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Neuer Hauptsitz von ArcelorMittal: Star-Architekt Wilmotte gewinnt Wettbewerb
Wirtschaft 3 Min. 13.12.2017 Aus unserem online-Archiv

Neuer Hauptsitz von ArcelorMittal: Star-Architekt Wilmotte gewinnt Wettbewerb

Das neue ArcelorMittal-Hauptquartier wird entlang der Avenue J.F. Kennedy und neben dem Europäischen Kongresszentrum in Kirchberg entstehen.

Neuer Hauptsitz von ArcelorMittal: Star-Architekt Wilmotte gewinnt Wettbewerb

Das neue ArcelorMittal-Hauptquartier wird entlang der Avenue J.F. Kennedy und neben dem Europäischen Kongresszentrum in Kirchberg entstehen.
Foto: ArcelorMittal
Wirtschaft 3 Min. 13.12.2017 Aus unserem online-Archiv

Neuer Hauptsitz von ArcelorMittal: Star-Architekt Wilmotte gewinnt Wettbewerb

Nadia DI PILLO
Nadia DI PILLO
Das Team des Stararchitekten Jean-Michel Wilmotte aus Paris hat den Wettbewerb rund um den künftigen Hauptsitz von ArcelorMittal auf Kirchberg für sich entschieden.

(ndp) - Acht Architektenbüros waren eingeladen, drei kamen in die engere Auswahl. Nun steht der Gewinner fest. Das Siegerprojekt für den Neubau des Hauptsitzes von ArcelorMittal auf Kirchberg stammt vom Architekturbüro Wilmotte & Associés und wurde am Mittwochmorgen im Rahmen einer Pressekonferenz von Michel Wurth, Präsident von ArcelorMittal Luxemburg und Aditya Mittal, Finanz- und Europachef der Gruppe, vorgestellt.

Wilmotte & Associés zählt zu den bekanntesten Architekturbüros der Welt. Das Unternehmen wurde 1975 von Jean-Michel Wilmotte gegründet. Der französische Stararchitekt steht für Projekte der Superlative. Seine Bauten sind weltweit zu bestaunen: das Rijksmuseum in Amsterdam, das Allianz Riviera Stadion in Nizza, das 5-Sterne Hotel "Mandarin Oriental" in Paris oder das Ferrari Sporting Management Center in Maranello.

In dem neuen Gebäude auf Kirchberg werden die Möglichkeiten von Stahl als Baumaterial logischerweise ausgereizt. So sieht man im Erdgeschoss beispielsweise keine Tragesäulen. Zudem wird auf Zwischendecken verzichtet, was der Akustik zugute kommt. Auch dies ist nur in Stahlbauweise möglich. Zudem soll das ganze Gebäude späterhin recycelbar sein.

Architekt, Stadtplaner, Designer – seit fast 40 Jahren gestaltet Jean-Michel Wilmotte große Stadtprojekte, baut Museen, Hotels und Büros für große Tech-Unternehmen wie etwa Apple oder Google. Auch bei den großen Konzernen des CAC-40 ist der Architekt sehr beliebt: LVMH, L'Oréal, Schneider Electric, Bouygues, Safran haben seiner Kreativität vertraut.

Glückwunsch: Aditya Mittal (r.) und Jean-Michel Wilmotte.
Glückwunsch: Aditya Mittal (r.) und Jean-Michel Wilmotte.
Foto: Guy Jallay

Seine Arbeiten reichen vom Industriedesign bis zur Innenarchitektur. Jean-Michel Wilmotte arbeitet zudem an der Umsiedlung und dem zeitgenössischen Umbau von Gebäuden. Als Stadtplaner entwickelte er das Konzept einer „Innenarchitektur der urbanen Landschaft“ - ein neuer Ansatz, „um urbane Räume mit der gleichen Dynamik zu gestalten wie etwa private Räume“.

Wilmotte & Associés beschäftigt heute 240 Mitarbeiter in fünf Büros in Paris, Nizza, London, Venedig und Seoul.

Jean-Michel Wilmotte
Jean-Michel Wilmotte
(Foto: Marc Wilwert)

So setzte sich die Jury zusammen

Das Team aus Paris setzte sich in dem Wettbewerb gegen zwei international renommierte Architektenbüros durch -   das britische Büro "Foster + Partners" und das niederländische Unternehmen "Rem Koolhaas OMA".

Die Entscheidung für das Wilmotte-Konzept traf eine Jury aus Fachleuten und Vertretern von ArcelorMittal unter der Leitung von Aditya Mittal. Die Jury setzte sich zusammen aus zwei ArcelorMittal-Vertretern, zwei Vertretern des Fonds Kirchberg, einem Vertreter der Administration des bâtiments publics sowie einem Architekt der Stadt Luxemburg.  Ein "unabhängiger Luxemburger Architekt" und ein "unabhängiger Architekturprofessor" konnten ebenfalls mitbestimmen.


"Eine Hommage an den Stahl"

Das neue Gebäude besteht hauptsächlich aus Glas und Stahl, die dem Bauwerk eine hohe Transparenz und große Leichtigkeit verleihen. Der neue Hauptsitz soll zeigen, "warum Stahl das Material der Wahl für Bürogebäude sei", erklärte Aditya Mittal. Stahl ermögliche den Raum bestmöglich zu nutzen, ohne dass Betonpfeiler Platz wegnehmen.

"Es ist ein einzigartiges Gebäude, weil der Stahl komplett sichtbar wird", erklärte Jean-Michel Wilmotte. "Es ist eine Hommage an den Stahl".

Das Grundstück ist 7.273 Quadratmeter groß und liegt entlang der Avenue J.F. Kennedy und neben dem Europäischen Kongresszentrum in Kirchberg. Die gebaute Fläche beträgt 3.500 Quatratmeter. Ein Teil des Gebäudes wird der Öffentlichkeit zugänglich gemacht, darunter ein Restaurant, eine Sporthalle und ein Auditorium mit 200 Plätzen.

Der erste Spatenstich ist in 18 Monaten geplant - die Eröffnung soll 2020-2021 erfolgen. 800 Beschäftigte werden in dem neuen Gebäude ihren Arbeitsplatz haben.

Als Eigentümer des Grundstücks ist der Fonds Kirchberg beteiligt. Der Staat überlässt ArcelorMittal für 92 Millionen Euro die Nutzung während 75 Jahren im Rahmen eines "bail emphytéotique".

Das neue Gebäude soll "das Stadtbild durch seine moderne Architektur prägen". Es soll ein Beispiel der Kreislaufwirtschaft sein und wird nach dem "Cradle to Cradle"-Prinzip gebaut. Am Ende der Nutzung soll "jedes Teil des Gebäudes demontiert und wiederverwendet werden".

Für Michel Wurth ist die Investition auch ein klares Bekenntnis zum Standort Luxemburg. Das Projekt sei "ein perfektes Beispiel" für die traditionelle Verbundenheit des Unternehmens zu Luxemburg.




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