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Ölallianz OPEC+ kürzt Ölförderung deutlich
Wirtschaft 2 Min. 06.10.2022
Trotz Energiekrise

Ölallianz OPEC+ kürzt Ölförderung deutlich

Die Industrieländer fordern eine Erhöhung der Förderung. Die Runde der „Opec+“ will aber in die umgekehrte Richtung marschieren.
Trotz Energiekrise

Ölallianz OPEC+ kürzt Ölförderung deutlich

Die Industrieländer fordern eine Erhöhung der Förderung. Die Runde der „Opec+“ will aber in die umgekehrte Richtung marschieren.
Foto: Ali Haider/EPA/dpa
Wirtschaft 2 Min. 06.10.2022
Trotz Energiekrise

Ölallianz OPEC+ kürzt Ölförderung deutlich

Die Entscheidungen der Runde aus 23 Staaten zur Ölförderung sind tendenziell keine gute Botschaft für Autofahrer.

(dpa) – Zum möglichen Leidwesen der Autofahrer fährt die Öl-Allianz Opec+ ihre Ölproduktion zurück. Von November an wird der Verbund aus 23 Staaten zwei Millionen Barrel (je 159 Liter) täglich weniger Öl fördern, wie die Opec am Mittwoch in Wien mitteilte. 

Es ist die umfassendste Verringerung der Produktion seit Langem. Der Schritt soll den zuletzt um bis zu 30 Prozent gefallenen Ölpreis zumindest stabilisieren. Er geschehe „angesichts der Ungewissheit, die die globalen Wirtschafts- und Ölmarktaussichten umgibt, und der Notwendigkeit, die langfristigen Leitlinien für den Ölmarkt zu verbessern“, so die Opec.

USA fordern Aufdrehen des Ölhahns 

Die Ölpreise legten nach der Entscheidung für die Kürzung der Fördermenge zu. Am Mittwochabend kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent 93,06 US-Dollar. Das waren 1,25 Dollar mehr als am Dienstag. Der Preis für ein Barrel der US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) stieg um 0,87 Dollar auf 87,36 Dollar.

Nicht zuletzt die USA fordern allerdings seit Monaten von der Opec+ ein Aufdrehen des Ölhahns - auch im Interesse der Weltwirtschaft. An den Zapfsäulen könnte sich der Benzinpreis wieder nach oben bewegen. Der Einfluss des 2016 um zehn Nicht-Opec-Länder erweiterten Kartells ist weiterhin erheblich. Die Allianz hat einen weltweiten Marktanteil von etwa 40 Prozent.


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Die US-Regierung bezeichnete die Entscheidung der Opec+ als „kurzsichtig“. Präsident Joe Biden sei darüber enttäuscht, erklärten Bidens Sicherheitsberater Jake Sullivan und der Direktor des Nationalen Wirtschaftsrates im Weißen Haus, Brian Deese. In einer Zeit, in der die Aufrechterhaltung der weltweiten Energieversorgung von größter Bedeutung sei, werde sich diese Entscheidung besonders negativ auf Länder mit niedrigem und mittlerem Einkommen auswirken.

Investitionsstau in afrikanischen Ölländern

Die Opec+ bezeichnet ihr Handeln als verantwortungsbewusst. Es gehe ihr nicht nur um die eigenen Einnahmen, sondern um Versorgungssicherheit und Verlässlichkeit, sagte der saudi-arabische Energieminister Abdulasis bin Salman. Eine auf der Pressekonferenz präsentierte Grafik sollte illustrieren, dass sich der Ölpreis zwischen Januar und September nur um wenige Prozent erhöht habe, ganz im Gegensatz zu den Kostenexplosionen bei Gas, Flüssiggas und Kohle.

Unterm Strich wird das Öl-Angebot nicht in Gänze um die auf dem Papier beschriebene Menge verringert. Bereits jetzt fördern einige Staaten wie Nigeria, Angola und Russland weniger, als die bisherigen Vereinbarungen erlauben. Laut Internationaler Energieagentur lag die Förderung des Ölkartells im August um etwa 3,4 Millionen Barrel (je 159 Liter) täglich unter dem vereinbarten Niveau. „Das liegt auch an fehlenden Investitionen in die Ölförder-Infrastruktur zum Beispiel in Nigeria und Angola sowie den westlichen Sanktionen gegen Russland“, sagte Commerzbank-Analyst Carsten Fritsch.

Russland muss ab Dezember für sein Rohöl neue Abnehmer finden. Dann tritt ein nahezu EU-weites Embargo für die Einfuhr von russischem Rohöl in Kraft. Bisher werden täglich noch rund zwei Millionen Barrel aus Russland in die EU geliefert.


(FILES) In this file photo taken on February 25, 2020 the Secretary General of the Oganization of Petroleum Exporting Countries (OPEC) Mohammed Sanusi Barkindo attends the iCCUS conference on enabling circular economy through Carbon Capture, Utilisation, and Storage (CCUS), in the Saudi capital Riyadh. - The Secretary General of the OPEC oil cartel, Nigeria's Mohammad Barkindo, has died unexpectedly at the age of 63, the Nigerian National Petroleum Corporation said on July 6, 2022. (Photo by FAYEZ NURELDINE / AFP)
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