Wählen Sie Ihre Nachrichten​

Opioid-Klagen: Pharmakonzern Purdue insolvent
Wirtschaft 16.09.2019

Opioid-Klagen: Pharmakonzern Purdue insolvent

Opioid-Klagen: Pharmakonzern Purdue insolvent

Foto: AFP
Wirtschaft 16.09.2019

Opioid-Klagen: Pharmakonzern Purdue insolvent

Weil das Unternehmen zehn Milliarden Dollar an Schadenersatz zahlen muss, beantragte es eine Insolvenz.

(dpa) - Der US-Pharmakonzern Purdue Pharma, gegen den mehr als 2000 Klagen wegen seines süchtig machenden Schmerzmittels Oxycontin anhängig sind, hat Insolvenz beantragt. Mit dem Insolvenzverfahren nach Kapitel 11 will Purdue die Klagen beilegen, wie das Unternehmen am Sonntagabend (Ortszeit) in New York mitteilte. Die Firma soll in eine Stiftung der öffentlichen Hand überführt werden.

Bundesstaaten, Städte und Landkreise fordern vom Unternehmen Milliarden von Dollar zurück, die sie für den Kampf gegen Opiat-Abhängigkeit und Überdosierung ausgegeben haben. Opioide sind zum Teil synthetisch hergestellte Arzneimittel - wie etwa Oxycontin - mit unter anderem schmerzlindernden Eigenschaften.


Drogen- und Alkoholvergiftung, Suizid sowie Lebererkrankungen sind einige der Hauptursachen der steigenden Todesrate bei weißen US-Bürgern.
Von Schmerzmittel zu Heroin: Opioid-Epidemie in den USA
In den USA ist Heroin wieder zum Problem geworden. Denn die Droge ist extrem billig zu bekommen - und starke Schmerzmittel sind für viele Amerikaner der Einstieg in die Sucht.

Ursprünglich wollten die Behörden bis zu 12 Milliarden US-Dollar (rund 11 Milliarden Euro) an Schadenersatz erheben, die Purdue-Verantwortlichen konnten sich aber mit diesen auf einen Vergleichsbetrag von mehr als 10 Milliarden US-Dollar einigen. Das wäre damit die bisher höchste Vergleichssumme im Zusammenhang mit der in den USA grassierenden Welle der Opioid-Abhängigkeit.

Erst Ende August hatte ein Gericht den Pharmakonzern Johnson & Johnson wegen unrechtmäßiger Vermarktung von suchtgefährdenden Schmerzmitteln zu einer Zahlung von 572 Millionen Dollar verurteilt. Johnson & Johnson kündigte umgehend an, Berufung gegen die Entscheidung einzulegen. Der Generalstaatsanwalt von Oklahoma, Mike Hunter, hatte dem Konzern vorgeworfen, mit suchtgefährdenden Schmerzmitteln ein Wegbereiter der Opioid-Welle und Drogenkrise gewesen zu sein.


Lesen Sie mehr zu diesem Thema