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Patente aus Luxemburg auf niedrigstem Stand seit neun Jahren
Wirtschaft 2 Min. 16.03.2021

Patente aus Luxemburg auf niedrigstem Stand seit neun Jahren

Luxemburg will sich als Forschungsstandort profilieren. Die Entwicklung der Patentanmeldungen weist aber in die falsche Richtung.

Patente aus Luxemburg auf niedrigstem Stand seit neun Jahren

Luxemburg will sich als Forschungsstandort profilieren. Die Entwicklung der Patentanmeldungen weist aber in die falsche Richtung.
Foto: Getty Images
Wirtschaft 2 Min. 16.03.2021

Patente aus Luxemburg auf niedrigstem Stand seit neun Jahren

Luxemburg hat 2020 394 Patente angemeldet und damit so wenige wie zuletzt 2011. Das bestätigt den Trend der Vorjahre.

(ThK / dpa) - Die Zahl der Patentanmeldungen aus Luxemburg ging im Corona-Jahr 2o20 um 5,1 Prozent zurück. Da geht aus Zahlen des Europäischen Patentamts (EPA) hervor, die es am Dienstag veröffentlichte. Demnach meldeten Luxemburger Unternehmen und Forschungseinrichtungen im vergangenen Jahr nur noch 394 Patente an, der niedrigste Stand seit 2011. 

Im Vorjahr waren es noch 415 gewesen. Das kann eine Folge der Corona-Krise sein, insgesamt ging die Zahl der Patentanmeldungen weltweit zum ersten Mal seit Jahren zurück. Aber das dürfte nicht der einzige Grund sein. Andere Länder konnten die Zahlen der angemeldeten Patente der trotz Krise steigern. Slowenien verzeichnete zum Beispiel einen Anstieg von über 35 Prozent. Für Luxemburg bestätigte sich nur der Trend der letzten Jahre. Vom Höhepunkt 2016 mit 556 Patenten ging es in den letzten Jahren stetig bergab. Im EU-Vergleich belegte das allerdings Land den dreizehnten Rang, was angesichts der Größe Luxemburgs ein ordentliches Ergebnis ist. 

Insgesamt zählte das EPA  180.250 Patentanmeldungen im vergangenen Jahr, das sind 0,7 Prozent weniger als 2019. Deutschland verteidigte mit 25.954 Anmeldungen seinen zweiten Platz hinter den USA, die mit 44.293 unangefochtener Spitzenreiter bleiben. Dahinter folgen Japan und China.


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„Insgesamt ist der Patentbereich Krisen gegenüber sehr stabil, weil Unternehmen auch in einer Krise langfristig in Forschung und Entwicklung investieren“, sagt EPA-Chefvolkswirt Yann Ménière. Allerdings zeigen sich deutliche Unterschiede zwischen einzelnen Ländern. Während das Patentaufkommen aus den USA, Deutschland und Japan sank, legte China fast zehn Prozent zu.

Innerhalb Europas nimmt Deutschland allerdings eine klar dominierende Position ein. Nicht nur, dass es weit mehr als doppelt so viele Anmeldungen verzeichnet wie die europäische Nummer zwei, Frankreich. Auch die deutschen Firmen liegen stark: Zwar verliert Siemens seine Position als anmeldestärkster europäischer Konzern an Ericsson aus Schweden, das liegt allerdings nur daran, dass die 584 Patentanmeldungen der abgespaltenen Siemens Energy nun separat gezählt werden. Weltweit reicht das für Siemens mit 1.634 für Rang sechs, direkt vor Bosch (1.597). Mit BASF auf Rang 10 schafft es sogar ein drittes deutsches Unternehmen in die Spitzengruppe.

Die dominierenden Firmen im Ranking kommen aus Fernost: Samsung und LG auf den Plätzen 1 und 3 sind koreanisch, Huawei auf Rang 2 chinesisch. Die meisten Anmeldungen pro Million Einwohner kommen allerdings aus der Schweiz. In diesem Ranking liegt Deutschland auf Rang sechs.


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Bemerkbar macht sich die Corona-Krise auch im Patentmix. So übernimmt der Bereich Medizintechnik wieder den ersten Platz als anmeldungsstärkstes Feld mit 14.295 Einreichungen. Knapp dahinter folgen digitale Kommunikation und Computertechnologie. Besonders große Sprünge machen die Arzneimittelforschung, die gut 10 Prozent zulegt sowie die Biotechnologie mit einem Plus von 6,3 Prozent.

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