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Negativzinsen belasten Bankgeschäfte
Wirtschaft 13.10.2021
Banken-Präsident Sewing

Negativzinsen belasten Bankgeschäfte

Mittlerweile belastet die EZB die Eurobanken im Jahr mit 17 Milliarden Euro an Strafzinsen.
Banken-Präsident Sewing

Negativzinsen belasten Bankgeschäfte

Mittlerweile belastet die EZB die Eurobanken im Jahr mit 17 Milliarden Euro an Strafzinsen.
Foto: dpa
Wirtschaft 13.10.2021
Banken-Präsident Sewing

Negativzinsen belasten Bankgeschäfte

Der Chef der Deutschen Bank fordert, einen Weg aus den Negativzinsen zu finden. Den Freibetrag zu erhöhen wäre ein erster Schritt.

(dpa/MeM) - Der Vorstandschef der Deutschen Christian Sewing fordert eine Entlastung der Branche. Kritik übt er dabei vor allem am „Strafzins“ von derzeit 0,5 Prozent, den Geschäftsbanken zahlen müssen, wenn sie Geld bei der Europäischen Zentralbank (EZB) parken. 

„Hier muss dringend gegengesteuert werden“, sagt Sewing als Präsident des Bundesverbands deutscher Banken (BdB) bei einem Online-Pressegespräch am Mittwoch anlässlich der Herbsttagung von Internationalem Währungsfonds (IWF) und Weltbank. Die Finanzbranche klagt trotz Freibeträgen über eine Milliardenbelastung.

Banken zahlen 17 Milliarden Euro an Strafzinsen

Aus Sicht Sewings sollte eine generelle Diskussion über einen Weg aus den Negativzinsen geführt werden. „Eine Erhöhung des Freibetrages könnte im Übergang ein Weg sein“. Nach seinen Angaben ist die Überschussliquidität, für die die Banken Negativzinsen an die EZB zahlen müssen, seit Beginn der Pandemie von 950 Milliarden Euro auf gut 3,4 Billionen Euro gestiegen - berücksichtigt sei dabei der Freibetrag von derzeit rund 900 Milliarden Euro. „Für den gesamten Euroraum und auf ein Jahr hochgerechnet belaufen sich die aktuellen Negativzinszahlungen der Banken im Euroraum damit auf mehr als 17 Milliarden Euro“, sagte Sewing.


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Mit dem „Strafzins“ will die EZB erreichen, dass Banken das viele billige Geld, das die Notenbank ihnen zur Verfügung stellt, an Unternehmen und Verbraucher weiterreichen, damit es in Investitionen und Konsum fließt.    

Nach Deutschland, Spanien, Frankreich und den Niederlanden lagern die Luxemburger Banken das meiste bei der EZB ein. 2018 mussten sie dafür die stolze Summe von 489 Millionen Euro Strafzinsen zahlen.   

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