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Neujahrsempfang der Aleba: "Das Jahr 2016 war schrecklich"
Wirtschaft 20.01.2017

Neujahrsempfang der Aleba: "Das Jahr 2016 war schrecklich"

Gewerkschaftspräsident Roberto Scolati.

Neujahrsempfang der Aleba: "Das Jahr 2016 war schrecklich"

Gewerkschaftspräsident Roberto Scolati.
Photo: Pierre Matgé
Wirtschaft 20.01.2017

Neujahrsempfang der Aleba: "Das Jahr 2016 war schrecklich"

Nadia DI PILLO
Nadia DI PILLO
Die Aleba will sich gemeinsam mit den Gewerkschaften OGBL und LCGB für einen "anständigen" Kollektivvertrag einsetzen.

(ndp) - "Das Jahr 2016 war schrecklich, auf vielen Ebenen". Klare Worte gab es gestern beim Neujahrsempfang der Aleba in Luxemburg. "Wir haben viele Themen in Angriff genommen, viele davon waren nicht einfach und wir mussten vielerorts handeln", sagte Aleba-Präsident Roberto Scolati in seiner Rede. Mehrere Banken hätten im letzten Jahr Sozialpläne verkündet (Commerzbank, UBS und JP Morgan beispielsweise). Aber auch die Freihandelsabkommen TTIP/CETA und die Steuerreform der Regierung hätten der Gewerkschaft des Finanzsektors viel Kopfzerbrechen bereitet.

Eine weitere Sorge ist der Gesetzentwurf 7024. Der Regierungsbeschluss verfolge kein anderes Ziel, als "das Outsourcing im Bankensektor zu erleichtern und damit möglicherweise Tausende von Arbeitsplätzen zu opfern". Auch nach der Unterredung mit Finanzminister Pierre Gramegna müsse man die Pläne "weiterhin im Auge behalten".

Jetzt wird sich die Aleba gemeinsam mit den Gewerkschaften OGBL und LCGB für einen fairen Kollektivvertrag einsetzen. Sie fordere einen "anständigen, modernen, vereinfachten und unkomplizierten Kollektivvertrag", sagte Roberto Scolati. "Attraktiv fir déi Jonk, der Realitéit vun der Aarbechtswelt an virum allem dem Finanzsecteur ugepasst", fügte er hinzu. Eine erste Sitzung für die Aufteilung in Arbeitsgruppen sei für nächste Woche geplant.

Jetzt muss ein "anständiger" Kollektivvertrag her

Eine Nulllohnrunde kommt für die Gewerkschaft nicht in Frage. Sie fordert eine Lohnerhöhung die "maßvoll aber realistisch ist": eine lineare Anhebung von 1,50 Prozent zum 1. Januar 2017 und zum 1. Januar 2018, sowie eine Verbesserung von 2 Prozent zum 1. Januar 2019.

Des Weiteren fordert die Gewerkschaft die derzeitige Konjunkturprämie durch eine Prämie zu ersetzen, die einem Monatsgehalt (14. Monatsgehalt) entspricht und wie folgt berechnet wird: 25 Prozent bei weniger als 2 Dienstjahren, 50 Prozent bei weniger als 4 Dienstjahren, 75 Prozent  bei weniger als 6 Dienstjahren und 100 Prozent nach 6 Dienstjahren.

Die drei Gewerkschaften haben ebenfalls vorgeschlagen, die Zahl der Ruhetage und Sonderurlaube zu erhöhen, sowie "das erlaubte Verlassen des Arbeitsplatzes auszuweiten, um es an die gesellschaftlichen Entwicklungen anzupassen."



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