Wählen Sie Ihre Nachrichten​

Neue Marketingstrategie soll Luxemburger Exporte ankurbeln
Wirtschaft 2 Min. 06.10.2020

Neue Marketingstrategie soll Luxemburger Exporte ankurbeln

Wirtschaftsminister Franz Fayot und Handelskammerpräsident Luc Frieden: Die Exporte Luxemburger Unternehmen sind drastisch zurückgegangen.

Neue Marketingstrategie soll Luxemburger Exporte ankurbeln

Wirtschaftsminister Franz Fayot und Handelskammerpräsident Luc Frieden: Die Exporte Luxemburger Unternehmen sind drastisch zurückgegangen.
Foto: Anouk Antony
Wirtschaft 2 Min. 06.10.2020

Neue Marketingstrategie soll Luxemburger Exporte ankurbeln

Marco MENG
Marco MENG
Vor allem kleineren Unternehmen wollen Wirtschaftsministerium und Handelskammer die Auslandsaktivitäten erleichtern.

Wirtschaftsministerium und Handelskammer wollen den Export Luxemburger Betriebe fördern.

Das erklärten am Dienstag Wirtschaftsminister Franz Fayot und der Präsident der Handelskammer, Luc Frieden, im Anschluss an die Sitzung des „Trade and Investment Board“ (TIB) am Dienstagmorgen, an der auch Grand-Duc héritier  Guillaume teilnahm.

Beschlossen wurde dabei unter anderem, dass die Luxemburger Handels- und Investitionsbüros (LTIO), von denen das Großherzogtum inzwischen weltweit neun betreibt, verstärkt die Internationalisierungsbemühungen Luxemburger Unternehmen unterstützen und ihnen helfen sollen, ihre Waren und Dienstleistungen in anderen Ländern anzubieten. Das könnten Wein oder Metallprodukte genauso sein wie IT-Dienstleistungen, wie Handelskammer-Präsident Luc Frieden sagte.

Eine Person soll darum künftig in den LTIO-Büros für diese Aufgabe zuständig sein. In der Vergangenheit hatten sich die LTIO-Büros vor allem darum bemüht, Interessenten zu finden, um in Luxemburg investieren. Handel und die Vermarktung von Produkten und Dienstleistungen Luxemburger Betriebe war demgegenüber in der Vergangenheit eher vernachlässigt worden. Insgesamt sind wegen der aktuellen Covid-Krise die Exporte Luxemburgs drastisch zurückgegangen, wie Wirtschaftsminister Fayot erklärte: im zweiten Quartal um mehr als 20 Prozent. Im Mai und Juni haben sich die Waren- und Dienstleistungsausfuhren zwar leicht zugenommen, liegen aber immer noch unter den Werten von 2019.

 Unsere Wirtschaft ist exportabhängig.

„Covid-19 hat einen tief greifenden Impakt auf die Betriebe und den Export“, so Minister Fayot. „Aber unsere Wirtschaft ist exportabhängig.“ Erschwert werden Internationalisierungsbemühungen der Betriebe derzeit zum Beispiel dadurch, dass keine Messen und Ausstellungen mehr stattfinden. Solche Veranstaltungen könnten aber mit Online-Präsentationen oder digital geführte Einzelgespräche teilweise kompensiert werden, so Fayot. 

Online-Marketingwerkzeug

Um vor allem kleineren Unternehmen Auslandsaktivitäten zu erleichtern und sie zu ermuntern, dazu auch digitale Werkzeuge zu nutzen, hat das Wirtschaftsministerium einen Online-Leitfaden zum digitalen Marketing für die Internationalisierung herausgegeben, der sich an luxemburgische Unternehmen jeder Größe richtet und sie bei ihrer internationalen Strategie unterstützen soll.

Der Leitfaden (www.digitalguide.tradeandinvest.lu) enthält auch die Kontaktdaten der internationalen Unternehmensberater der Handelskammer und des Wirtschaftsministeriums sowie der luxemburgischen Wirtschafts- und Handelsattachés in aller Welt, einschließlich der LTIOs, von denen das jüngste, wie gestern ebenfalls mitgeteilt wurde, jetzt im marokkanischen Casablanca eröffnet wurde. 


Luxemburg startet Wirtschaftsmission nach Marokko
Zahlreiche heimische Unternehmen informieren sich über das Potenzial in Nordafrika – Erbgroßherzog Guillaume und Gattin Stéphanie begleiten Wirtschaftsminister Etienne Schneider.

Das Büro war auf der Wirtschaftsmission im September 2019 in Marokko angekündigt worden; das Land ist unter anderem wegen des modernen Hafens in Tanger interessant für Logistikunternehmen oder wegen seiner Digitalisierungsbemühungen für Luxemburger IT-Firmen.

„Als kleines Land“, so Handelskammer-Präsident Frieden, „ist Luxemburgs Wohlstand abhängig von unseren Verbindungen ins Ausland.“ Die Handelskammer rufe darum die Betriebe auf, digitale Möglichkeiten dazu zu nutzen, beispielsweise E-Missionen, solange keine physischen Messen stattfinden. Frieden verweist darauf, dass die Handelskammer kürzlich ein Online-Wirtschaftsseminar zur Großregion – laut Fayot ein „immer wichtiger werdender Partner“ - organisierte. 

Frieden betonte darüber hinaus, dass Luxemburg enorm vom europäischen Binnenmarkt profitiere und sich überall für freien und fairen Handel einsetzen und gegen jede Art von Protektionismus aussprechen müsse. Auch wenn die Covid-Krise einen Trend zu mehr Regionalität begünstige, gibt Frieden zu bedenken „Es wäre eine Illusion zu glauben, wir könnten alles hier selbst machen.“

Folgen Sie uns auf Facebook und Twitter und abonnieren Sie unseren Newsletter.


Lesen Sie mehr zu diesem Thema

Amazon gibt das Tempo vor
Acht Monate nach dem Start in Luxemburg baut Amazon sein Angebot „Prime“ sukzessive aus und setzt den einheimischen Handel unter Druck. Doch auch dort wird an Lösungen gefeilt, um dem Online-Riesen das Feld nicht kampflos zu überlassen.
Neue Wirtschaftsförderung: Gezielt, effizient und nachhaltig
Gezielt, wirksam und nachhaltig soll die Wirtschaftsförderung in Zukunft sein. Um diese Ziele zu erreichen, ist in den vergangenen Monaten an einer neuen Strategie gearbeitet worden, deren Grundzüge Wirtschaftsminister Etienne Schneider am Dienstag vorgestellt hat.
Etienne Schneider will Luxemburger Unternehmen in der Lieferkette von großen internationalen Firmen besser positionieren.