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Nicht nur Kampfjets
Wirtschaft 13 1 2 Min. 02.05.2018 Aus unserem online-Archiv

Nicht nur Kampfjets

Wirtschaft 13 1 2 Min. 02.05.2018 Aus unserem online-Archiv

Nicht nur Kampfjets

Rund 1100 Aussteller zeigen übers Wochenende auf der Luftfahrtmesse in Berlin Flugzeuge, Drohnen, Flugtaxis und Raketentechnik. Frankreich war in diesem Jahr Partnerland der Messe, die neben Farnborough und Le Bourget als drittgrößte Luftfahrtmesse Europas gilt.

(dpa/TJ) - Die Rund 200 Fluggeräte aller Gattung - von der unbemannten Drohne bis zum großen Militärtransporter - waren zwischen dem 25. und 29 April auf dem Berliner Flughafen Schönefeld zu sehen, und so wundert es nicht, dass tausende Besucher sich während der Besuchertage eingefunden hatten. Die Luftfahrtmesse ILA in Berlin gehört zu den unumgänglichen Treffpunkten für Fliegerei- und Technikfreaks. Immerhin gilt sie nach Farnborough und Le Bourget als drittgrößte Messe Europas in Sachen Luftfahrt.

Die angekündigte Zusammenarbeit von Deutschland und Frankreich zur Entwicklung eines neuen Kampfjets (siehe unten) war wohl der medienwirksamste und folgenschwerste Aspekt der Messe, auf der es weiterhin um das rasante Wachstum in der Branche und Konzepte für autonom fliegende Lufttaxis ging.

Klicken Sie sich durch einige Fotos der Besuchertage:

Militärische Zusammenarbeit besiegelt

Mit mehreren riesigen Rüstungsprojekten wollen Deutschland und Frankreich militärisch enger zusammenrücken. Vertreter der Verteidigungsministerien beider Länder unterzeichneten bereits am Donnerstag auf der Luftfahrtmesse ILA in Berlin mehrere Vereinbarungen, unter anderem ein Papier zum gemeinsamen Bau eines neuen Kampfflugzeugs. Das Dokument beschreibt die grundlegenden militärischen Anforderungen an den neuen Kampfjet. Im Juni soll dann ein Fahrplan für das Rüstungsgroßprojekt folgen. Die Flugzeugbauer Airbus und Dassault hatten zum ILA-Auftakt am Mittwoch bereits eine entsprechende Kooperation beim Kampfjet-Bau vereinbart.

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Die neuen Kampfjets sollen bis 2040 die Eurofighter und Rafale-Flotten beider Länder ergänzen und schließlich ersetzen. Am Ende soll nicht nur ein einzelner Kampfflieger stehen, sondern ein Gesamtsystem, das auch Drohnen und Satelliten steuern kann. Deutschland und Frankreich hatten sich bereits im Juli 2017 auf die Zusammenarbeit verständigt. In Zukunft werde es ein Flugzeug für beide Nationen geben, sagte von der Leyen. „Und wenn andere Partner es wünschen, können sie selbstverständlich auch zu uns stoßen.“


25.04.2018, Brandenburg, Schönefeld: Ein Tornado Kampfjet der Bundeswehr ist bei der Raumfahrtausstellung (ILA) ausgestellt. Bis Sonntag präsentierten 1100 Aussteller aus 41 Ländern ihre Neuheiten von Flugzeugen über Drohnen und Flugtaxis bis hin zu Raketentechnik. (zu dpa "Ein Kampfjet für Europa - Berlin und Paris gehen in Rüstungsoffensive" am 26.04.2018) Foto: Britta Pedersen/dpa-Zentralbild/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
Ein Kampfjet für Europa
Zum Start der Luftfahrtmesse ILA vereinbaren die Konzerne Airbus und Dassault eine Kooperation für ein neues Kampfflugzeug. Es könnte das Mega-Rüstungsprojekt der kommenden Jahrzehnte werden.

Das Projekt zeige, dass Europa in der Lage sei, sein Schicksal selbst in die Hand zu nehmen und für eigene Autonomie sorgen zu können, sagte Parly. Viele andere Initiativen würden folgen.

Auch Vereinbarungen zum Betrieb einer gemeinsamen Flotte von C-130-Hercules-Transportmaschinen und eine Absichtserklärung zur Entwicklung eines Marine-Patrouillenflugzeugs, eines sogenannten Seefernaufklärers, wurden unterzeichnet. Beide Länder wollten in nächsten 15 Jahren auch gemeinsam die nächste Kampfpanzer-Generation entwickeln, sagte von der Leyen. Man wolle die jeweiligen Stärken der Industrien beider Länder optimal nutzen.

Partnernation Frankreich

Frankreich ist in diesem Jahr die Partnernation der Ausstellung. Von der Leyen und Parly flogen für den Messebesuch extra mit einem Transportflugzeug A400M ein. Das europäische Gemeinschaftsprojekt macht immer wieder wegen Verzögerungen und Pannen Schlagzeilen. „Die Entwicklung des A400M ist uns eine Lehre gewesen“, sagte von der Leyen. „Wir haben aus unseren Fehlern gelernt.“ Die beteiligten Nationen würden bei den anstehenden Rüstungsprojekten mit einer Stimme sprechen, bei jedem Projekt habe ein Land die Führung inne.

Die Linke kritisierte die Kampfjet-Pläne. „Selbst wenn man der Ansicht wäre, ein solches Kampfflugzeug sei nötig, sollten doch die bisherigen Erfahrungen mit länderübergreifenden europäischen Rüstungsprojekten wie dem Airbus A400M hier zur Vorsicht mahnen“, betonte die Europaabgeordnete Sabine Lösing. „Dem irrwitzigen Streben nach autonomen Militärkapazitäten wird jede Vernunft untergeordnet. Aller Wahrscheinlichkeit nach haben Parly und von der Leyen heute den ersten Spatenstich für ein neues Millionengrab getätigt.“


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