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Das gemeinsame Wagnis im Reich der Mitte
Wirtschaft 2 Min. 13.06.2017 Aus unserem online-Archiv
Neues Luftfracht-Unternehmen

Das gemeinsame Wagnis im Reich der Mitte

Dieser Cargolux-Jumbo trägt den Namen der Hauptstadt der chinesischen Provinz Henan: "City of Zhengzhou"..
Neues Luftfracht-Unternehmen

Das gemeinsame Wagnis im Reich der Mitte

Dieser Cargolux-Jumbo trägt den Namen der Hauptstadt der chinesischen Provinz Henan: "City of Zhengzhou"..
Foto: SIP
Wirtschaft 2 Min. 13.06.2017 Aus unserem online-Archiv
Neues Luftfracht-Unternehmen

Das gemeinsame Wagnis im Reich der Mitte

Andreas ADAM
Andreas ADAM
Am Montag wurde der Beteiligungsvertrag für die "Henan Cargo Airlines" unterzeichnet. In der Vergangenheit war das Projekt zur Gründung einer luxemburgisch-chinesischen Frachtfluggesellschaft öfters als "Cargolux China" bezeichnet worden.

(aa/pley) - Am Montag wurde in Peking der Beteiligungsvertrag für das chinesisch-luxemburgische Joint-Venture "Henan Cargo Airlines" unterzeichnet. In der Vergangenheit war das Projekt zur Gründung einer Frachtfluggesellschaft öfters als "Cargolux China" bezeichnet worden.

Der Cargolux-Verwaltungsrat hatte dem kürzlich zugestimmt. Wie am Dienstag aus Gewerkschaftskreisen zu erfahren war, hatten Arbeitnehmervertreter dabei allerdings ihre bedingt positive Haltung beibehalten - dies mit Verweis auf nicht auszuschließende finanzielle Risiken, Wissenstransfer und dem Ausnutzen möglicher Überlappungen im Netzwerk.

75 Prozent der Anteile an der Gesellschaft halten die chinesische Entwicklungs- und Investitionsgesellschaft HNCA, die Henan Airport Group und die Xinggang Investment Group (welche die Zhengzhou Airport Economic Zone vertritt). Die übrigen 25 Prozent hält die Cargolux.

Verwaltungsratspräsident Paul Helminger (Cargolux) mit dem Vorstandsvositzenden Zang Mingchao (HNCA), im Hintergrund Premier Xavier Bettel und Ministerpräsident Li Keqiang.
Verwaltungsratspräsident Paul Helminger (Cargolux) mit dem Vorstandsvositzenden Zang Mingchao (HNCA), im Hintergrund Premier Xavier Bettel und Ministerpräsident Li Keqiang.
Foto: SIP

Bei der Vertragsunterzeichnung am Montag waren  u.a. Premier Xavier Bettel sowie der chinesische Ministerpräsident Li Keqiang zugegen. Der erste kommerzielle Flug der "Henan Cargo Airlines" wird im vierten Quartal 2018 erwartet. Diesen Termin hatte Cargolux CEO Richard Forson bereits im Herbst 2016 dem "Luxemburger Wort" genannt.

Forson bezeichnete das Abkommen am Dienstag als "Meilenstein". Worin genau die Beteiligung der Cargolux besteht, ist offenbar noch nicht abschließend geklärt, d.h. ob und in welchem Maße dies durch Barmittel oder auch durch Sacheinlagen wie Flugzeuge erfolgt.

Als die HNCA Ende 2013 mit 35 Prozent ins Kapital der Cargolux einstieg, war ein künftiges Luftfracht-Joint-Venture bereits Teil des Handelsabkommens. Es nahm jedoch einige Zeit in Anspruch die Gesellschafterstruktur des luxemburgisch-chinesischen Gemeinschaftsunternehmens zu klären.

Ausländische Partner wie die Cargolux dürfen nur 25 Prozent an einem solchen Joint Venture in China halten. Aufgrund einer Ausnahmeregelung sollte die Cargolux zwischenzeitlich statt 25 aber 35 Prozent übernehmen. Daraus wurde offenbar jedoch nichts.

Minister François Bausch und Premier Xavier Bettel an Bord der Cargolux Boeing 747-8F "City of Zhengzhou".
Minister François Bausch und Premier Xavier Bettel an Bord der Cargolux Boeing 747-8F "City of Zhengzhou".
Foto: SIP

Vor Ort in China sagte François Bausch, Minister für nachhaltige Entwicklung- und Infrastruktur, dem "Luxemburger Wort" die chinesische Provinzregierung hätte die 35-prozentige Beteiligung der Cargolux am Joint Venture genehmigt, die Zentralregierung in Peking aber auf dem Prinzip beharrt.

Letztlich sei es für die Zusammenarbeit im Joint Venture nicht maßgeblich, ob Cargolux nun mit 25 oder 35 Prozent beteiligt sei. Das Gesellschaftsrecht in Luxemburg und China seien ohnehin zwei verschiedene Welten, so Bausch.

Die Cargolux wird übrigens ab nächster Woche von China nach Atlanta fliegen. Das erforderliche Abkommen war im Januar mit den chinesischen Behörden ausgehandelt worden.


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