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OGBL/LCGB: RTL Group baut 94 Arbeitsplätze ab
Wirtschaft 2 Min. 08.10.2019

OGBL/LCGB: RTL Group baut 94 Arbeitsplätze ab

Die Gewerkschaften fragen sich, ob der Standort Luxemburg als Konzernzentrale noch abgesichert ist.

OGBL/LCGB: RTL Group baut 94 Arbeitsplätze ab

Die Gewerkschaften fragen sich, ob der Standort Luxemburg als Konzernzentrale noch abgesichert ist.
Guy Jallay
Wirtschaft 2 Min. 08.10.2019

OGBL/LCGB: RTL Group baut 94 Arbeitsplätze ab

Nadia DI PILLO
Nadia DI PILLO
Personaldelegation, OGBL und LCGB fordern, dass das Abkommen zwischen der luxemburgischen Regierung, RTL Group, CLT-UFA und Bertelsmann überprüft wird.

Was Ende August angekündigt wurde, hat der Verwaltungsrat der RTL-Gruppe in seiner Sitzung vom letzten Mittwoch beschlossen: die Konzernzentrale (RTL Group s.a.) in Luxemburg wird von 112 Arbeitsplätzen auf 18 reduziert. "Somit werden 94 Arbeitsplätze der Konzernführung auf Kirchberg abgebaut, also ganze 84 Prozent", schreiben die Gewerkschaften OGBL und LCGB in einer Pressemitteilung.

Der Grund für den Stellenabbau seien die angekündigten Restrukturierungsmaßnahmen, die zu Kosteneinsparungen beitragen sollen und "das bei einem Rekordgewinn von mehr als 400 Millionen Euro im ersten Halbjahr 2019", bedauern die beiden Gewerkschaften in ihrem Schreiben.

Vertrag oder leere Hülle?

Dabei stellt sich die Frage, ob dies ein Verstoß gegen bestehende Abkommen zwischen Regierung und der RTL-Gruppe darstellt?

OGBL und LCGB erinnern daran, dass in einem Abkommen, das am 31. März 2017 zwischen der luxemburgischen Regierung einerseits und RTL Group, CLT-UFA und Bertelsmann andererseits unterzeichnet wurde, unter anderem die Verankerung der Konzernzentrale in Luxemburg geregelt wird. Es handele sich hierbei um eine der vertraglichen Verpflichtungen der RTL-Gruppe, damit der Luxemburger Staat bis 2023 jährlich bis zu zehn Millionen Euro an öffentlichen Geldern für das luxemburgische Fernsehprogramm von RTL zur Verfügung stellt.


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Die Personaldelegation und die Gewerkschaften OGBL und LCGB fragen sich nun, "ob der Standort Luxemburg als Konzernzentrale abgesichert ist, wenn nur noch 18 von heute 112 Mitarbeitern bei RTL Group verbleiben sollten". Dies könnte bedeuten, "dass verschiedene Abteilungen unbesetzt wären oder aus nur noch einem Mitarbeiter bestehen würden. Hat die Regierung 2017 ein Abkommen unterzeichnet in welchem auch eine leere Hülle (Briefkastenfirma) als Konzernzentrale in Luxemburg möglich wäre?"

Vertrag muss überprüft werden

Die Personaldelegation, der OGBL und der LCGB fordern nun, dass das Abkommen zwischen der luxemburgischen Regierung und RTL Group "integral veröffentlicht und überprüft wird und die geplanten Restrukturierungsmaßnahmen sofort gestoppt werden, falls sie nicht vertragskonform sind". Im Falle eines Sozialplans fordern sie, dass alle Möglichkeiten ausgeschöpft werden, um Entlassungen zu verhindern und den betroffenen Mitarbeitern Arbeitsplätze in Luxemburg, etwa in den Tochtergesellschaften, angeboten werden. 


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Zudem sollten für die Mitarbeiter, die einen Arbeitsplatz in Köln "angeboten" bekommen und diesen aus privaten oder familiären Gründen nicht annehmen können, Arbeitsplätze in Luxemburg erhalten bleiben.

Verhandlungen am 14. Oktober

RTL Group hat sich mittlerweile auch zu Wort gemeldet. In einer Stellungnahme heißt es, das "Corporate Centre der RTL Group soll von insgesamt aktuell 192 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern auf 142 verkleinert werden, von denen zukünftig 44 in Köln und 98 in Luxemburg arbeiten sollen. Der Firmensitz der RTL Group S.A. ist und bleibt in Luxemburg."

Die Arbeitgeber hätten die Personaldelegation sowie die Gewerkschaften dazu eingeladen, die Verhandlungen über einen Sozialplan am 14. Oktober 2019 zu starten.

Ziel sei ein "fairer Sozialplan, der sowohl beschäftigungssichernde Maßnahmen in anderen Einheiten der RTL Group in Luxemburg, Weiterbildungsangebote als auch Abfindungspakete umfassen soll". 

RTL Group betont, dass "auch für die Unternehmensführung beschäftigungssichernde Maßnahmen in den anstehenden Verhandlungen Priorität haben".  




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