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OECD hebt Wachstumsprognose an
Wirtschaft 3 Min. 31.05.2021 Aus unserem online-Archiv

OECD hebt Wachstumsprognose an

Um die Konjunktur zu stützen, fordert die OECD Luxemburg zu weiteren Infrastrukturinvestitionen auf.

OECD hebt Wachstumsprognose an

Um die Konjunktur zu stützen, fordert die OECD Luxemburg zu weiteren Infrastrukturinvestitionen auf.
Foto: Guy Jallay
Wirtschaft 3 Min. 31.05.2021 Aus unserem online-Archiv

OECD hebt Wachstumsprognose an

Marco MENG
Marco MENG
Die Wirtschaftsleistung Luxemburgs hat bereits wieder Vorkrisenniveau erreicht - noch ist die Pandemie aber nicht beendet.

Die Aussichten für die Weltwirtschaft haben sich aufgehellt. So die neue Konjunkturprognose der Industrieländervereinigung OECD, die am Montag zum Auftakt eines zweitägigen Ministertreffens in Paris vorgelegt wurde. Die Wachstumsprognosen für die großen Volkswirtschaften der Welt wird für 2021 mit einem globalen BIP-Wachstum von 5,8 Prozent (gegenüber 4,2 Prozent in der Dezemberprognose) angegeben. Für 2022 geht die OECD von einem Wachstum von 4,4 Prozent aus (gegenüber 3,7 Prozent in der Dezemberprognose). 

Die globale Wirtschaftstätigkeit, so die OECD-Ökonomen, habe inzwischen Vorkrisenniveau erreicht. Das reale globale Einkommen werde Ende 2022 aber immer noch etwa drei Billionen US-Dollar unter dem Wert liegen, den es ohne die Krise erreicht hätte

Aufschwung in Luxemburg 

Für das Großherzogtum erwartet die OECD nach einem relativ leichten Rückgang im Jahr 2020 ein Wachstum von voraussichtlich 4,8 Prozent in diesem Jahr und 2,8 Prozent im nächsten

Die Arbeitslosenquote wird voraussichtlich im dritten Quartal 2021 mit rund 6,6 Prozent ihren Höchststand erreichen, da die Kurzarbeiterregelung ausläuft, und bis Ende 2022 auf 6,1 Prozent sinken

Die laufende Impfkampagne solle so schnell wie möglich fortgesetzt werden, da die Engpässe beim Impfstoffangebot nachlassen, so die OECD. Eine Verlängerung der gezielten Unterstützungsmaßnahmen für Unternehmen über das Jahr 2021 hinaus sollte darüber hinaus in Betracht gezogen werden, um Unternehmen und Arbeitnehmern in Branchen wie Verkehr und Tourismus bei einer möglichen längerfristigen Nachfrageschwäche zu helfen. 

„Die privaten Investitionen werden sich aufgrund der Expansion des Binnenkonsums und der stabilen Auslandsnachfrage erholen“, so die OECD.  Zu den Abwärtsrisiken für die Projektion gehören schlechter als erwartete epidemiologische Entwicklungen, die das vollständige Auslaufen der derzeit geltenden Eindämmungsmaßnahmen verzögern könnten. Eine langsamer als erwartete Erholung des Arbeitsmarktes könnte den Aufschwung des privaten Konsums schwächen. 

Auf der anderen Seite könnte ein früherer Abschluss der Impfkampagne zu einer schnelleren Kontrolle der Pandemie führen und einen stärkeren Aufschwung des privaten Konsums und der Investitionen bewirken. Gezielte politische Unterstützung sollte fortgesetzt werden. „Die erwartete Beendigung der Maßnahmen zur Arbeitsplatzerhaltung im Juni erfordert eine stärkere Aktivierung der Politik, um die Umverteilung von Arbeitsplätzen zu beschleunigen“, so die OECD. Der politische Schwerpunkt sollte auf der zügigen Umsetzung des EU-Konjunktur- und Resilienzplans liegen, um das Wachstum wiederherzustellen und Arbeitsplätze zu schaffen, indem ökologische Ziele erreicht werden. Zu diesem Zweck sollten Infrastrukturinvestitionen angekurbelt werden, um Nachhaltigkeit in der Verkehrsinfrastruktur und im Bauwesen zu verbessern. 

Risiken bleiben 

„Die Projektionen sind mit erheblicher Unsicherheit behaftet, die Risiken einer positiveren oder negativeren Entwicklung halten sich inzwischen allerdings stärker die Waage“, so der OECD-Bericht. In Ländern mit geringer Impfquote ist das Risiko neuer Corona-Ausbrüche hoch. Auch besteht die Gefahr neuer impfresistenter Mutationen. 

In diesem Fall bräuchte es neue Infektionsschutzmaßnahmen, die wiederum den Aufschwung verzögern würden. „In vielen fortgeschrittenen Volkswirtschaften wächst die Zahl der Geimpften, staatliche Konjunkturimpulse beleben die Nachfrage und den Unternehmen gelingt es immer besser, sich an die Infektionsschutzmaßnahmen anzupassen“, stellt der OECD-Bericht fest. Gleichzeitig werde die Konjunkturerholung in wirtschaftsschwachen Ländern, die auch wenig Impfstoff haben, bescheiden ausfallen

Solange weite Teile der Weltbevölkerung nicht geimpft sind und neue Infektionsausbrüche drohen, werde die Konjunkturerholung uneinheitlich verlaufen und anfällig für Rückschläge bleiben, so die OECD. Gewisse Mobilitäts- und Aktivitätsbeschränkungen werden nach Meinung der Organisation wohl notwendig bleiben, insbesondere für internationale Reisen. Das dürfte die Aussicht auf eine komplette Konjunkturerholung überall beeinträchtigen, auch in Ländern mit hoher Impfquote oder niedrigen Infektionsraten. Es war die letzte Prognose von OECD-Generalsekretär Angel Gurría, der daran erinnerte, dass Klimawandel und der Versuch, den CO2-Ausstoß drastisch zu senken, weiterhin eine große Herausforderung bleiben.

Eine globale Steuerreform mit Mindestsätzen für große Konzerne soll beim Gipfel der großen Industrie- und Schwellenländer (G20) Ende Oktober in Rom beschlossen werden.

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