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"Panama Papers": Claude Marx nicht direkt zitiert
Wirtschaft 2 Min. 09.05.2016

"Panama Papers": Claude Marx nicht direkt zitiert

Wenige Monate nach seinem Start als CSSF-Generaldirektor sieht sich Claude Marx mit Vorwürfen konfrontiert, er sei in Offshore-Geschäfte verstrickt

"Panama Papers": Claude Marx nicht direkt zitiert

Wenige Monate nach seinem Start als CSSF-Generaldirektor sieht sich Claude Marx mit Vorwürfen konfrontiert, er sei in Offshore-Geschäfte verstrickt
Foto: Guy Jallay
Wirtschaft 2 Min. 09.05.2016

"Panama Papers": Claude Marx nicht direkt zitiert

Laurent SCHMIT
Laurent SCHMIT
Am 26. April schrieb die Zeitung "Le Soir" über Verbindungen des CSSF-Generaldirektors Claude Marx und Offshore-Strukturen. Marx stritt ab, in seiner Zeit bei der Bank HSBC eine Funktion in einer Offshore-Struktur gespielt zu haben. Die neuen Daten deuten auf eine zumindest passive Rolle hin.

(las) - Der Name des heutigen Generaldirektor der Bankenaufsichtsbehörde CSSF taucht nicht auf in denen am Montagabend veröffentlichten Daten der "Panama Papers". Somit bestätigen sich die Aussagen von Claude Marx gegenüber dem "Lëtzebuerger Land", er habe nie Offshore-Gesellschaften für Kunden eröffnet, noch sei er Verwaltungsratsmitglied solcher Strukturen gewesen. In den Daten des Handelsregisters Panamas, die die Datenbank OpenCorporates anbietet, findet sich ebenfalls kein Hinweis auf Claude Marx als Bevollmächtigter.

Grund der Spekulationen um die Verwicklung des CSSF-Generaldirektors in Offshore-Geschäfte war ein Bericht der belgischen Zeitung "Le Soir" vom 26. April. Marx habe seit den 1990er Jahren in Kontakt mit der Kanzlei Mossack Fonseca gestanden, deren Kundendaten durch "Panama Papers" nun öffentlich wurden. In den 2000er Jahren sei er als beigeordneter Direktor der HSCB in Luxemburg Aktionär in mehreren Offshore-Gesellschaften gewesen, die in den "Panama Papers" auftauchen.

Tatsächlich taucht die HSBC Private Bank (Luxembourg) S.A. in der Datenbank auf. Als Dienstleister hat sie für ihre Kunden 141 Offshore-Gesellschaften gründen lassen. Diese Aktivitäten fallen in die Jahre 1997 bis 2007. Marx war beigeordneter Direktor der Bank von 2000 bis 2011.

Das Finanzministerium stärkte Claude Marx sehr klar den Rücken: Marx habe klargestellt, dass er nie Aktionär oder Bevollmächtigter einer Offshore-Struktur gewesen sei. Finanzminister Pierre Gramegna sagte kürzlich auf Nachfrage, die Rolle von Marx sei höchstens passiv gewesen. Seine Ernennung zum Generaldirektor der CSSF beruhe auf seiner Kompetenz, seiner Ehrbarkeit und seiner langjährigen Erfahrung im Finanzsektor, erklärte ein Sprecher des Finanzministeriums Ende April.

Die Datenbank des ICIJ listet die Personen auf, die eine Rolle in einer der von Mossack Fonseca verwalteten Offshore-Gesellschaften spielten - demnach Direktoren aber auch Aktionäre. Ebenfalls gelistet sind die Dienstleister, die für ihre Kunden Offshore-Gesellschaften gründeten und dies bei Mossack Fonseca anfragten.

CSSF prüft Offshore-Aktivitäten

In seiner heutigen Funktion als oberster Bankenaufseher reagierte Claude Marx auf die Veröffentlichung der "Panama Papers". Die CSSF kündigte „angemessene Konsequenzen“ an, sollte sich im Zuge der Enthüllungen herausstellen, dass Luxemburger Banken oder Investmentfirmen ihre Auflagen missachtet hätten, besonders hinsichtlich der Vorbeugung von Geldwäsche. Darüber hinaus hat die CSSF die Luxemburger Banken aufgefordert, den Umfang ihrer Offshore-Aktivitäten zwischen 2007 und 2012 mitzuteilen.

Im Interview mit dem Luxemburger Wort sagte Marx, die Maßstäbe seien heute andere: „Über das vergangene Handeln in Bezug auf Steuerehrlichkeit kann man nicht mit heutigen oder künftigen Gesetzen urteilen“. Seit 2009 sei die Entwicklung in Richtung Transparenz unaufhaltsam, so Marx weiter.


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