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Neues Problem bei Boeings 737 Max weitreichender als gedacht
Wirtschaft 17.04.2021

Neues Problem bei Boeings 737 Max weitreichender als gedacht

Eine Boeing 737 MAX 7 landet in Rahmen eines Testflugs in Seattle auf dem Boeing-Flugfeld.

Neues Problem bei Boeings 737 Max weitreichender als gedacht

Eine Boeing 737 MAX 7 landet in Rahmen eines Testflugs in Seattle auf dem Boeing-Flugfeld.
Foto: Seattle Aviation Images/ZUMA Wir
Wirtschaft 17.04.2021

Neues Problem bei Boeings 737 Max weitreichender als gedacht

Wegen möglicher neuer Defekte beim Unglücksflieger 737 Max mussten vor einer Woche Dutzende Jets vom Betrieb ausgesetzt werden.

(dpa) - Boeings Problem mit der Elektrik des Unglücksfliegers 737 Max, wegen dem jüngst etliche Maschinen aus dem Verkehr gezogen wurden, ist weitreichender als zunächst angenommen. Die ursächlichen Produktionsmängel betreffen Komponenten in mehreren Bereichen des Cockpits, wie der Airbus-Rivale am Freitag bestätigte. Boeing arbeite derzeit mit den betroffenen Fluggesellschaften an Lösungsvorschlägen, um diese bei der US-Luftfahrtaufsicht FAA einzureichen.


(FILES) In this file photo taken on November 10, 2020 Boeing 737 MAX airliners with American Airlines markings are pictured on the ramp at Renton Airport adjacent to the Boeing Renton Factory in Renton, Washington. - US prosecutors hit Boeing with a $2.5 billion fine to settle charges the company defrauded regulators over the 737 MAX, the Justice Department announced January 7, 2021. (Photo by Jason Redmond / AFP)
Milliardenstrafe wegen 737-Max-Debakels
Boeing wurde wegen des Vorwurfs eines betrügerischen Komplotts zur Irreführung der US-Behörden eine hohe Strafe aufgebrummt.

Vor einer Woche hatte der Flugzeugbauer 16 Kunden vor einem potenziellen Defekt gewarnt und geraten, den Betrieb bestimmter Versionen der 737 Max auszusetzen, bis mögliche Mängel am Stromversorgungssystem ausgeschlossen werden können. US-Fluggesellschaften nahmen daraufhin vorsichtshalber Dutzende Maschinen aus dem Flugplan. Eine Lösung lässt aber bislang auf sich warten - wann die Jets wieder abheben können, bleibt vorerst unklar.

Die 737 Max ist Boeings meistverkauftes Modell und ein wichtiger Gewinnbringer. Die Baureihe war nach zwei Abstürzen mit 346 Toten rund 20 Monate mit Flugverboten belegt und erst im November wieder in den USA zum Betrieb zugelassen worden. Als Grund für die Unglücke galt eine defekte Steuerungssoftware. Die aktuellen Probleme stünden nicht im Zusammenhang damit, versichert Boeing. Angesichts der tragischen Vorgeschichte steht das Modell aber besonders im Fokus.


WASHINGTON, DC - DECEMBER 11: FAA ADMINISTRATOR Stephen M. Dickson speaks at a Oversight Hearing on December 11, 2019 in Washington, DC. A Federal Aviation Administration analysis document predicted there would be more than 15 additional fatal crashes of the MAX over its lifetime, and was made public Wednesday at a House Transportation Committee hearing on Wednesday.   Tasos Katopodis/Getty Images/AFP
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737-Max-Abstürze: Whistleblower erhebt schwere Vorwürfe gegen Boeing
"Ich habe eine Fabrik im Chaos erlebt und Monate vor dem ersten Absturz schwerwiegende Bedenken über die Fertigungsqualität an ranghohe Boeing-Führungskräfte durchgegeben", so der frühere Boeing-Manager Ed Pierson.

Dass die Probleme an der Elektrik zahlreicher 737-Max-Maschinen umfassender als anfangs gedacht sind, hatte am Freitag zunächst das Fachblatt „Aviation Week“ berichtet. Demzufolge sind rund 460 Jets betroffen, von denen aber erst 89 an Kunden übergeben wurden. Boeing hat zahlreiche Maschinen auf Lager, die während des Flugverbots produziert wurden, aber noch nicht ausgeliefert werden konnten. Die neuen Mängel könnten die Auslieferungen abermals bremsen.

Die Finanznachrichtenagentur Bloomberg berichtete unter Berufung auf eingeweihte Kreise, dass die Lösung des Problems weder zeitaufwendig noch kompliziert sein dürfte. Sobald die FAA Boeings Pläne genehmigt habe, sollten die Arbeiten nicht mehr als einige Tage pro Flugzeug dauern, hieß es in dem Bericht. Anleger reagierten zunächst relativ gelassen, Boeings Aktien gerieten im späten US-Handel zeitweise etwas stärker unter Druck, schlossen letztlich aber nur leicht im Minus.


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