Wählen Sie Ihre Nachrichten​

Optimistisch für 2016: ArcelorMittal investiert 35 Millionen Euro in den Standort Differdingen
Wirtschaft 16 2 Min. 13.01.2016 Aus unserem online-Archiv

Optimistisch für 2016: ArcelorMittal investiert 35 Millionen Euro in den Standort Differdingen

Wirtschaft 16 2 Min. 13.01.2016 Aus unserem online-Archiv

Optimistisch für 2016: ArcelorMittal investiert 35 Millionen Euro in den Standort Differdingen

ArcelorMittal sieht Luxemburg weiter als einen zukunftsträchtigen Stahlproduktionsstandort. 2015 wurden 49 Millionen Euro in die Stahlwerke von Belval und Differdingen investiert - auch dieses Jahr steht Innovation an erster Stelle.

(lb) Europas Stahlindustrie steht unter Druck. Billigausfuhren aus China drohen in Zukunft zu einem massiven Preiskampf zu führen – die Produktionskapazität der Chinesen übertrifft die der Europäer und der Amerikaner. Problematisch wird dies zudem weil der Export aus China letztes Jahr regelrecht explodiert ist und somit Marktanteile von ArcelorMittal angreift.

Der Stahlriese ist sich der Herausforderungen bewusst: Die Standorte von Belval und Differdingen exportieren beispielsweise 40 Prozent ihrer Produktion außerhalb Europas. „Wir erwarten uns, dass dieser Export schwieriger wird“, erklärte gestern Alex Nick, Vizepräsident des ArcelorMittal-Verwaltungsrats in Luxemburg. Zudem stellen die Energiepreise eine regelrechte Behinderung dar.

Innovation über alles

Dennoch erlaube es Luxemburgs Spitzenproduktion der Zukunft mit Zuversicht entgegenzusehen. „Wir sind für Luxemburg optimistisch“, bestätigte Nick. Der Standort Differdingen kannte 2015 mit mehr als 7 000 produzierten Tonnen Walzstahlträgern sein bestes Jahr seit 2006. Auch in Bissen wurde ein Produktionsrekord seit 2004 aufgestellt.

In Belval – dem größten Stahlwerk im Land – sei die Produktion trotz eines leichten Rückgangs zufriedenstellend gewesen. Zu erklären ist der Schwund mit einer geringeren Anzahl von Aufträgen sowie der einmonatigen Schließung der zweiten Stahlstraße. Deren Modernisierung soll nun zu einer innovativeren und wettbewerbsfähigeren Produktion führen. Zudem hofft ArcelorMittal, dass die reduzierte Anzahl von Konkurrenten in Europa dem Konzern in die Karten spielt: Der Hauptkonkurrent in Sachen Spundbohlen hat seine Produktion letztes Jahr eingestellt.

Verschmutzungsrechte sorgen für Unmut

In Luxemburg sollen dieses Jahr 40 Millionen Euro investiert werden, wovon der Hauptteil auf Differdingen entfällt. Insgesamt soll die Anlage dieses Standortes zwischen 2015 und 2016 für 35 Millionen Euro modernisiert werden. Direkte und dadurch schnellere Beladungsmöglichkeiten der Lastwagen sollen dem Kunden ebenfalls entgegenkommen. Doch auch an Standorten wie Belval, Bissen, Rodange und Düdelingen wird es weiterhin Entwicklungsprojekte geben.

Für den Standort Rodange, bei dem von einer Schließung die Rede war, wird man sich auf die Rillenschienenproduktion spezialisieren. Bis dato sei bezüglich Schifflingen keinerlei Entscheidung getroffen worden, bestätigte Nick erneut. So würden die Verhandlungen mit der Regierung weiterlaufen. Dennoch könne man sich nicht vorstellen, dort noch einmal Stahl zu produzieren.

Besorgt gibt sich ArcelorMittal unterdessen gegenüber den europäischen Rahmenbedingungen bezüglich der Verschmutzungsrechte. Die Treibhausgasemissionszertifikate würden international zu einer Wettbewerbsverzerrung führen. „Wenn die Europäische Kommission ihre Pläne durchsetzt, dann wird es nach 2030 leider keine Stahlindustrie in Europa mehr geben“, so Nick. Das Risiko besteht in der Tat darin, dass sich die Produktion in jene Länder verlagert, die weniger strenge Auflagen haben.


Lesen Sie mehr zu diesem Thema

Luxemburger Stahlwerke behaupten sich
Überkapazitäten auf dem Markt, Billigstahl aus Fernost und die künftige Wettbewerbsfähigkeit der Werke in Luxemburg sind Herausforderungen für ArcelorMittal.
Wi , PK ArcelorMittal , Site de Differdange , Stahl , Stahlindustrie , anc Arbed , Roland Bastian , Foto:Guy Jallay/Luxemburger Wort