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Nun also doch: US-Flugverbot für Boeing 737 Max
Wirtschaft 2 Min. 13.03.2019

Nun also doch: US-Flugverbot für Boeing 737 Max

Die Boeing-Maschinen des Typs 737 Max 8 und Max 9 dürfen nun auch in den USA nicht mehr abheben.

Nun also doch: US-Flugverbot für Boeing 737 Max

Die Boeing-Maschinen des Typs 737 Max 8 und Max 9 dürfen nun auch in den USA nicht mehr abheben.
Foto: AFP/Jim Watson
Wirtschaft 2 Min. 13.03.2019

Nun also doch: US-Flugverbot für Boeing 737 Max

Noch am Dienstagabend sah die US-Luftfahrtbehörde FAA keinen Grund für ein Startverbot für die Boeing 737 Max. Die USA waren damit zunehmend isoliert, selbst Kanada scherte aus. Nun kommt die Wende: Auch in den USA müssen die Maschinen auf dem Boden bleiben.

(dpa) - US-Präsident Donald Trump hat angeordnet, alle Maschinen des umstrittenen Flugzeugtyps Boeing 737 Max in den USA am Boden zu lassen. Die Order gelte ab sofort, teilte der Präsident am Mittwoch mit. Trump reagierte damit auf den Absturz einer Boeing 737 Max 8 der Ethiopian Airlines kurz nach dem Start am Sonntag in Äthiopien. Weniger als fünf Monate zuvor war eine baugleiche Maschine der Fluggesellschaft Lion Air in Indonesien abgestürzt.

Im Anschluss an Trump empfahl Boeing ein vorübergehendes Startverbot für alle Flugzeuge der 737-Max-Reihe weltweit. Der US-Luftfahrtriese teilte am Mittwoch mit, eine entsprechende Empfehlung sei an die US-Luftfahrtbehörde FAA gegangen. Betroffen sei „die gesamte weltweite Flotte von 371 737-Max-Flugzeugen“. Es handele sich um eine reine Vorsichtsmaßnahme. „Boeing hat weiterhin volles Vertrauen in die Sicherheit der 737 Max.“

Boeing sicherte zu, man unternehme alles, um der Ursache für den Absturz in Äthiopien und den einer baugleichen Maschine in Indonesien knapp fünf Monate zuvor auf den Grund zu gehen. Boeing werde alles unternehmen, dass solche Vorfälle künftig nicht mehr vorkämen.


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Die FAA war zuvor zunehmend unter Druck geraten. Nach dem Absturz der Boeing 737 Max 8 in Äthiopien hatten Luftfahrtbehörden in Europa, Australien und weiten Teilen Asiens Flugverbote für alle baugleichen Maschinen verhängt. Zahlreiche Fluggesellschaften ließen ihre Boeing 737 Max 8 vorsichtshalber am Boden. Wenige Stunden vor den USA hatte dann auch Kanada am Mittwoch ein Start-, Lande- und Überflugverbot für alle Maschinen der Boeing 737-Max-Reihe erlassen.

Der kanadische Transportminister Marc Garneau sagte in Ottawa: „Es ist bedauerlich, aber Sicherheit muss ganz oben auf der Tagesordnung stehen.“ Die Entscheidung sei auf Grundlage von neuen Informationen gefällt worden, die das Ministerium am Mittwochmorgen erhalten habe. Experten seines Ministeriums hätten damit den Flugverlauf der in Äthiopien abgestürzten Boeing 737 Max 8 mit dem der Maschine verglichen, die im Oktober ebenfalls kurz nach dem Start in Indonesien abgestürzt war. Dabei hätten sich Ähnlichkeiten ergeben.

Garneau betonte, es handele sich um eine Vorsichtsmaßnahme. Bislang sei kein Zusammenhang erwiesen, die Absturzursache in Äthiopien sei weiter unbekannt. Mit Blick auf die USA sagte der Minister: „Wir haben sie heute Morgen darüber informiert, dass wir diese Entscheidung getroffen haben.“


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Die US-Luftfahrtbehörde FAA hatte am Dienstagabend zunächst mitgeteilt, sie sehe weiterhin keinen Anlass für ein Startverbot. Bislang hätten die Überprüfungen keine Grundlage für ein Startverbot ergeben. Auch hätten Luftfahrtbehörden anderer Länder der FAA keine Daten zur Verfügung gestellt, die Maßnahmen erforderlich machten.

Die meisten Flugzeuge der Boeing-737-Max-Reihe in den USA hat Southwest Airlines im Einsatz, die Fluggesellschaft verfügt über 34 Boeing 737 Max 8. American Airlines - die größte US-Fluggesellschaft - setzt 24 Boeing 737 Max 8 ein. Für United Airlines fliegen 14 Maschinen vom größeren Typ Boeing 737 Max 9.

An den Flughäfen in Europa wirkten sich die Luftraumsperrungen am Mittwoch nur sehr geringfügig aus. Sollte sich das Flugverbot für die 737 Max bis in die Osterferien ziehen, werde es jedoch erste spürbare Kapazitätsprobleme geben, meinen Experten.


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