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Neues Vergütungssystem: Volkswagen führt Obergrenzen für Gehälter von Top-Managern ein
Volkswagen-Chef Matthias Müller kündigte eine Reform des Vergütungssystems an.

Neues Vergütungssystem: Volkswagen führt Obergrenzen für Gehälter von Top-Managern ein

Foto: REUTERS
Volkswagen-Chef Matthias Müller kündigte eine Reform des Vergütungssystems an.
Wirtschaft 24.02.2017

Neues Vergütungssystem: Volkswagen führt Obergrenzen für Gehälter von Top-Managern ein

Volker BINGENHEIMER
Volker BINGENHEIMER
Volkswagen reagiert auf massive Kritik an hohen Manager-Gehältern. Künftig gibt es eine Deckelung für die Vorstandseinkommen. Hintergrund sind auch immense Kosten für den Dieselskandal.

(dpa) - Bei Volkswagen gilt für die Top-Manager nach dem Abgasskandal und massiver öffentlicher Kritik künftig eine Obergrenze bei den Gehältern. Der Aufsichtsrat beschloss am Freitag in Wolfsburg eine Reform des Vergütungssystems, wie VW mitteilte. Der Vorstandschef soll künftig höchstens 10 Millionen Euro im Jahr verdienen, die Vorstandsmitglieder maximal 5,5 Millionen Euro. Diese Maximal-Einkommen könnten aber nur bei einer „herausragenden Unternehmensentwicklung“ erreicht werden, hieß es. Neben den Obergrenzen sieht das neue System vor, dass die Kriterien für die variable Vergütung, darunter umstrittene Bonuszahlungen, verschärft werden. Im Gegenzug wird das Fixgehalt angehoben.

Das neue System gilt vom Geschäftsjahr 2017 an. Hohe Managergehälter bei Volkswagen hatten für viel Kritik gesorgt. Der damalige Vorstandschef Martin Winterkorn kam 2011 auf ein Einkommen von rund 17,5 Millionen Euro. Dies lag vor allem an hohen Bonuszahlungen angesichts von hohen Gewinnen. Auch hohe Bonuszahlungen im vergangenen Jahr, trotz Abgasskandal, hatten Empörung ausgelöst.

VW-Vorstandschef Matthias Müller sagte laut Mitteilung, der Vorstand stehe voll und ganz zur „Modernisierung“ des Vergütungssystems und habe einer Modifikation der laufenden Verträge zugestimmt.

Für Kritik hatte auch eine hohe Abfindung bei Volkswagen für Ex-Vorstandsmitglied Christine Hohmann-Dennhardt gesorgt. Die 66-Jährige bekam nach nur 13 Monaten im Amt eine Abfindung von rund 12 Millionen Euro.


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