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Paul Wurth meldet Rekord bei Neuaufträgen für das Jahr 2018
Paul Wurth-Technologien wurden beim neuen Hochofen von Evraz NTMK in Russland benutzt.

Paul Wurth meldet Rekord bei Neuaufträgen für das Jahr 2018

Foto: Paul Wurth
Paul Wurth-Technologien wurden beim neuen Hochofen von Evraz NTMK in Russland benutzt.
Wirtschaft 2 Min. 14.05.2019

Paul Wurth meldet Rekord bei Neuaufträgen für das Jahr 2018

Mara BILO
Mara BILO
Mit 424,8 Millionen Euro ist der Umsatz im Vergleich zum Vorjahr um 8,5 Prozent gestiegen, wie die Firma mit Sitz in Luxemburg am Dienstag mitteilte.

Zufriedene Gesichter beim Maschinen- und Anlagenbauer Paul Wurth: Mit 424,8 Millionen Euro ist der Umsatz im Vergleich zum Vorjahr um 8,5 Prozent gestiegen, wie die Firma mit Sitz in Luxemburg am Dienstag mitteilte. Das Geschäftsjahr konnte demnach mit einem Nettojahresüberschuss in Höhe von 14,1 Millionen Euro abgeschlossen werden, die Hauptversammlung hat der Ausschüttung einer Bruttodividende von 52,50 Euro pro Aktie zugestimmt.


Sunfire ersetzt mit Ökostrom den fossilen Kohlenstoff
Sunfire aus Dresden hat eine einzigartige Elektrolyse entwickelt, die auch den Luxemburger Anlagenbauer Paul Wurth überzeugt. Der Weg scheint geebnet zu einer CO2-freien Stahlerzeugung. Ein paar Hürden gibt es dennoch.

Der derzeitige kommerzielle Erfolg des 1870 gegründeten Unternehmens erklärt sich durch den Ausbau der Kundschaft, heißt es zur Begründung. „Für Paul Wurth stand das Geschäftsjahr 2018 im Zeichen eines Rekordvolumens an neuen Aufträgen. Mit 553 Millionen Euro verzeichnete der Auftragseingang einen erheblichen Anstieg von 78 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.“ Die Hälfte seien auf das Kokereigeschäft zurückzuführen, heißt es weiter: „Paul Wurth fungiert mittlerweile als Komplettanbieter für Kokereitechnik.“

Im Bereich der Hochofenaktivitäten beteiligt sich die luxemburgische Firma an Modernisierungs- und Neuzustellungsvorhaben in Europa und Russland. Russland ist mit 42 Prozent mittlerweile zum größten Markt für Paul Wurth geworden; Westeuropa, „der traditionelle Heimatmarkt der Gruppe“, folgt mit 36 Prozent. Der luxemburgische Maschinen- und Anlagenbauer beschäftigt weltweit mehr als 1 500 Mitarbeiter in 20 Ländern.

Der „grüne Stahl“

Neben seinen Geschäftsergebnissen weist das Unternehmen auch auf die künftigen Herausforderungen der Industrie – sprich „die Megatrends ,Dekarbonisierung‘ und ,Industrie 4.0‘“ – hin: „Trotz der sich zuletzt wieder erholenden Nachfrage steht die Stahlbranche vor großen Herausforderungen, besonders im Hinblick auf Energie- und Klimapolitik, drohende Handelskriege und technologischen Wandel angesichts der globalen Digitalisierung“, so die Firma. „Dieser erhöhte Transformationsdruck impaktiert nicht nur die Investitionsbereitschaft der Stahlproduzenten, sondern beeinflusst auch die strategischen Entscheidungen, die Paul Wurth heute hinsichtlich seiner künftigen Aufstellung trifft.“

So konkretisiert der luxemburgische Maschinen- und Anlagenbauer für die Metallindustrie seine Strategie hin zum „grünen Stahl“ – schließlich sei die Stahlindustrie für sieben Prozent aller Kohlendioxid-Emissionen verantwortlich. „Die Entwicklung und der Einsatz von umweltschonenden und klimaneutralen Prozessen wird die Stahlbranche in den nächsten Jahren und Jahrzehnten prägen“, heißt es.


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Diese Branche steht stark unter Druck und muss sich zu einer emissionsfreien Industrie entwickeln: „Eine Möglichkeit, dies zu erreichen, ist die wasserstoffbasierte Eisenerzreduktion, bei der grüner Wasserstoff den fossilen Kohlenstoff im Reduktionsprozess ersetzt“, beschreibt das Unternehmen einen Weg in die Zukunft und weist dabei auf die Minderheitsbeteiligung am deutschen Cleantech Unternehmen Sunfire GmbH hin, die seit Ende des vergangenen Jahres gilt.

„Hintergrund ist die CO2-Problematik, denn wir suchen nach Technologien, die die Stahlherstellung ohne CO2 oder mit reduziertem CO2-Footprint ermöglichen“, beschrieb Horst Kappes, Chef-Ingenieur bei Paul Wurth, im Gespräch mit dem „Luxemburger Wort“ die Strategie, „auf diesem Weg kommt man relativ schnell zu Wasserstoff als Alternative zum Brennstoff Kohle.“

So entwickelt Sunfire eine eigene Hochtemperatur-Elektrolysetechnologie, die „die Erzeugung von wertvollem Wasserstoff aus Wasserdampf und Strom ermöglicht. Wird dieser Strom aus erneuerbaren Quellen erzeugt, spricht man von grünem Wasserstoff und somit grünem Stahl.“


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