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Nissan will Konzernführung reformieren - Absage an Fusion mit Renault
Wirtschaft 25.06.2019

Nissan will Konzernführung reformieren - Absage an Fusion mit Renault

Die Hautversammlung der Nissan-Aktionäre findet am Dienstag statt.

Nissan will Konzernführung reformieren - Absage an Fusion mit Renault

Die Hautversammlung der Nissan-Aktionäre findet am Dienstag statt.
AFP
Wirtschaft 25.06.2019

Nissan will Konzernführung reformieren - Absage an Fusion mit Renault

Um das Vertrauen in Nissan wiederherzustellen, segneten die Anteilseigner einen Reformplan zur Unternehmensaufsicht ab.

(FILES) This file photograph taken on January 15, 2016, shows the logo of French car manufacturer Renault on a vehicle in Saint-Herblain, western France. - Shares of French car manufacturer Renault sank more than 7 percent on June 6, 2019, on the Paris Stock Exchange, weighed by the sudden withdrawal of the offer of a merger filed by the Italian-American Fiat Chrysler (FCA). (Photo by LOIC VENANCE / AFP)
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(dpa) - Der japanische Renault-Partner Nissan will die Konzernführung reformieren, lehnt aber eine Fusion mit dem französischen Autobauer weiterhin ab. Eine Integration mit Renault sei „keine gute“ Idee, sagte Nissan-Chef Hiroto Saikawa am Dienstag bei einer Aktionärsversammlung. Falls nötig wolle man die Struktur der gegenseitigen Kapitalverflechtung mit Renault auf den Prüfstand stellen, um sie angesichts der harten Konkurrenz stabiler zu machen. In Kreisen des japanischen Autokonzerns kursiert die Ansicht, dass die gegenwärtige Kapitalstruktur unausgewogen ist. Renault hält 43 Prozent an Nissan, während die Japaner nur 15 Prozent der Anteile an Renault halten und kein Stimmrecht haben - obwohl Nissan vergangenes Jahr 5,6 Millionen Autos verkaufte, rund 1,5-Mal so viel wie Renault.

Renault zielt auf eine Integration mit dem japanischen Allianz-Partner ab. Doch Nissan will sich stärker auf eine Verbesserung der eigenen Bilanz konzentrieren. Der Konzern leidet unter dem Skandal des unter anderem wegen angeblichen Verstoßes gegen Börsenauflagen angeklagten früheren Verwaltungsratschefs Carlos Ghosn, der kürzlich gegen Kaution aus der Untersuchungshaft in Japan frei kam und sich derzeit auf seinen Prozess vorbereitet.


(FILES) This file photo taken on April 25, 2019 in Tokyo shows former Nissan chairman Carlos Ghosn (C) escorted as he walks out of the Tokyo Detention House following his release on bail. - French automaker Renault is considering suing its former CEO Carlos Ghosn after it announced on June 4, 2019 that Ghosn incurred 11 million euros of "dubious expenses" within a subsidiary of Nissan based in the Netherlands. (Photo by Behrouz MEHRI / AFP)
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Um das Vertrauen in Nissan wiederherzustellen, segneten die Anteilseigner einen Reformplan zur Unternehmensaufsicht ab, der die Einrichtung von drei Aufsichtsratsausschüssen vorsieht. Renault hatte dem in letzter Minuten unter der Bedingung zugestimmt, dass neben Renault-Chairman Jean Dominique Senard auch Renault-CEO Thierry Bollore den Ausschüssen angehört. Mit der Reform will Nissan die bisherige Führungsstruktur ablösen, bei der Ghosn eine enorme Machtfülle auf sich vereint hatte. Sie zielt auf eine klare Trennung zwischen dem ausführenden Management und der Konzernaufsicht ab.

Künftig soll ein Ausschuss Nominierungen von Führungskräften überwachen, einer die Entlohnungen und ein weiterer sich mit den Revisionsaufgaben befassen. Dabei sollen Direktoren von außerhalb des Konzerns eine wichtige Rolle spielen. Nissan steht vor der Herausforderung, seine Ertragslage zu verbessern. Im abgelaufenen Geschäftsjahr war der Nettogewinn der Gruppe um 57 Prozent auf ein Neun-Jahres-Tief von 319 Milliarden Yen (2,6 Mrd. Euro) geschrumpft.


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(FILES) This file photo taken on September 30, 2014 shows French Renault car maker CEO Carlos Ghosn giving a press conference during the inauguration of a new production plant in Sandouville. - Renault boss Carlos Ghosn has handed in his resignation, France's economy minister said on January 24, 2019 ahead of a board meeting at which the French car maker is to appoint his successor. (Photo by CHARLY TRIBALLEAU / AFP)
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