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Panalpina will am Standort Luxemburg drastisch Personal reduzieren
Wirtschaft 2 Min. 26.05.2020

Panalpina will am Standort Luxemburg drastisch Personal reduzieren

Großer Kunde des Cargocenters am Luxemburger Flughafen: Von hier aus fliegt Panalpina seit 30 Jahren in die USA.

Panalpina will am Standort Luxemburg drastisch Personal reduzieren

Großer Kunde des Cargocenters am Luxemburger Flughafen: Von hier aus fliegt Panalpina seit 30 Jahren in die USA.
Foto: Gerry Huberty
Wirtschaft 2 Min. 26.05.2020

Panalpina will am Standort Luxemburg drastisch Personal reduzieren

Marco MENG
Marco MENG
150 von rund 200 Stellen sollen im Land gestrichen werden – Verhandlungen über einen Sozialplan laufen. Es wäre ein schwerer Schlag für den Logistikstandort.

Die Verhandlungen zu einem Sozialplan beim Logistiker Panalpina laufen, wie der OGBL auf Nachfrage bestätigt. Konkrete Zahlen will man nicht nennen. Zuvor war von etwa 150 Stellen die Rede, die im Land abgebaut werden sollen. 

Panalpina, großer Kunde des Cargocenters am Luxemburger Flughafen sowie insbesondere des dortigen Healthcare and Pharma Centers, beschäftigt rund 200 Mitarbeiter im Großherzogtum. 

Grund für Stellenstreichungen sind weniger die derzeitige Wirtschaftskrise wegen der Viruspandemie als vielmehr Kostenreduzierung und Synergien: Im August letzten Jahres hatte der dänische Logistikkonzern DSV den Basler Panalpinakonzern mit seinen rund 15.000 Mitarbeitern übernommen. DSV zählt damit rund 60.000 Beschäftigte. 

Schon kurz nach dem Zukauf hatten die Dänen einen weltweiten Stellenabbau angekündigt. Denn DSV hatte für Panalpina 4,6 Milliarden Franken (rund 4,3 Milliarden Euro) auf den Tisch gelegt, das 60-Fache von dessen letztem Nettogewinn. Jetzt will das Unternehmen Kosten reduzieren

DSV legt Geschäftsfelder zusammen 

„Panalpina hat noch immer eine kleine Marge und ist nicht wettbewerbsfähig“, erklärte im Februar DSV-Finanzvorstand Jens Lund gegenüber dem Wall Street Journal. 

Panalpina nutzt den Flughafen in Findel ausgiebig und ist einer der größten Frachtbringer.
Panalpina nutzt den Flughafen in Findel ausgiebig und ist einer der größten Frachtbringer.
Foto: Guy Jallay

Die Integration des Schweizer Logistikers, die vor allem die Luft- und Seefracht betrifft, soll 2020 abgeschlossen sein. So sollen zuerst durch Zusammenlegen von Abteilungen in den Bereichen IT-Infrastruktur, Verwaltung und Logistik 3.000 bis 4.000 Stellen reduziert werden. 

Auch schon bei der letzten großen Übernahme durch DSV im Jahr 2016 waren weltweit im Konzern als Folge 3.000 Stellen gestrichen worden. 

Es gehe darum, effizienter zu werden, sagte Lund. Hinzu kommt nun die Corona-Krise, die sich mittlerweile weltweit auf die Transport- und Logistikmärkte auswirke, so das Unternehmen in einer Pressemitteilung. 

Das Unternehmen hatte darum seinen Ausblick für das Jahr 2020 zurückgezogen


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DSV wuchs durch den Zukauf von Panalpina zu einem der größten Transport- und Logistikunternehmen mit einem Umsatz von rund 16 Milliarden Euro. 

Im ersten Quartal 2020 wies der Konzern einen Umsatz von 27,3 Milliarden dänische Kronen (3,6 Milliarden Euro) gegenüber 19,9 Milliarden im Vorjahresquartal aus und einen Gewinn von 6,7 Milliarden Kronen gegenüber 5,1 Milliarden. 

Die hohen Zukaufskosten reduzierten allerdings den Nettogewinn um 66 Prozent auf umgerechnet 44 Millionen Euro. 

Panalpina ist neben Kühne und Nagel der zweite Schweizer Logistiker, der am Standort Luxemburg vertreten war. K+N beschäftigte in Contern zuletzt knapp 700 Mitarbeiter.

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