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„Panama Papers“: Panama wehrt sich gegen Drohungen
Wirtschaft 06.04.2016

„Panama Papers“: Panama wehrt sich gegen Drohungen

Panama will seinen Dienstleistungssektor verteidigen.

„Panama Papers“: Panama wehrt sich gegen Drohungen

Panama will seinen Dienstleistungssektor verteidigen.
Foto: REUTERS
Wirtschaft 06.04.2016

„Panama Papers“: Panama wehrt sich gegen Drohungen

Teddy JAANS
Teddy JAANS
Panama kritisiert die Drohung Frankreichs, das mittelamerikanische Land wegen der „Panama Papers“-Enthüllungen wieder auf die Schwarze Liste der Steuerparadiese zu setzen.

(dpa) - Panama kritisiert die Drohung Frankreichs, das mittelamerikanische Land wegen der „Panama Papers“-Enthüllungen wieder auf die Schwarze Liste der Steuerparadiese zu setzen. Panama werde seinen Finanzsektor verteidigen und über Gegenmaßnahmen nachdenken, kündigte der stellvertretende Außenminister Luis Miguel Hincapié am Mittwoch an. Der französische Botschafter sei bereits einbestellt worden.

Frankreichs Finanzminister Michel Sapin hatte zuvor angekündigt, Panama wieder auf die Schwarze Liste der im Finanzbereich nicht kooperativen Ländern zu setzen. Er äußerte den Wunsch, dass sich die in der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) zusammengeschlossenen Länder diesem Schritt anschlössen.

"Dialogbereit, aber ..."

Panama sei zum Dialog bereit und prüfe Möglichkeiten, den Missbrauch des Finanzplatzes zu verhindern, sagte Vize-Außenminister Hincapié. „Das Wichtige ist aber, den Dienstleistungssektor zu verteidigen, den die Panamaer durch gemeinsame Anstrengungen aufgebaut haben.“

Nach der Aufdeckung von 214 000 Briefkastenfirmen durch die „Panama Papers“ hatte die OECD Panama bescheinigt, internationale Standards für Steuertransparenz trotz früherer Zusagen zu missachten. „Panama ist der letzte große Verweigerer, der es weiterhin erlaubt, dass Offshore-Fonds vor Steuer-und Strafverfolgungsbehörden versteckt werden“, kritisierte der Generalsekretär Angel Gurría.


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