.


Die neuen Zölle werden zunächst zehn Prozent betragen, ab Beginn des Jahres 2019 sollen 25 Prozent erhoben werden, hieß es aus dem Weißen Haus.
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Ursprünglich wollte Chinas Vizepremier Liu He in der kommenden Woche auf Einladung von US-Finanzminister Steven Mnuchin nach Washington reisen, um über eine Deeskalation des Handelskonflikts zu reden. Ob es einen neuen Termin für Gespräche gibt, war zunächst offen.


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US-Präsident Donald Trump hatte Anfang dieser Woche beschlossen, die Hälfte aller Wareneinfuhren aus China mit Sonderzöllen zu überziehen. Zu den bereits eingeführten Abgaben auf Waren im Wert von 50 Milliarden US-Dollar werden am 24. September Zölle auf chinesische Waren im Volumen von weiteren 200 Milliarden US-Dollar folgen. Peking kündigte umgehend Vergeltung an. So sollen US-Importe im Wert von 60 Milliarden US-Dollar mit Extrazöllen belegt werden.

„Die dritte Phase“

Trump hatte bereits erklärt, er werde im Falle einer Vergeltung „die dritte Phase“ einleiten und weitere Waren im Wert von 267 Milliarden US-Dollar mit Sonderzöllen überziehen. Das wäre dann praktisch das gesamte Einfuhrvolumen der USA aus der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt. Die Möglichkeiten Chinas, mit eigenen Strafzöllen auf Importe aus den USA Vergeltung zu üben, sind begrenzt: Die USA führen lediglich Waren im Wert von 130 Milliarden US-Dollar nach China aus.


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Die beiden größten Volkswirtschaften der Welt haben sich seit Anfang Juli bereits mit Straf- und Vergeltungszöllen auf Waren im Volumen von jeweils 50 Milliarden US-Dollar überzogen. Die US-Regierung stört sich nicht nur an dem anhaltend hohen Handelsdefizit mit China. Die Amerikaner werfen Peking auch Technologiediebstahl sowie unfaire Beihilfen für heimische Unternehmen vor.

Der EU war es im Juli gelungen, Strafzölle auf Autos zunächst abzuwenden. Sie würden gerade deutsche Hersteller treffen. Vom Tisch sind die Maßnahmen aber nicht. Im August hatte Trump ein Angebot der EU ausgeschlagen, Zölle auf Autos gegenseitig auf null zu reduzieren.


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