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Neugierige Sprachassistentin: So weisen Sie Alexa in die Schranken
Mitarbeiter von Amazon hören sich jeden Tag tausende Gespräche an, die Nutzer mit dem digitalen Sprachassistenten Alexa führen.

Neugierige Sprachassistentin: So weisen Sie Alexa in die Schranken

Bild: Britta Pedersen/ZB/dpa
Mitarbeiter von Amazon hören sich jeden Tag tausende Gespräche an, die Nutzer mit dem digitalen Sprachassistenten Alexa führen.
Wirtschaft 12.04.2019

Neugierige Sprachassistentin: So weisen Sie Alexa in die Schranken

Amazon räumte am Donnerstag ein, Aufzeichnungen aus dem smarten Lautsprecher "Alexa" abzuhören und auszuwerten. Nutzer können jedoch die Neugier der Software bremsen.

(dpa/jt) - Am Donnerstag war bekannt geworden, dass Amazon Mitarbeiter aufgezeichnete Befehle von Nutzern an seine Assistenzsoftware Alexa anhören und abtippen lässt, um die Spracherkennung zu verbessern. Der Konzern hatte die Vorgehensweise bestätigt: „Wir versehen nur eine extrem geringe Anzahl von Interaktionen einer zufälligen Gruppe von Kunden mit Anmerkungen, um die Nutzererfahrung zu verbessern.“


ARCHIV - 01.09.2017, Berlin: Die Lautsprecher Google Assistant und Amazon Echo, ausgestattet mit der Sprachassistentin Alexa, stehen auf der Internationalen Funkausstellung IFA. (zu dpa "Amazon: Mehr als hundert Millionen Geräte mit Alexa verkauft" am 05.01.2019) Foto: Britta Pedersen/ZB/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
Amazon hört bei Gesprächen mit Alexa mit
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Wenn Verbraucher nicht wollten, dass Amazon-Mitarbeiter möglicherweise ihre Fragen an den Sprachassistenten hörten, sollten sie so vorgehen: „In den zugehörigen Apps der Sprachassistenten für iOS und Android kann man links oben auf das Menü-Symbol klicken, meistens als drei kleine Streifen zu erkennen. Unter Einstellungen/Alexa-Konto/Alexa Datenschutz findet man ganz unten die Option "Legen Sie fest, wie Ihre Daten Alexa verbessern sollen."“ Die beiden angebotenen Optionen sollten dann deaktiviert werden. 

Nutzer können die von Amazon gespeicherten Konversationen mit Alexa auch löschen. Einzelne Sprachaufnahmen lassen sich in der Alexa-App unter dem Menüpunkt "Einstellungen/Allgemein/Verlauf" entfernen. Wer hingegen sämtliche Aufzeichnungen aus Alexas "Gedächtnis" löschen will, muss sich über die Website "Amazon Geräte" in sein Kundenkonto einloggen. Über dem Menüpunkt "Meine Geräte/Amazon Echo" gelangt man zur Option "Sprachaufzeichnungen verwalten". Anschließend kann der gesamte Verlauf gelöscht werden. 

Verbraucherschützer fordern Amazon indes auf, das Abhören von Bürgern über den Sprachassistenten Alexa sofort zu stoppen. Zudem müssten die Aufsichtsbehörden für den Datenschutz die Nutzerbedingungen von Amazon dringend überprüfen, forderte etwa die rheinland-pfälzische Verbraucherschutzministerin Anne Spiegel am Freitag. „Das Abhören persönlicher Gespräche in der eigenen Wohnung ist ein extremer Eingriff in die Persönlichkeitsrechte.“ Die Nutzer könnten der Funktion in den Einstellungen jedoch widersprechen.

„Die Betroffenen müssen unverzüglich informiert werden“, verlangte Spiegel. Aus Amazons Nutzungsbedingungen gehe nicht eindeutig hervor, dass die Kommunikation mit dem Sprachassistenten nachträglich von Mitarbeitern angehört und schriftlich festgehalten werden könne.



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