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Oxfam fordert in Davos mehr Steuern für Reiche und Konzerne
Wirtschaft 3 Min. 23.05.2022
Weltwirtschaftsforum beginnt

Oxfam fordert in Davos mehr Steuern für Reiche und Konzerne

Das jährliche Weltwirtschaftsforum ist gestartet. Jedes Jahr trifft sich in der Schweiz die Elite aus Wirtschaft und Poltik.
Weltwirtschaftsforum beginnt

Oxfam fordert in Davos mehr Steuern für Reiche und Konzerne

Das jährliche Weltwirtschaftsforum ist gestartet. Jedes Jahr trifft sich in der Schweiz die Elite aus Wirtschaft und Poltik.
Foto: AFP
Wirtschaft 3 Min. 23.05.2022
Weltwirtschaftsforum beginnt

Oxfam fordert in Davos mehr Steuern für Reiche und Konzerne

Millionen von Menschen drohen wegen der weltweiten Krisen in extreme Armut abzurutschen. Vor dem großen Treffen in Davos gibt es Rufe nach politischem Handeln.

(dpa) - Seit Beginn der Corona-Pandemie sind die Reichsten der Welt der Organisation Oxfam zufolge noch reicher geworden. Das Vermögen von Milliardären sei um 42 Prozent gewachsen. Gleichzeitig sei weltweit mehr als eine Viertelmilliarde Menschen gefährdet, in diesem Jahr in extreme Armut abzurutschen. Zu diesem Ergebnis kommt die Organisation in ihrem Bericht zu den Profiteuren der globalen Krisen, den sie zur Jahrestagung des Weltwirtschaftsforums (WEF) in Davos vorstellt.

In dem Schweizer Alpenort treffen sich von Montag an fast 2.500 Teilnehmer aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft, um über Lösungen für internationale Probleme zu diskutieren. Dabei geht es immer auch um die Balance zwischen wirtschaftlichem Profit und sozialer Gerechtigkeit. Die Tagung steht in diesem Jahr unter dem Motto „Geschichte an einem Wendepunkt: Regierungspolitik und Geschäftsstrategien“.

Superreiche in der Pflicht

Die Nothilfe- und Entwicklungsorganisation Oxfam forderte angesichts wachsender Ungleichheit eine stärkere Besteuerung von Unternehmen und sehr hohen Vermögen. „Es ist nicht hinnehmbar, dass Konzerne und die dahinter stehenden Milliardärinnen und Milliardäre Rekordgewinne einfahren, während Millionen Menschen Mahlzeiten ausfallen lassen müssen, die Heizung abdrehen, mit ihren Rechnungen im Rückstand sind und sich fragen, was sie als nächstes tun können, um zu überleben“, sagte Manuel Schmitt, Referent für soziale Ungleichheit bei Oxfam Deutschland.

Regierungen müssten dringend gegensteuern und Konzerne sowie Superreiche in die Pflicht nehmen. In Deutschland müsse die Vermögensteuer wieder eingeführt werden. Außerdem sei eine einmalige Abgabe auf sehr hohe Vermögen und eine Übergewinnsteuer für Konzerne angesagt.


(FILES) In this file photo taken on November 2, 2021 US CEO of Amazon Jeff Bezos attends an Action on Forests and Land Use session, during the COP26 UN Climate Change Conference in Glasgow, Scotland - The fortunes of the world's ten richest men have doubled since the start of the pandemic while the incomes of 99% of humanity have shrunk, according to an Oxfam report on Monday, January 17. (Photo by Paul ELLIS / POOL / AFP)
Zehn reichste Menschen verdoppeln ihr Vermögen
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Laut Oxfam haben die Corona-Pandemie und steigende Preise für Energie und Lebensmittel Armut und soziale Ungleichheit zuletzt noch befeuert. Die Zahl der Milliardärinnen und Milliardäre sei seit 2020 um mehr als 570 auf 2.668 gewachsen. Zusammen verfügten sie über ein Vermögen von 12,7 Billionen Dollar. Allein während der Pandemie sei es um 42 Prozent gewachsen und entspreche nun 13,9 Prozent der weltweiten Wirtschaftsleistung. Allein Pharmakonzerne machten mit Impfstoffen einen Gewinn von über 1.000 Dollar pro Sekunde und verlangten von den Regierungen bis zum 24-fachen des Herstellungspreises.

Demonstranten protestieren im Rahmen des Weltwirtschaftsgipfels.
Demonstranten protestieren im Rahmen des Weltwirtschaftsgipfels.
Foto: AFP

Historischer Sprung bei den Lebensmittelpreisen

Gleichzeitig seien rund 260 Millionen Menschen gefährdet, wegen zunehmender Ungleichheit und steigender Lebensmittelpreise in Armut abzurutschen. Im vergangenen März habe es den größten Sprung der Lebensmittelpreise seit Beginn der Aufzeichnungen der Vereinten Nationen im Jahr 1990 gegeben.

Auch die Ungleichheit zwischen Staaten nehme wieder zu. Mehr als jedes zweite einkommensschwache Land könne seine Schulden bald nicht mehr zurückzahlen. „Derzeit ersticken einkommensschwache Länder unter ihrer Schuldenlast, und weltweit explodieren Ungleichheit und Armut“, sagte Schmitt.


100 Millionäre fordern Vermögensteuer für die Reichsten
Eine Gruppe von mehr als 100 Millionären aus neun Ländern fordert eine Vermögensteuer für die Reichsten.

Befeuert werden die steigenden Preise und auch die Schuldenproblematik derzeit durch den russischen Krieg in der Ukraine. Die Folgen des Krieges sollen auch das Weltwirtschaftsforum stark prägen - die dritte weltweite Krise neben der Corona-Pandemie und dem Klimawandel. Thematisiert werden unter anderem die Auswirkungen auf Lieferketten, Energieversorgung und Nahrungsmittelsicherheit.

Keine russische Delegation

Die Auftaktrede in Davos hält am Montag der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj, der digital zugeschaltet wird. Später sind der Kiewer Bürgermeister Vitali Klitschko und sein Bruder Wladimir zu Gast. 

Wegen des Krieges wird anders als sonst üblich keine russische Delegation an der Jahrestagung teilnehmen. Dafür sind zahlreiche ukrainische Politiker und Stiftungen vertreten. Statt des russischen Hauses wird es eine Ausstellung geben, die laut Victor-Pinchuk-Stiftung russische Kriegsverbrechen zeigt.

Traditionell findet das Treffen des Weltwirtschaftsforums eigentlich Mitte Januar statt, wegen der Corona-Pandemie war es jedoch verschoben worden. Im Januar hatte die Stiftung stattdessen Führungskräfte digital zusammengebracht. Auch im vergangenen Jahr konnte das Weltwirtschaftsforum nur digital stattfinden.


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