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Neue Covid-19-Stiftung hilft im Kampf gegen Virus
Wirtschaft 3 Min. 06.04.2020

Neue Covid-19-Stiftung hilft im Kampf gegen Virus

Viele Menschen wollen angesichts der aktuellen Situation Geld in sinnvolle Projekte einbringen.

Neue Covid-19-Stiftung hilft im Kampf gegen Virus

Viele Menschen wollen angesichts der aktuellen Situation Geld in sinnvolle Projekte einbringen.
Foto: Shutterstock
Wirtschaft 3 Min. 06.04.2020

Neue Covid-19-Stiftung hilft im Kampf gegen Virus

Mara BILO
Mara BILO
Die Fondation de Luxembourg hat die Covid-19-Stiftung ins Leben gerufen. Bislang sind schon 160.000 Euro in Projekte zur Bekämpfung der Corona-Pandemie geflossen.

In Zeiten der Krise ist es vielen Menschen wichtig, Unterstützung zu leisten. Das macht nun die Fondation de Luxembourg möglich und hat die Fondation Covid-19 ins Leben gerufen – mit dem Ziel, Projekte zur Bekämpfung der Corona-Pandemie direkt zu fördern.

„Mit der Gründung dieser neuen Stiftung haben wir auf die zahlreichen Anfragen von Unternehmen aus Luxemburg und dem Ausland geantwortet, die wissen wollten, wie sie in diesen schwierigen Tagen Geld sinnvoll einbringen können“, erklärt die Direktorin der Fondation de Luxembourg, Tonika Hirdman. 

Derzeit stehen den Stiftenden bereits 15 bis 20 Projekte zur Wahl.

Tonika Hirdman

Eigentlich hilft die Fondation de Luxembourg bei der Gründung von Stiftungen Dritter, die dann unter der Schirmherrschaft der Fondation stehen. Anders bei der Covid-19-Stiftung: Das Projekt wurde von der Fondation de Luxembourg selbst initiiert. Auch bei der Auswahl der unterstützten Projekte sitzen die Verantwortlichen der Covid-19-Stiftung mit am Tisch; normalerweise entscheiden die Stiftenden, was sie unterstützen wollen. „Wir haben uns selbst mit der Auswahl beschäftigt“, sagt Tonika Hirdman, „die Stiftenden können Vorschläge machen, die von uns dann geprüft werden.“

Tonika Hirdman, seit mehr als zehn Jahren Direktorin der Fondation de Luxembourg
Tonika Hirdman, seit mehr als zehn Jahren Direktorin der Fondation de Luxembourg
Foto: Lex Kleren

„Derzeit stehen den Stiftenden bereits 15 bis 20 Projekte zur Wahl“, erklärt Hirdman, „aber diese Zahl ändert sich ständig.“ In diese ersten Projekte sind bereits insgesamt 160.000 Euro geflossen – „und da weitere Unterstützung zugesagt ist, werden demnächst zusätzliche 100.000 Euro an die Vorhaben gehen.“ Die meisten der Geldgeber überweisen der Stiftung zwischen 10.000 und 50.000 Euro.

Fokus auf Luxemburger Initiativen

Wie die neu gegründete Stiftung helfen kann, zeigt sich beispielhaft am Projekt Tyvek 600+, das zum Ziel hat, in Luxemburg 200 Schutzanzüge pro Tag herzustellen; gedacht für das Klinik- und Pflegepersonal, das sich um Covid-19-Patienten kümmert. Ein weiteres Vorhaben ist die Produktion von Beatmungsgeräten im Großherzogtum selbst. „Wir konzentrieren uns besonders auf Projekte in Luxemburg“, erklärt Hirdman. Beispiel dafür sind Forschungsprojekte mit Organisationen wie die Uni Luxemburg, das „Luxembourg Institute of Health“ (LIH), der Fonds National de la Recherche (FNR) oder das „Luxembourg Institute of Science and Technology“ (LIST).


Geschlossene Geschäfte und Restaurants in Luxemburg-Stadt.
Geld oder Gesundheit?
Es ist nur noch eine Frage der Zeit, bis auch hierzulande die Forderungen nach einer Lockerung der Maßnahmen lauter werden.

„Wir unterstützen aber auch Projekte, die anderen Ländern zugutekommen – beispielsweise dort, wo die bestehenden Gesundheitsinfrastrukturen nicht ausreichend sind“, sagt die Direktorin der Fondation. Damit sind in erster Linie Yemen und Syrien gemeint; dort ist die Gefahr groß, dass die Lungenerkrankung katastrophale Folgen für die ohnehin schon gefährdete Bevölkerung hat.

Zu den Geldgebern der Covid-19-Stiftung gehört der Energieanbieter Enovos; „das Unternehmen war eines der ersten, die mitmachen wollten.“ Aber auch Finanzinstitute haben schon Geld gegeben – etwa die Schweizer Privatbank Lombard Odier, die im Großherzogtum vertreten ist.

Ein Datum für eine Auflösung der Covid-19-Stiftung ist nicht absehbar, so Direktorin Hirdman. Eine unter der Schirmherrschaft der Fondation de Luxembourg gegründete Stiftung läuft normalerweise mindestens drei Jahre. „Die Aufhebung der Corona-Beschränkungen wird nicht bedeuten, dass sich das Problem dann erledigt haben wird. Solange weder Impfstoff noch Medikamente gefunden sind, muss weiter in Gesundheitsprojekte investiert werden.“

Damit könnte die Covid-19-Stiftung noch länger aufrechterhalten bleiben, denn: „Es gibt ja auch die sozialen Folgen der Krise, die wirtschaftliche Existenz vieler Menschen ist langfristig gefährdet.“

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Die Fondation Covid-19 nimmt Zahlungen von Unternehmen und Privatpersonen entgegen. Die Mindestsumme beträgt 10.000 Euro für Unternehmen, 2.500 Euro für Privatpersonen; die eingezahlten Beträge sind steuerlich abzugsfähig. Kontakt per E-Mail an FondationCovid19@fdlux.lu oder telefonisch: +352 621 177 802.

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