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"Panama Papers": Luxemburger "Société Générale Bank and Trust" im Visier
Wirtschaft 2 Min. 05.04.2016

"Panama Papers": Luxemburger "Société Générale Bank and Trust" im Visier

979 Briefkastenfirmen wurden seit 1977 gegründet, davon zwei Drittel über die „Société Générale Bank & Trust Luxembourg“.

"Panama Papers": Luxemburger "Société Générale Bank and Trust" im Visier

979 Briefkastenfirmen wurden seit 1977 gegründet, davon zwei Drittel über die „Société Générale Bank & Trust Luxembourg“.
Foto: Chris Karaba
Wirtschaft 2 Min. 05.04.2016

"Panama Papers": Luxemburger "Société Générale Bank and Trust" im Visier

Im Jahr 2012 versicherte die „Société Générale“, keine Tätigkeit in Steueroasen zu haben. Informationen der Zeitung „Le Monde“ und der Sendung „Cash Investigation“ widersprechen dem.

(lc) - Im Jahr 2012 versicherte die „Société Générale“, keine Tätigkeit in Steueroasen zu haben. Informationen der Zeitung „Le Monde“ und des französischen Fernsehens widersprechen dem.

979 Briefkastenfirmen wurden seit 1977 gegründet, davon zwei Drittel über die „Société Générale Bank & Trust Luxembourg“. Damit ist die „Société Générale“ eine der aktivsten Banken bei Mossack Fonseca.

CEO Frédéric Oudéa hatte im Jahr 2012 bekannt gegeben, seine Gruppe habe mittlerweile keine Aktivitäten in Steueroasen und anderen Offshore-Finanzzentren mehr. Eine Aussage, die die „Société Générale“ nochmals am vergangenen Montag bekräftigte, als die ersten Enthüllungen der "Panama Papers" bekannt wurden.

Über Luxemburg nach Panama

Die Zeitung „Le Monde“ und die Fernsehsendung „Cash Investigation“ behaupten das Gegenteil. Die Bank habe in der Tat ihre Tätigkeit seit 2012 stark reduziert, dennoch würden noch immer Briefkastenfirmen von der „Société générale“ betrieben. 36 seien noch aktiv. Die Bank hat hierauf mittlerweile reagiert und teilte mit, diese wenigen Einheiten würden vollständig transparent handeln. Wie dem auch sei, es bleibt dabei: die „Société Générale“ ist noch immer in Panama aktiv.

Die Luxemburger Filiale der „Société Générale“, SGBT Luxembourg“, befindet sich nach Angaben von „Cash Investigation“ im Herzen des Systems der Briefkastenfirmen. Zwischen 2000 und 2015 hat sie 460 solche Strukturen gegründet, um so die Identität der tatsächlichen Nutznießer zu verbergen. Dies zeigt ganz klar der Austausch von E-Mails zwischen Mossack Fonseca und der „Société Générale“.

Banque Edmond de Rothschild und zwei Staatsfonds in Malaysia und Abu Dhabi

Die Sendung "Cash Investigation" befasste sich zudem mit der Banque Edmond de Rothschild Europe in Luxemburg. Marc Ambroisien, ehemaliger CEO von Edmond de Rothschild Europe, habe bewusst die Augen verschlossen, als ein dubioser Kunde hohe Summen einbezahlt habe, so „Cash Investigation“ am Dienstag.

Die Banque privée Edmond de Rothschild in Luxemburg.
Die Banque privée Edmond de Rothschild in Luxemburg.
Foto: Gerry Huberty

Die Hunderte von Millionen Euro gehörten Khadem Al Qubaisi, dem ehemaligen Führer des Abu Dhabi Staatsfonds IPIC. Er steht im Verdacht, mehr als eine Milliarde Euro Schmiergelder zu Lasten des Malaysian Staatsfonds 1MDB erhalten zu haben. In diesen Finanzskandal ist der malaysische Premierminister verstrickt und hat Verflechtungen in die Schweiz und nach Luxemburg. Deswegen hat die Luxemburger Staatsanwaltschaft am vergangenen Donnerstag eine Untersuchung gegen Unbekannt eingeleitet wegen Geldwäsche nach Veruntreuung öffentlicher Gelder.

Gegenüber dem "Luxemburger Wort" wollte die Banque Edmond de Rothschild Europe die Angaben von „Cash Investigation“ nicht kommentieren. Ambroisien ist seit September nicht mehr der CEO der Bank.

 (Text: lc, Übersetzung vom Französischen: mt)

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