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Neuer Interessenverband Airlines 4 Europe: lux-Airport reagiert sehr gelassen
Wirtschaft 2 Min. 21.01.2016

Neuer Interessenverband Airlines 4 Europe: lux-Airport reagiert sehr gelassen

Die Luxair muss sich erst noch genau überlegen, ob sie dem Verband A4E beitritt. Die Billigfluggesellschaft 
Easyjet hingegen gehört zu den Gründungsmitgliedern.

Neuer Interessenverband Airlines 4 Europe: lux-Airport reagiert sehr gelassen

Die Luxair muss sich erst noch genau überlegen, ob sie dem Verband A4E beitritt. Die Billigfluggesellschaft 
Easyjet hingegen gehört zu den Gründungsmitgliedern.
Foto: Pierre Matgé
Wirtschaft 2 Min. 21.01.2016

Neuer Interessenverband Airlines 4 Europe: lux-Airport reagiert sehr gelassen

Andreas ADAM
Andreas ADAM
Mehrere Fluggesellschaften machen sich über den neuen Verband A4E u. a. gegen zu hohe Flughafengebühren stark. lux-Airport verweist derweil auf die niedrigsten Gebühren in Europa. Minister Bausch spricht gar von einer "unheiligen Allianz".

(aa/dpa) - Mehrere europäische Fluggesellschaften wollen in einem neuen Verband gemeinsam ihre Interessen vertreten. Die Lufthansa-Gruppe, Air France-KLM, die International Airlines Group (unter anderem British Airways), Easyjet und Ryanair gründeten am Mittwoch in Amsterdam den Verband Airlines 4 Europe (A4E). Der Zusammenschluss soll sich gegenüber EU-Institutionen, internationalen Organisationen und nationalen Regierungen für die Belange der Airlines stark machen.

Der Verband begrüßte die neue Luftfahrtstrategie zur Stärkung der heimischen Fluggesellschaften, die die EU-Kommission im Dezember vorgestellt hatte. Allerdings müsse die Politik rasch handeln, um hohe Flughafengebühren zu drücken und die Steuerlast zu mindern. Nach einer von A4E vorgestellten Studie sind die Gebühren an 21 der größten europäischen Flughäfen seit 2005 um 80 Prozent gestiegen. A4E wollte diese Themen gestern auch mit Politikern in Amsterdam diskutieren. Auf dem dortigen Flughafen Schiphol fand am 20 und 21. Januar das "European Aviation Summit" statt.

Dachverband ACI übt nach der Gründung scharfe Kritik

Der Airports Council International (ACI), das ist der führende internationale Dachverband der Flughafenbetreiber, kritisierte gestern die Gründung des Verbandes A4E. Olivier Jankovec, Generaldirektor ACI Europe, sagte laut einer Mitteilung: "Diese Fluggesellschaften gründen ihre Einheit auf unserem Rücken, da sie unfähig sind, sich bei wesentlichen Fragestellungen wie Open Skies auf einen gemeinsamen Standpunkt festzulegen. Für sie sind die Flughäfen einfach nur Sündenböcke. Bei ihrem Ruf nach mehr Regulierung geht es diesen Fluggesellschaften letztlich nur darum, ihre eigenen Profite zu maximieren oder ihren eigenen Mangel an Wettbewerbsfähigkeit auszugleichen. Weder die Endverbraucher noch die Qualität der Verbindungen werden davon profitieren."

lux-Airport verweist auf niedrigste Gebühren in Europa

Der CEO der Betreibergesellschaft des Luxemburger Flughafens, Johan Vanneste, befürchtet derweil keinerlei Konsequenzen für den Findel. "Unser Flughafen hat bereits die niedrigsten Gebühren in ganz Europa", sagte Vanneste und verwies auf die entsprechende Auszeichnung durch die Air Transport Research Society (ATRS).

Infrastrukturminister François Bausch reagierte in Amsterdam per Twitter auf eine Nachfrage des "Luxemburger Wort" und bezeichnete den Zusammenschluss der Fluggesellschaften in der A4E als "unheilige Allianz".

"Es ist schon speziell, was da behauptet wird, vor allem, wenn man weiß, dass die Lufthansa zum Beispiel Aktionär bei Fraport [Betreibergesellschaft des Frankfurter Flughafens Anm. d. Red.] ist", so Bausch.

Der Minister pflichtete ansonsten Johan Vanneste bei, wonach es in Luxemburg vergleichsweise geringe Gebühren gebe. Das belege letztlich auch das Wachstum des hiesigen Flughafens, so Bausch.

Der Verband Airlines 4 Europe mit Sitz in Brüssel will in den kommenden Monaten weitere Mitglieder aufnehmen. Die Fluggesellschaften sind teils Mitglieder der Verbände Association of European Airlines (AEA) und European Low Fares Airline Association (ELFAA). In der AEA organisieren sich vor allem klassischen Fluggesellschaften, in der ELFAA sind in erster Linie Billigairlines vertreten. A4E soll beiden Lagern eine Vertretung bieten.

Luxair will zunächst abwarten und überlegen

Bei der Luxair hieß es auf Anfrage: "Den Bemühungen der A4E schließen wir uns sowieso im Rahmen unserer Arbeit bei der European Regions Airlines Association (ERA) und AEA an. Einen Beitritt bei der A4E müssen wir uns genau überlegen, da sie in erster Linie die Interessen der in Europa dominanten Großfluggesellschaften vertritt", so ein Unternehmenssprecher.



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