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Neue Geschäftsflächen: Der Boom der Einkaufszentren
Der Trend geht hin zu Großprojekten wie dem Royal-Hamilius. Der Gebäudekomplex mit Wohnungen, Büros und etwa 17.000 Quadratmetern Geschäftsfläche soll 2019 fertiggestellt werden.

Neue Geschäftsflächen: Der Boom der Einkaufszentren

Foto: Codic International
Der Trend geht hin zu Großprojekten wie dem Royal-Hamilius. Der Gebäudekomplex mit Wohnungen, Büros und etwa 17.000 Quadratmetern Geschäftsfläche soll 2019 fertiggestellt werden.
Wirtschaft 2 Min. 25.01.2018

Neue Geschäftsflächen: Der Boom der Einkaufszentren

Im Kampf gegen die Konkurrenz aus dem Netz setzt die Einzelhandelsbranche auf große Einkaufszentren – sowohl in Randlagen als auch im Stadtzentrum. Derzeit entstehen in Luxemburg rund 123.000 Quadratmeter an neuen Geschäftsflächen.

(M.G.) - 2017 wurden so viele Geschäftsflächen vermietet und verkauft wie noch nie zuvor. Die Gesamtfläche an Geschäftsräumen, die den Mieter oder Besitzer wechselten, stieg im vergangenen Jahr auf die Rekordzahl von 48.000 Quadratmetern. Zum Vergleich: 2016 waren es lediglich 20.700 Quadratmeter. Das sei vor allem auf einige größere Transaktionen im Randgebiet zurückzuführen, erklärt Thierry Debourse von der Immobilienagentur JLL.

Die drei größten Abschlüsse des Jahres waren der Baumarkt Bauhaus in Capellen mit 15.000 Quadratmetern sowie die Autohäuser Arnold Kontz in Niederkorn mit 8.000 Quadratmetern und Autodis in Esch/Alzette mit 4.700 Quadratmetern.

„Die Zahl der Geschäfte in Randlage nimmt von Jahr zu Jahr zu“, stellt Thierry Debourse fest. Im vergangenen Jahr wurden mehr als dreimal so viele Geschäftsräume außerhalb des Stadtgebietes vermietet und verkauft als im Durchschnitt in den fünf Jahren davor.

Beliebte Einkaufszentren außerhalb der Stadt

Zudem wurden 2017 auch überdurchschnittlich viele neu gebaute Geschäftsräume fertiggestellt. Im Schnitt wurden in den vergangenen fünf Jahren jährlich rund 16.000 Quadratmeter an neuen Geschäftsflächen geschaffen.

Diese Marke wurde 2017 fast von einem einzigen Projekt erreicht. Das Einkaufszentrum Opkorn in Differdingen schlägt bereits mit einer Fläche von 15.000 Quadratmetern zu Buche. Hinzu kommen ein Teil der Nordstroos Shopping Mile Marnach mit 12.600 Quadratmetern und das 7.000 Quadratmeter große Shoppingcenter Borders in Remerschen.

Der Immobilienexperte ist überzeugt, dass der Markt für Geschäftsräume in Randlage sich auch in Zukunft weiterentwickeln wird. „Diese Einkaufszentren bieten den Kunden einen einfachen Zugang, großen Parkplatz sowie niedrigere Preise als im Stadtzentrum“, erklärt Thierry Debourse.

Shoppingtempel im Stadtzentrum

Dieses Potenzial scheinen auch bestehende Einkaufszentren erkannt zu haben. So werden derzeit beispielsweise sowohl die City Concorde in Bartringen als auch das Shoppingcenter Massen in Wemperhardt vergrößert.

Das bedeutet aber keineswegs, dass in Zentrallage keine größeren Einkaufszentren gebaut würden. Im Gegenteil: Zu den wichtigsten Fertigstellungen in den kommenden Jahren gehören im Bereich des Einzelhandels eher zentral gelegene Shoppingzentren.

Bis Ende 2018 soll das 75.000 Quadratmeter große Einkaufszentrum der Cloche d'Or im Ban de Gasperich seine Türen öffnen. Für 2019 ist ebenfalls die Fertigstellung des Royal-Hamilius mit 17.000 Quadratmetern im Stadtzentrum geplant. Auch der Gebäudekomplex Infinity in Kirchberg, dessen Bauarbeiten bis Anfang 2020 abgeschlossen sein sollen, wird auf 6.500 Quadratmetern etwa 23 Geschäfte beherbergen.

Mietpreise bleiben stabil

Bei insgesamt rund 123.000 Quadratmetern an neuen Geschäftsflächen, die derzeit fertiggestellt werden, verwundert es kaum, dass in den Jahren darauf voraussichtlich etwas weniger gebaut wird. JLL schätzt, dass erst 2021 wieder neue Projekte begonnen werden.

Dennoch übersteigt die Nachfrage das Angebot immer noch bei Weitem, erklärt Thierry Debourse. „Wir sind ständig auf der Suche nach Grundstücken und Bauherren, die neue Projekte entwickeln.“

Gleichzeitig bleiben die Preise stabil. So habe die Entwicklung des Projekts in Cloche d'Or beispielsweise bisher kaum Auswirkungen auf die Mietpreise anderer Einkaufszentren, meint Thierry Debourse. Die erzielbare Spitzenmiete liegt im Stadtzentrum weiterhin bei 130 Euro pro Quadratmeter und Monat.

In Einkaufszentren im Speckgürtel der Stadt zahlen Mieter im Monat bis zu 110 Euro pro Quadratemeter. Die Spitzenmiete in Shoppingzentren in Randlage, das heißt weiter außerhalb der Stadt, beträgt etwa 45 Euro pro Quadratmeter und Monat.


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