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Noch kein Durchbruch beim Brexit-Handelspakt
Wirtschaft 2 Min. 07.11.2020 Aus unserem online-Archiv

Noch kein Durchbruch beim Brexit-Handelspakt

Lastwagen stauen sich in der Nähe von Dover: Ohne Brexit-Abkommen drohen Umwälzungen für die Wirtschaft.

Noch kein Durchbruch beim Brexit-Handelspakt

Lastwagen stauen sich in der Nähe von Dover: Ohne Brexit-Abkommen drohen Umwälzungen für die Wirtschaft.
Foto: AFP
Wirtschaft 2 Min. 07.11.2020 Aus unserem online-Archiv

Noch kein Durchbruch beim Brexit-Handelspakt

London und Brüssel ziehen auf höchster Ebene eine ernüchternde Bilanz ihrer bisherigen Verhandlungen um einen Brexit-Handelspakt. Gibt es auf den letzten Metern noch eine Chance auf einen Deal?

(dpa) - EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und der britische Premier Boris Johnson haben am Samstag bei ihrem Telefonat über den Brexit-Handelspakt keinen Durchbruch erzielt. Beide Seiten bestätigten, dass es zwar in jüngster Zeit Fortschritte gegeben habe, es aber noch bedeutende Differenzen gebe, vor allem in den Bereichen Wettbewerbsbedingungen und Fischerei. Wie geplant wollen Brüssel und London am Montag weiterverhandeln. Die Zeit wird aber extrem knapp.

Beide Seiten wollten ihre Bemühungen nun verdoppeln, um noch eine Einigung zu erzielen, teilte ein britischer Regierungssprecher mit. Man werde weiter intensiv in der kommenden Woche zusammenarbeiten, twitterte auch von der Leyen nach dem bilanzierenden Gespräch. Sie und Johnson wollen auch direkt in Kontakt bleiben.

Johnson: Hoffe noch auf Deal

Die Brexit-Übergangsphase endet in weniger als zwei Monaten. Dann scheidet Großbritannien aus dem EU-Binnenmarkt und der Zollunion aus. Ohne Vertrag drohen Zölle und andere Handelshemmnisse.

Johnson hatte am Freitag dem britischen Sender Sky News gesagt, dass er immer noch auf einen Deal hoffe. Es könnte in sieben bis zehn Tagen zu einer Einigung kommen. Demnach wäre eine Entscheidung um das kommende Wochenende herum möglich.

Die Gespräche zwischen der EU und Großbritannien verliefen über viele Monate sehr schleppend. London verließ zwischenzeitlich sogar den Verhandlungstisch. Brüssel hatte ursprünglich erklärt, man müsse sich bis Ende Oktober einigen, damit ein Vertrag noch ratifiziert werden könne. Die Frist verstrich, doch die Gespräche wurden fortgesetzt.


Britain's Prime Minister Boris Johnson walks to number 10 Downing Street in central London on October 23, 2020. (Photo by DANIEL LEAL-OLIVAS / AFP)
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Druck auf London gewachsen

Angesichts der Corona-Pandemie ist der Druck auf London erheblich gewachsen, einen Deal mit Brüssel zustande zu bringen und so noch größeren wirtschaftlichen Schaden abzuwenden. Kritiker werfen Johnson vor, ein schlechter Krisen-Manager zu sein. Er habe zu spät und falsch auf die Pandemie reagiert und so dem Land Schaden zugefügt.

In Großbritannien wird auch vermutet, dass Johnson das Ergebnis der US-Präsidentschaftswahl abwarten will. Donald Trump ist Brexit-Anhänger und Befürworter eines Handelsabkommens der USA mit Großbritannien. Sein demokratischer Herausforderer Joe Biden ist hingegen mehr der EU zugetan: „Biden ist kein Fan des Brexits“, sagte der frühere britische Botschafter in den USA, Kim Darroch, am Samstag der BBC. Mit einem Sieg Bidens würden Medien zufolge die Chancen für einen Handelspakt zwischen London und Brüssel steigen. Vieles deutete am Samstag darauf hin, dass Trump das Weiße Haus räumen muss.


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