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Niederlande: Gastronomieverband verklagt Staat wegen Schließungen
Wirtschaft 23.02.2021 Aus unserem online-Archiv

Niederlande: Gastronomieverband verklagt Staat wegen Schließungen

Laut Gastronomieverband sollten die Terrassen im Freien wieder öffnen können.

Niederlande: Gastronomieverband verklagt Staat wegen Schließungen

Laut Gastronomieverband sollten die Terrassen im Freien wieder öffnen können.
Foto: AFP
Wirtschaft 23.02.2021 Aus unserem online-Archiv

Niederlande: Gastronomieverband verklagt Staat wegen Schließungen

Die niederländische Horeca fordert eine „schnellstmögliche Öffnung“ und eine vollständige finanzielle Kompensation für alle Verluste.

Von LW-Korrespondent Helmut Hetzel (Den Haag)

Der niederländische Gastronomieverband „Koninklijke Horeca Nederland (KHN)“ verklagt den niederländischen Staat wegen der anhaltenden Schließungen aller Restaurants, Cafés und Kneipen in Holland. Der KHN fordert eine „schnellstmögliche Öffnung“ und eine vollständige finanzielle Kompensation für alle Verluste, die die Gastronomie in Folge der coronabedingten Schließungen bisher erlitten hat. „Das ist die nukleare Option. So geht das nicht länger. Wir wollen eine juristische Grundsatzentscheidung erzwingen, ob das Schließen der Gastronomiebetriebe rechtmäßig ist oder nicht“, so begründet Dirk Beljaarts, Vorsitzender des Gastronomieverbandes KHN die Klage. 


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„Wir wollen jetzt wissen, was die Gründe dafür sind, dass unsere Betriebe weiterhin geschlossen bleiben müssen, obwohl wir detaillierte Hygienemaßnahmen getroffen haben und die Infektionszahlen rückläufig sind. Die jüngsten Äußerungen von Gesundheitsminister Hugo de Jonge machen uns wütend. Er gibt uns überhaupt keine Perspektive, wann wir wieder öffnen können.“

Der Haager Gesundheitsminister de Jonge hatte am vergangenen Wochenende in verschiedenen Interviews gesagt, dass er momentan keine Möglichkeit sehe, Kneipen, Cafés und Restaurants in Holland wiederzueröffnen. Die Infektionsgefahr dort sei nach wie vor zu groß, meint de Jong und mit ihm die Haager Regierung. „Letzten Endes geht es um die epidemiologischen Räume, die es zu verteilen gibt“, sagte de Jong wörtlich und mit einem sehr zynischen Unterton in einem Interview mit der Zeitung „De Telegraaf.“

„Beim Öffnen der Gastronomie gibt es zu viele Kontaktmomente und damit Ansteckungsmöglichkeiten zwischen den Menschen. Das müssen wir verhindern“, behauptet de Jonge.

Der Gastronomieverband KHN weist aber darauf hin, dass bei den momentan frühlingshaften Temperaturen, die in den Niederlanden vielerorts derzeit bei 20 Grad Celsius liegen, es zumindest möglich sein müsse, dass die Terrassen im Freien wieder öffnen können. Dort bestehe, wenn der Mindestabstand eingehalten werde, so gut wie keine Ansteckungsgefahr.

Wir haben von der Politik bisher keine schlüssige und einleuchtende Begründung gehört, warum die Ansteckungsgefahr in der Gastronomie besonders groß sein soll“, so KHN-Direktor Dirk Beljaarts.


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„Auf den Terrassen im Freien ist sie jedenfalls sehr gering. Die Rechnung für die Corona-Pandemie müssen hauptsächlich die Wirte, Gastronomen und die in der Gastronomie Beschäftigten bezahlen.“

Das müsse aufhören. Und zwar schnell, fordert der Gastronomieverband KHN. Nun muss ein Gericht entscheiden.

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