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"nala.lu" zeigt Adressen von Geschäften, die noch geöffnet sind
Wirtschaft 2 Min. 02.04.2020

"nala.lu" zeigt Adressen von Geschäften, die noch geöffnet sind

Hereinspaziert: Wer lokal einkaufen will, wird im Internet auf "nala.lu" fündig.

"nala.lu" zeigt Adressen von Geschäften, die noch geöffnet sind

Hereinspaziert: Wer lokal einkaufen will, wird im Internet auf "nala.lu" fündig.
Foto: Gerry Huberty
Wirtschaft 2 Min. 02.04.2020

"nala.lu" zeigt Adressen von Geschäften, die noch geöffnet sind

Mara BILO
Mara BILO
Eine Gruppe von Studenten und jungen Berufstätigen startet eine neue Onlineplattform, um den lokalen Einzelhandel angesichts der aktuellen Corona-Krise zu fördern.

Der Stillstand, erzwungen durch das Corona-Virus, zieht sich allmählich quälend in die Länge, willkommene Ablenkung bieten lediglich noch Besuche des Supermarktes oder der Gang zur Apotheke. Ob aus Langeweile, Frust oder weil tatsächlich etwas Bestimmtes dringend gebraucht wird: Viele Menschen kaufen immer mehr im Internet ein; das zeigt auch das derzeit stark ansteigende Paketaufkommen bei der Post. Zu den meistgenutzten Bestelladressen gehört Amazon; angesichts der rasant steigenden Nachfrage sucht der Online-Riese Tausende weitere Mitarbeiter.

Besonders hart ist dieser Trend für den Luxemburger Einzelhandel, denn: „Viele Geschäfte hierzulande nehmen ebenfalls Bestellungen auf und liefern auch nach Hause“, stellt Moritz Hoss fest. Um diese für die Geschäfte bedrohliche Situation zu entschärfen, hat der 22-Jährige mit einer Gruppe von Studenten und jungen Berufstätigen eine neue Onlineplattform ins Leben gerufen. „Nala“ heißt das Projekt – die Abkürzung steht für „Now Act Local Association“.

Dabei handelt es sich um eine „neue Website für Luxemburger Firmen, die trotz Krise ihre Kunden beliefern, und für Kunden, die gerade jetzt gerne in Luxemburg bestellen“, so heißt es offiziell.

51 Geschäfte am ersten Tag

Eigentlich wäre Hoss derzeit in München – dort studiert er Politikwissenschaft. Doch wie viele andere Studenten ist er nach Ankündigung der Corona-Beschränkungen nach Hause gefahren. Dort arbeitet er zwar für die Uni; wie vielen bleibt aber auch ihm reichlich freie Zeit, die wegen des lahm gelegten öffentlichen Lebens nur schwer zu füllen ist.


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So kam ihm, seinen zwei Schwestern und seinem Schwager die Idee für die Onlineplattform Nala. „Besser als rumsitzen und Däumchen drehen“, sagt Moritz Hoss. Einer seiner Schwestern absolviert derzeit ein Praktikum beim Europaparlament in Brüssel, die zweite Schwester arbeitet mit ihrem Freund in Paris. Um die Idee zu verwirklichen, haben Moss und Co. vier Freunde von ihrem Projekt überzeugt – unter anderem zwei IT-Profis, die die Onlineplattform eingerichtet haben. Damit steht hinter dem Projekt eine achtköpfige Gruppe im Alter von 22 bis 28 Jahren.

Ob Blumen, Kuchen oder Kunst – auf der erst am Donnerstagmorgen gestarteten Onlineplattform waren bereits in den ersten Stunden 51 Geschäftsadressen vertreten. „Weitere Betriebe haben schon Interesse bekundet. Wir rechnen damit, dass sich schnell viele weitere Geschäfte melden werden, um auf der Seite vertreten zu sein.“ Das existenziell größte Problem für viele Geschäfte sei derzeit, überhaupt in Kontakt mit potenzieller Kundschaft zu kommen: „Das Projekt wird sogar von der Handelskammer unterstützt.“

Für alle kostenlos

„Alle Luxemburger können dort die Kontaktinformationen der lokalen Geschäfte, Künstler und anderer Dienstleister, die während der Bewegungsbeschränkungen ihre Waren und Dienstleistungen anbieten, finden“, erklärt Hoss.


18.03.2020, Hamburg: Ein Kunde mit dünnen Schutzhandschuhen steht mit seinem Einkaufskorb vor einem kleinen Gemüse- und Lebensmittelladen. Wegen der Corona-Pandemie müssen viele Geschäfte auf Behördliche Anweisung für die nächsten Wochen schliessen. Ausgenommen sind Verkaufsstellen für Lebensmittel, Wochenmärkte, Apotheken, Drogerien, Tankstellen, Banken und Ähnliches. Foto: Christian Charisius/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
corona.letzshop.lu geht an den Start
Die neu geschaffene Online-Verkaufsplattform richtet sich an jene Luxemburger, die ihre Einkäufe nicht mehr selbst machen können. Gebeten wird darum, „vernünftig einzukaufen“, wie es offiziell heißt.

Denn anders als bei der Onlineplattform Letzshop.lu, die ebenfalls den lokalen Handel fördert und kleinen Betrieben einen Online-Auftritt ermöglichen will, kann über Nala.lu nicht direkt bestellt werden. Dort finden sich lediglich Adressen und Kontaktdaten der Geschäfte.

Die Nutzung der Website ist für Händler wie Kunden kostenfrei. Geld verdienen will Moritz Hoss nicht: „Wir sind keine Ärzte, wir können keine Leben retten. Aber vielleicht können wir einen Beitrag leisten, in dem wir dem lokalen Handel in diesen schwierigen Zeiten helfen.“

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