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Oliver Hart und Bengt Holmström sind Preisträger 2016
Wirtschaft 2 Min. 10.10.2016 Aus unserem online-Archiv
Wirtschaftsnobelpreis

Oliver Hart und Bengt Holmström sind Preisträger 2016

Ein Brite und ein Finne haben den Wirtschaftsnobelpreis gewonnen.
Wirtschaftsnobelpreis

Oliver Hart und Bengt Holmström sind Preisträger 2016

Ein Brite und ein Finne haben den Wirtschaftsnobelpreis gewonnen.
Foto: AFP
Wirtschaft 2 Min. 10.10.2016 Aus unserem online-Archiv
Wirtschaftsnobelpreis

Oliver Hart und Bengt Holmström sind Preisträger 2016

Laurent SCHMIT
Laurent SCHMIT
Für ihre Theorien über Verträge erhielten die Ökonomen Oliver Hart und Bengt Holmström den Wirtschaftsnobelpreis. Sie arbeiten jeweils an der Harvard Universität und am MIT-Institut in den USA.

(dpa/las) - Der diesjährige Nobelpreis für Wirtschaftswissenschaften geht an Oliver Hart und Bengt Holmström. Die Wissenschaftler bekommen die Auszeichnung für ihren Beitrag zur Kontrakttheorie, wie die Königlich-Schwedische Wissenschaftsakademie am Montag in Stockholm bekanntgab.

Der 68-jährige Wirtschaftswissenschaftler Oliver Hart wurde in London geboren und forscht heute an der Harvard Universität. Der Finne Bengt Holmström ist 67 Jahre alt und arbeitet an der Wirtschaftsabteilung des Massachusetts Institute of Technology (MIT). Ihre Forschungen seien wertvoll für das Verständnis von Vertragskonstrukten, etwa von Top-Managern oder öffentlichen Ausschreibungen, hieß es zur Begründung.

Offiziell heißt die Auszeichnung "Alfred-Nobel-Gedächtnispreis für Wirtschaftswissenschaften". Anders als die Nobelpreise in Physik, Chemie, Medizin und Literatur sowie den Friedenspreis wurde diese Auszeichnung nicht von Alfred Nobel selbst gegründet. Den Wirtschaftspreis stiftete die schwedische Reichsbank in Erinnerung an Nobel nachträglich 1968. Bisher wurden 47 Preise an 76 Laureaten vergeben.

Die US-Politikwissenschaftlerin Elinor Ostrom war 2009 die erste Frau, die den Wirtschaftspreis erhielt. Seit 1969 sind vor allem Ökonomen aus den USA ausgezeichnet worden - allerdings nicht in den letzten zwei Jahren: 2014 bekam der Franzose Jean Tirole den Preis, 2015 erkannte die Jury ihn dem britisch-amerikanischen Wissenschaftler Angus Deaton zu.

Wirbel gab es vergangene Woche um ein angebliches Leak zum künftigen Chefökonom der Weltbank Paul Romer. Die New York University hatte am Donnerstag auf ihrer Internetseite versehentlich zu einer Pressekonferenz mit ihrem Professor "Paul Romer, Gewinner des Wirtschaftsnobelpreises 2016".

Nächsten Donnerstag wird der Literaturnobelpreisträger 2016 bekanntgegeben. Am Freitag hatte das norwegische Nobelkomitee dem kolumbianischen Präsidenten Juan Manuel Santos den Friedensnobelpreis für seine Bemühungen um Frieden in dem südamerikanischen Land zuerkannt.

Die Preisträger der letzten 10 Jahre

2015 - Angus Deaton (USA/Großbritannien). Der gebürtige Schotte bekam den Preis für seine "Analyse von Konsum, Armut und Sozialstaat".

2014 - Jean Tirole (Frankreich). Das Nobelkomitee zeichnete den Industrieökonomen für seine Forschungen über Marktmacht und Regulierung aus.

2013 - Eugene F. Fama (USA), Lars Peter Hansen (USA) und Robert J. Shiller (USA). Die drei Forscher wurden für ihre Methoden zur Beobachtung der Kursbildung an den Aktienmärkten ausgezeichnet.

2012 - Alvin E. Roth (USA) und Lloyd S. Shapley (USA). Beide entwickelten wichtige Erkenntnisse, wie man verschiedene wirtschaftliche Akteure zueinander bringt.

2011 - Christopher A. Sims (USA) und Thomas Sargent (USA). Ihr Gebiet: Modelle, mit denen sich das Wechselspiel von Inflation, Zinsen und Arbeitslosigkeit analysieren lässt.

2010 - Peter A. Diamond, Dale T. Mortensen (USA) und Christopher A. Pissarides (Großbritannien). Sie wurden für ihre Untersuchung von Marktmechanismen ausgezeichnet.

2009 - Elinor Ostrom (USA) und Oliver E. Williamson (USA). Sie haben gezeigt, "wie gemeinschaftliches Eigentum von Nutzerorganisationen erfolgreich verwaltet werden kann". Zu Williamson hieß es, er habe Modelle zur Konfliktlösung mit Hilfe von Unternehmensstrukturen entwickelt.

2008 - Paul Krugman (USA) für seine Forschungsergebnisse als Handelstheoretiker.

2007 - Leonid Hurwicz (USA), Eric S. Maskin (USA) und Roger B. Myerson (USA) für ihre Arbeiten über die Grundlagen der "Mechanischen Designtheorie".

2006 - Edmund S. Phelps (USA) für seine Analyse zum Verhältnis kurz- und langfristiger Effekte in der Wirtschaftspolitik.


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