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Luxemburg experimentiert im Fair Fashion Lab
Wirtschaft 3 30.06.2021
Nachhaltige Mode

Luxemburg experimentiert im Fair Fashion Lab

Jean-Louis Zeien von Fairtrade Lëtzebuerg (rechts) und Wirtschaftsminister Franz Fayot (2. v. r.) präsentieren gemeinsam mit Künstlern das Fair Fashion Lab.
Nachhaltige Mode

Luxemburg experimentiert im Fair Fashion Lab

Jean-Louis Zeien von Fairtrade Lëtzebuerg (rechts) und Wirtschaftsminister Franz Fayot (2. v. r.) präsentieren gemeinsam mit Künstlern das Fair Fashion Lab.
Foto: Anouk Antony
Wirtschaft 3 30.06.2021
Nachhaltige Mode

Luxemburg experimentiert im Fair Fashion Lab

Marlene BREY
Marlene BREY
Sechs lokale Künstler erproben gemeinsam mit Fairtrade Lëtzebuerg Alternativen zu Fast Fashion.

Die NGO Fairtrade Lëtzebuerg hat Mittwoch das „Fair Fashion Lab“ vorgestellt. Das Projekt gehört zu der nationalen Kampagne „Rethink your Clothes“, die im Auftrag der Direktion für Entwicklungszusammenarbeit und dem Ministerium für Auswärtige Angelegenheiten, ins Leben gerufen wurde. 

Sechs Künstler sollen im „Fair Fashion Lab“ bis Ende des Jahres sechs Kleidungsstücke entwerfen – alle aus fair gehandelter Baumwolle. Jeden Monat erscheint eines zum Kauf. So soll ein Gegenpol zu Fast Fashion geschaffen werden. 

Marktlücke

Als Wirtschaftsminister Franz Fayot seine Jacke auszieht, wird sichtbar, wo der Trend hingehen soll. Unter seinem Sakko trägt der LSAP-Politiker ein T-Shirt mit der Aufschrift „Rethink your Clothes“. Doch eines der größten Probleme hierzulande ist: Wo kauft man solch faire Kleidung? Hier gibt es noch eine Lücke, bestätigt der Wirtschaftsminister.

Das Angebot an Textilien mit dem Fair-Trade-Siegel entwickelt sich hier gerade erst. In diesem Zusammenhang zielt die nationale Kampagne darauf ab, das Bewusstsein über die Folgen des eigenen Konsums zu schärfen. Die Textil- und Bekleidungsindustrie ist eine der umweltschädlichsten Industrien der Welt, in der Menschenrechtsverletzungen zum Alltag der Arbeiter gehören. Das Ziel von „Rethink your Clothes“ ist, die Förderung und Entwicklung eines ethischen und nachhaltigen Textilsektor in Luxemburg. Das „Fair Fashion Lab“ ist ein Startschuss.

Mode ist ein Massenphänomen - und ein Massenproblem. Sechs Kleidungsstücke können es nicht lösen, aber sie können den Weg weisen. 

Pionierarbeit auf einem wachsenden Markt

Unter den sechs Künstlern sind nationale Berühmtheiten wie Illustrator und Graffiti Artist Alain Welter. Er verschafft der Initiative vor allem Aufmerksamkeit. Antoine Lesch dagegen steckt hinter dem Label „Soin“. Seit drei Jahren verkauft er seine Mode bereits in der Luxemburger Boutique Stitch. Wie viel er im Monat produziert und verkauft, will er nicht verraten. 


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Sicher, es gibt Luft nach oben. Aber das Projekt funktioniert nach dem Motto: Erst bestellen, dann produzieren. So soll keine Überproduktion entstehen, eines der Hauptprobleme der Modeindustrie. Wenn nun die Nachfrage der Konsumenten steigt, könnte das Projekt länger laufen als sechs Monate und vor allem: einen Markt mit Wachstumspotenzial aufzeigen.

Mehr Informationen unter: www.rethinkyourclothes.lu

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