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Parteien sorgen sich um Sicherheit von 5G Netzwerk
Wirtschaft 2 Min. 20.06.2019

Parteien sorgen sich um Sicherheit von 5G Netzwerk

In Luxemburg laufen die Vorbereitungen für den Aufbau des 5G-Netzes auf Hochtouren.

Parteien sorgen sich um Sicherheit von 5G Netzwerk

In Luxemburg laufen die Vorbereitungen für den Aufbau des 5G-Netzes auf Hochtouren.
Foto: AFP
Wirtschaft 2 Min. 20.06.2019

Parteien sorgen sich um Sicherheit von 5G Netzwerk

Sarah CAMES
Sarah CAMES
Ist die Strahlung von 5G-Mobilfunknetzen gesundheitsschädlich? Mehreren Ministern zufolge würden der Regierung keine solchen Indikatoren vorliegen.

Im April stellten gleich zwei Parteien mehr oder weniger die gleiche parlamentarische Frage: Déi Gréng und die ADR. Sie wollten von Medienminister Xavier Bettel, Umweltministerin Carole Dieschbourg, Arbeitsminister Dan Kersch und Gesundheits- und Wirtschaftsminister Etienne Schneider wissen, welche Pläne es bezüglich des Ausbaus eines 5G-Netzwerkes in Luxemburg gibt. Auch sorgten sich sowohl ADR-Abegeordnete Fernand Kartheiser wie auch déi Gréng-Abgeordnete Josée Lorsché und Marc Hansen um die Sicherheit dieser neuen Technologie.


ARCHIV - 26.04.2018, Mecklenburg-Vorpommern, Born: Ein Mast mit verschiedenen Antennen von Mobilfunkanbietern. (zu dpa «Mobilfunkstandard 5G zwischen Visionen und Machbarkeit") Foto: Jens Büttner/ZB/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
5G: Das schnelle Internet steht in Luxemburg in den Startlöchern
Seit Monaten wird über das superschnelle Mobilfunknetz der fünften Generation 5G diskutiert – in Luxemburg wird die öffentliche Konsultation für die Vergabe der Frequenzen Ende März oder Anfang April gestartet.

Experten sind sich uneinig darüber, ob das neue 5G-Netz gesundheitlich bedenklich sein könnte. Vor allem die Mobilfunkstrahlung teilt die Geister - während einige Experten der Meinung sind, die neue Technologie sei unbedenklich, bringen andere sie mit einem erhöhten Krebsrisiko in Verbindung.

Die Internationale Agentur für Krebsforschung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat die 5G-Mobilfunkstrahlung als "möglicherweise krebserregend" eingestuft. So lange die geltenden Grenzwerte eingehalten werden würden, gingen von hochfrequenten Feldern allerdings keine gesundheitlichen Gefahren aus.

In der Antwort auf die parlamentarischen Fragen hieß es vonseiten der Minister, die Regierung habe in den vergangenen Jahren intensiv in verschiedenen Bereichen gearbeitet, die mit der neuen 5G-Technologie in Verbindung stehen. Auch laufen aktuell sogenannte Konsultationen durch das "Institut luxembourgeois de régulation" (ILR), dass die späteren Rahmenbedingungen für den Aufbau und Betrieb des noch schnelleren Mobilfunknetzes der fünften Generation festlegen soll. 

Luxemburg soll zu den ersten Ländern in der EU gehören, die 5G-Technologie einführen. 

Laut der parlamentarischen Antwort der Minister hätte das ILR auch bereits mit der Prozedur begonnen, 5G-Frequenzen unter Anbietern aufzuteilen.

In Bezug auf die Sicherheit der neuen Technologie erklärten die Minister, die Regierung würde sich beim Thema 5G-Netzwerk streng an das "Vorsorgeprinzip" halten und einen hohen Wert auf Transparenz legen. Du diesem "Vorsorgeprinzip" gehöre unter anderem die Eingrenzung der elektromagnetischen Strahlung.


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5G-Netz: Erste Frequenzbänder Anfang 2019 ausgeschrieben
Selbstfahrende Autos, medizinische Fernbehandlung, Industrie 4.0 – das 5G-Netz öffnet die Türen zu einer neuen Welt. In Luxemburg ist eine schrittweise Einführung von 2020 an geplant, bis 2025 sollten alle städtischen Gebiete im Land mit dem Mobilfunknetz ausgestattet sein.

Jede Antenne mit einer Leistung über 50 Watt brauche eine Autorisation vom Umwelt- und Arbeitsministerium. Um so eine Autorisation zu erhalten, müssten festgelegte Grenzwerte eingehalten werden. Auch die EU hat Empfehlungen herausgegeben, um Bürger vor zu starken elektromagnetischen Feldern zu schützen. Die 5G-Netzwerke fielen unter in dieses von der EU festgelegte Frequenzband.

Die ersten zwei Frequenzbänder, für die dieses Jahr Lizenzen vergeben werden würden (700 MHz und 3,6 GHz) würden sich nicht fundamental von denen unterscheiden, die ohnehin schon zur mobilen Kommunikation genutzt werden. Allgemein sei die Exposition der Leute in Luxemburg "sehr niedrig".

Trotzdem verfolge die Regierung eine "Politik der hohen Sicherheit" auf der Basis bereits verfügbarer Studien und Erkenntnisse. Letztere stammten zum Teil aus Erfahrungen, die man bereits mit dem 2G, 3G und 4G Netzwerk gesammelt hat, zum Teil durch Erkenntnisse anderer Länder, die bereits über 5G-Technologie verfügen.

Aktuell würden der Regierung keine Indikatoren vorliegen, die gegen das Einrichten eines 5G-Netzes sprechen würden.


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(Bild vom 26.02.2018/Nur zur redaktionellen Verwendung durch Themendienst-Bezieher.) Foto: Andrea Warnecke/dpa-tmn - Honorarfrei nur für Bezieher des dpa-Themendienstes +++ dpa-Themendienst +++
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(Archivbild vom 2.9.2016/Nur zur redaktionellen Verwendung durch Themendienst-Bezieher im Zusammenhang mit dem genannten Text.) Foto: Christin Klose/dpa-tmn