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Neue Dimension im Abgas-Skandal: Staat zieht Schadensersatzklage gegen VW in Betracht
Der Abgas-Skandal bei Volkswagen erreicht eine neue Dimension.

Neue Dimension im Abgas-Skandal: Staat zieht Schadensersatzklage gegen VW in Betracht

(Foto: REUTERS)
Der Abgas-Skandal bei Volkswagen erreicht eine neue Dimension.
Wirtschaft 2 Min. 04.11.2015

Neue Dimension im Abgas-Skandal: Staat zieht Schadensersatzklage gegen VW in Betracht

Sollte Volkswagen auch bei den CO2-Werten manipuliert haben, müsse der luxemburgische Staat eine Schadensersatzklage einreichen, erklärt Infrastrukturminister François Bausch. Von den neuen Unregelmäßigkeiten sind die meistverkauften VW-Modelle betroffen.

(dpa/lb) - Bisher ging es in der Abgasaffäre im VW-Konzern um Stickoxid (NOX), nun geht es auch um falsche CO2-Daten, wie VW am Mittwoch einräumte. Sollte sich eine Manipulation bei diesen Werten bestätigen, müsse der luxemburgische Staat eine Schadensersatzklage gegen VW unternehmen, schrieb Infrastrukturminister François Bausch am Mittwoch auf Facebook.

Von den neuen Unregelmäßigkeiten bei VW-Dieselautos sind die meistverkauften Modelle bei Volkswagen betroffen. Auch Autos der Konzerntöchter Audi, Skoda und Seat stoßen einem Sprecher zufolge mehr CO2 aus als vom Hersteller angegeben - und verbrauchen damit auch mehr Sprit als gedacht. Es geht um Dieselmotoren mit den Hubräumen 1,4 Liter, 1,6 Liter und 2,0 Liter. Auch bei einer kleinen Zahl von Benzinern mit Zylinderabschaltung wurden einem Sprecher zufolge Unregelmäßigkeiten festgestellt. Insgesamt sind 800.000 Autos der folgenden Typen betroffen:

  • Volkswagen: Polo, Golf, Passat
  • Audi: A1, A3
  • Skoda: Octavia
  • Seat: Leon, Ibiza

Der deutsche Verkehrsminister Alexander Dobrindt erklärte, die falschen CO2-Angaben beträfen auch 98.000 Benzinfahrzeuge. In Luxemburg herrscht zur Zeit noch Ungewissheit über die Anzahl von Autos, die betroffen sind. "Die Aussage erfolgte auf Eigeninitiative von VW. Wir müssen jetzt alle relevanten Informationen beim Kraftfahrt-Bundesamt nachfragen. Zur Zeit ist es unmöglich, das genaue Ausmaß für Luxemburg zu definieren", so die Sprecherin des Ministeriums für Nachhaltige Entwicklung und Infrastrukturen in Luxemburg.

Das deutsche Kraftfahrt-Bundesamt erteilt die EU-weit gültige Typgenehmigung, die bestätigt, dass die serienmäßig hergestellten Fahrzeuge die Umweltvorschriften erfüllen. Diese Genehmigung muss ausgestellt werden, bevor neue Automodelle auf den Markt kommen. Die Hersteller ermitteln zunächst an einem Prüffahrzeug Messwerte - zum Beispiel für Stickoxide (NOx), Kohlenstoffmonoxid (CO), Feinstaub-Partikel und das klimaschädliche Kohlendioxid (CO2), um das es auch bei den internen Untersuchungen von Volkswagen geht.

Diese Daten werden dann von technischen Diensten unter der Kontrolle des Kraftfahrt-Bundesamt überprüft. Der ADAC und die Umwelthilfe kritisieren, die Unabhängigkeit dieser Kontrollen sei nicht ausreichend garantiert.

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